Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Glück auf!
schallt es seit über 150 Jahren durchs Ruhrgebiet – eine Region Deutschlands, in der die Industrie zu Kultur und Identität einfach dazugehört.
Nachdem Modernisierung und Strukturwandel auch vor zahlreichen traditionsreichen Industrieunternehmen des Ruhrgebiets nicht Halt gemacht haben, besteht auf der „Route der Industriekultur“ die einzigartige Möglichkeit, in den ehemaligen Produktionsstätten einen umfassenden Einblick in die Industriegeschichte der Region zu erhalten oder aber die imposantem Industrieanlagen zum Beispiel bei Konzerten, beim Tauchen in Gasometern oder Klettern in alten Erzbunkern ganz neu zu erleben.
25 so genannte Ankerpunkte säumen den rund 400 km langen Rundkurs durchs Revier, der auch per Fahrrad gut erkundet werden kann. Die Ankerpunkte sind die Erlebnisorte auf der Route, die alle davon zeugen, wie lange schon die Kulturlandschaft des Ruhrgebiets vor allem von Bergbau und Stahlerzeugung geprägt wurde.
Einen guten Überblick über die Umgebung bieten die 14 „Panoramen der Industrielandschaft“ entlang der Route. Einige dieser Aussichtspunkte, darunter viele ehemalige Bergwerkshalden, sind mit weithin sichtbarer moderner Kunst gestaltet.
Die Wiege des Bergbaus
an der Ruhr stand im Wittener Muttental, wo schon früh nach Kohle gegraben wurde. Die hier ansässige Zeche Nachtigall war eine der ersten, in der die Förderung von einem tiefen, senkrechten Schacht aus in Stollen erfolgte. Bereits 1892 wurde hier die Kohleförderung eingestellt, und eine Ziegelei übernahm die Gebäude. Heute befindet sich hier einer der vielen Standorte des Westfälischen Industriemuseums entlang der Route.
Von Leben und Arbeit im Schatten der Hochöfen kann man sich in der 1854 gegründeten Henrichshütte in Hattingen ein Bild machen. Bis zur Schließung der Hütte 1987 arbeiteten hier über 10 000 Menschen und förderten Kohle und Erz, stellten Koks, Eisen und Stahl her. Der Besucher kann hier den „Weg des Eisens“ verfolgen und den Geschichten der Arbeiter lauschen.
Das größte Bergbau-Museum der Welt
befindet sich in Bochum und ist die richtige Adresse für alle, die mehr über die Arbeit unter Tage erfahren wollen. Das Deutsche Bergbau-Museum bietet einen umfassenden Überblick über die weltweite Bergbaugeschichte. Die Attraktion ist das Anschauungsbergwerk, das auf etwas 2,5 km Länge unter dem Museum erkundet werden kann.
Im Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen kann man eine Einsatzmöglichkeit der geförderten Kohle hautnah erleben. Einige der über 180 Fahrzeuge des in einem original erhaltenen Betriebswerk mit Ringlokschuppen untergebrachten Museums sind betriebsfähig und werden regelmäßig unter Dampf gesetzt.
Ein Aufzug für Schiffe
war bis 1970 in Waltrop in Betrieb. Das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg, vom Kaiser 1899 eingeweiht, bietet Einblicke in die Geschichte der Binnenschifffahrt und des Kanalwesens. Während in der Maschinenhalle die Technik des Hebewerks im Mittelpunkt steht, lernt der Besucher draußen durch historische Schiffe, Arbeitsgeräte und Verladekräne die Lebens- und Arbeitswelt der Schiffer kennen.
Vertiefen kann man diesen Einblick bei einem Besuch im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg, dem größten Binnenhafen der Welt. In dem seit 1998 in einem ehemaligen Hallenbad untergebrachten Museum wird von der Schifffahrt der Römer ein Bogen bis in die Gegenwart geschlagen. Blickfang ist ein Lastensegler aus dem Jahr 1913 in der großen ehemaligen Herrenschwimmhalle.
Weltkulturerbe der UNESCO
ist seit 2001 die Zeche Zollverein in Essen. Schacht XII wurde zwischen 1928 und 1932 im Bauhausstil errichtet und galt als „schönste Zeche der Welt“. Hier findet sich heute ein lebendiges Kunst- und Kulturzentrum unter anderem mit dem „Museum Zollverein“ und dem „Design Zentrum Nordrhein-Westfalen“.
Hier ist auch das zentrale Besucherzentrum der „Route der Industriekultur“ untergebracht. Es weist auf die zahlreichen weiteren Ankerpunkte entlang der Route hin, wie zum Beispiel den Chemiepark in Marl, das Museum „Strom und Leben“ im Umspannwerk Recklinghausen, die Bochumer Jahrhunderthalle, die Deutsche Arbeitsschutzausstellung in Dortmund, der Gasometer in Oberhausen oder die imposante Villa Hügel der Industriellenfamilie Krupp. 13 für das Ruhrgebiet typische und seine Sozialgeschichte bedeutsame Siedlungen runden schließlich diese außergewöhnliche Erlebnisroute ab.
Route der Industriekultur
Für weitere Informationen:
Besucherzentrum „Route der Industriekultur“
Zeche Zollverein XII
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Telefon: (01 80) 4 00 00 86
besucherzentrum(at)route-industriekultur(dot)de
www.route-industriekultur.de
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