Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Gestatten, mein Name ist Hase ...
Sprichwörter und Redewendungen
Tag für Tag liegen sie uns auf der Zunge: Redensarten und Sprichwörter für alle Lebenslagen. Doch verstehen wir immer ganz und gar, was wir da gerade sagen?
Als Hase weiß ich angeblich ja von nichts. Auch nicht, wie ich selbst laufe? Dabei habe ich doch sehr bekannte Füße!
Der Volksmund nennt die populäre Symbolfigur des Osterfestes auch „Meister Lampe“. Das hat jedoch nichts mit der gleichnamigen Lichtquelle zu tun, sondern ist eine Abkürzung des alten männlichen Vornamens Lamprecht, den der Mümmelmann in mittelalterlichen Fabelsammlungen trug. Doch „Lampe“ passt zugleich auch gut zu dem weißen Schwanz, der Blume, die man aufleuchten sieht, wenn ein Hase davonhoppelt.
Wie läuft er denn?
Schleunigst verschwinden, sobald Gefahr droht – das machte den Hasen zum sprichwörtlichen Schutzpatron aller Feiglinge, denen ja gern unterstellt wird, dass sie „ein Hasenherz haben“ beziehungsweise ein „Angsthase“ oder „Hasenfuß“ sind.
Aber was soll ein so oft von Jägern und Hunden gehetztes Tier auch sonst machen? Wer „weiß, wie der Hase läuft“ (nämlich Haken schlagend im Zickzack), der kennt sich aus und bringt es zu Jagderfolgen aller Art. „Alte Hasen“ sind hier besonders kompetent – auf der Flucht wie als Verfolger.
Doch es gibt noch eine Möglichkeit, die Beute zu erwischen: Man schaut, „wo der Hase im Pfeffer liegt“. Dort nämlich, wo sich die runden Hasenkötel wie Pfefferkörner häufen, wird man ihn in seinem Bau aufstöbern. So wird man einerseits finden, was man sucht, und andererseits auch einen entscheidenden Fehler (des Hasen!) aufdecken.
Eine andere Interpretation versteht diesen Satz eher in dem Sinne, dass es nun für alles zu spät ist. Denn wenn der Hase tatsächlich mitten im Pfeffer liegt, dann serviert man ihn als Braten zubereitet in einer würzigen Soße, die früher „Pfeffer“ genannt wurde.
Der falsche Hase
Wenn uns ein Hase auf der Zunge liegt, handelt es sich jedoch nicht immer um einen Vierbeiner. Der Spruch „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“ ist zweibeinigen Ursprungs. Mit diesem Satz nämlich reagierte der Jurastudent Victor von Hase Mitte des 19. Jahrhunderts bei einem Gerichtsprozess in Heidelberg auf die Anschuldigung, er habe einem Kommilitonen nach einem tödlichen ausgegangenen Duell zur Flucht verholfen.
mimu





