Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Geliebt von Literaten und Königen
Rheinsberg lädt ein zu einem Ausflug in üppig grüne Wälder und traumhafte Seelandschaften.
Bereits seit 1765 weist die Postmeilensäule in Rheinsberg den Weg in die umliegenden Städte. Bezeichnenderweise wurden bei ihrer Restauration im Jahr 2000 die Richtungen in einige europäische Städte hinzugefügt – Rheinsberg ruht sich nicht auf den Lorbeeren vergangener Tage aus, sondern genießt den Wandel.
Die kleine Stadt Rheinsberg liegt idyllisch mitten in Brandenburg. Mit dem Auto braucht man von Berlin aus zirka 90 Minuten, von Hamburg kommt das Städtchen nach etwa zwei Stunden in Sicht.
Gerade mal 8800 Einwohner zählt es, doch Literaten wie Tucholsky und Fontane haben es unsterblich gemacht.
»Nehmen Sie einen Schluck!«
Eingerahmt wird Rheinsberg von zahlreichen Flüssen und Seen. Die Rheinsberger Seenkette wird oft als »Perle der Mark Brandenburg« bezeichnet und gehört zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Das Ruppiner Land beginnt kurz vor Berlin und reicht im Norden bis zur Mecklenburger Seenplatte, der wasserreichsten Region Deutschlands. Dieses Wassernetzwerk ist in Europa einzigartig. So kann man sich auf dem Wasserwege problemlos von Berlin nach Schwerin fortbewegen. Das Wasser ist so klar wie die Luft, in manchen Gebieten erreicht es sogar Trinkwasserqualität.
Deshalb genießen nicht nur Menschen den unbeschwerten Aufenthalt im und am kühlen Nass, sondern auch die Tierwelt: Seltene Vogelarten wie der Eisvogel und der Fischadler tummeln sich hier. Im Rheinsberger Gewässer finden sich außerdem ruhige Ankerbuchten und gut ausgestattete Häfen – und natürlich das Schloss Rheinsberg, das sich direkt am Grienericksee befindet.
Eine Stadt für Kopf und Herz
Hauptanziehungspunkt der Region ist zweifellos das Schloss Rheinsberg. Dort, wo im Mittelalter eine Wasserburg thronte, entstand im 16. Jahrhundert ein Schloss im Renaissancestil. Es erlebte mehrere Besitzer, ehe es 1734 an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. und wenig später an dessen Sohn Friedrich (König Friedrich II.) ging.
Um die Landschaft des staatlich anerkannten Erholungsortes auf gebührende Art zu erkunden, stehen dem Besucher verschiedene Fortbewegungsmittel zur Verfügung: Zu Wasser führt entweder die eigene Muskelkraft per Kanu oder Kajak oder ein gemietetes Hausboot zum Ziel. Zu Land sind es die eigenen Füße (etwa auf den gut ausgebauten Wanderwegen), ansonsten wählt man Kutschen und Kremser, mit denen die urwüchsigen Wälder durchstreift werden können.
Berühmt wurde die Stadt allerdings nicht durch die sagenhafte Natur, sondern durch künstlerisches Schaffen. Kurt Tucholsky machte sie in »Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte« zur Kulisse seiner Erzählung. Das kulturelle Angebot reicht von Museen und Galerien bis zur Kammeroper und Musikakademie. Die berühmte »Deutsche Alleenstraße« und die »Tonstraße« führen durch die Stadt und mehrere Keramikmanufakturen locken in Rheinsberg mit kunstvollen Produkten und Angeboten.
Phoenix aus der Asche
Nach einem großen Brand im Jahr 1740 wurde Rheinsberg komplett neu aufgebaut. Der historische Altstadtkern wird noch von Wallanlagen aus dem Mittelalter umringt. Lauschige Abende können mit Blick auf den glitzernden See in zahlreichen guten Restaurants und Cafés genossen werden.
Im Rahmen des Netzwerkes »Barrierefrei im Ruppiner Land« wurde eine Übersicht aller barrierefreien Tourismusangebote erstellt, die sich im Ruppiner Land befinden. Sie ermöglichen auch Menschen mit körperlichen Behinderungen einen unvergesslichen Urlaub.









