Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Feurige Spanierinnen
Ein Ausflug zu den Kanarischen Inseln.
Obwohl sie geografisch eindeutig zu Afrika gehört, ist die Inselgruppe der Kanarischen Inseln ein Teil Spaniens und bildet eine der 17 Autonomen Gemeinschaften des Landes (die etwa unseren Bundesländern entsprechen). Je nach Definition sind die Inseln damit eine der südlichsten Gegenden Europas.
Entsprechend angenehm gestaltet sich hier, 100 bis 500 Kilometer westlich des südlichen Marokko im Atlantik gelegen, das mediterran subtropische Klima, das dem Archipel den Beinamen „Inseln des ewigen Frühlings“ eingebracht hat. Der gleichbleibend kühle Kanarenstrom, ein Teil des Golfstroms, gleicht die Temperaturen aus, und die Passatwinde halten die allzu heißen Luftmassen der nahen Sahara meist fern. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittstemperaturen im Sommer nicht viel höher als 25 °C, im Winter um 17 °C.
Auf Asche gebaut
Die sieben Hauptinseln sind Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro; daneben gibt es noch eine Handvoll kleinerer Eilande. Eine markante Gemeinsamkeit ist ihr vulkanischer Ursprung – und dennoch hat jede einzelne Insel einen ganz eigenen Charakter. Denn je nach Entstehungszeit und vulkanischer Aktivität (die hier bis heute besteht), haben sich Landschaften, Flora und Fauna ganz unterschiedlich entwickelt. So ist Lanzarote zwar eine der ältesten Inseln, wurde aber immer wieder von großen Vulkanausbrüchen verwüstet. So kann sie bis heute nicht so eine üppige Natur aufweisen, wie die sehr viel jüngere Insel La Palma, die auch „Grüne Insel“ genannt wird. Zudem fällt auf den flacheren Inseln wie Lanzarote und Fuerteventura deutlich weniger Regen.
Einzig-Artig
Wegen der abgeschiedenen Lage gibt es auf den Kanaren zahlreiche sogenannte endemische Tier- und Pflanzenarten, die also nur in diesem begrenzten Gebiet zu finden sind. Sie haben sich aus anderen Arten entwickelt oder sind andernorts schon wieder ausgestorben. Die vulkanischen Böden sind sehr fruchtbar und bringen eine Pflanzenvielfalt von insgesamt rund 2200 höheren Arten hervor.
Die Tierwelt wird auf den Kanaren hauptsächlich von Reptilien, Insekten und Vögeln bestimmt. Zum Beispiel von der unter Naturschutz stehenden größten Echsenart des Archipels, der Gallotia simonyi machadori, die nur auf El Hierro vorkommt. Ein berühmter „Überflieger“ der ebenfalls stark endemischen Vogelwelt ist natürlich der Kanarienvogel, genauer gesagt seine Wildform, der Kanarengirlitz. Insgesamt finden sich auf den Inseln heute 142 Naturschutzgebiete.
Einflussreich
Durch eine ereignisreiche Vergangenheit ist die heutige Kultur der Inseln das Ergebnis langjähriger Kulturvermischung, geprägt durch Guanchen (Ureinwohner), Berbergruppen, europäische Kolonialherren und Einflüsse der Handelsschifffahrt vom amerikanischen Kontinent. An vielen Stellen kann man historische und künstlerische Monumente bewundern, deren Architektur, Bildhauerei und Malerei die kanarische Identität zum Ausdruck bringen. Das kulturelle Leben wird – nicht nur für die Touristen – durch regelmäßige Ausstellungen, Trachtenfeste, Theater- und Musikveranstaltungen von internationalem Rang aufrechterhalten. Sehenswert sind besonders auch der lateinamerikanisch angehauchte farbenfrohe Karneval mit Samba-Rhythmen, die traditionellen Hahnenkämpfe und die populäre „Lucha Canaria“, der Kanarische Ringkampf.
Die Vielfältige
Einen abwechslungsreichen Querschnitt durch das Repertoire der Kanaren bietet beispielsweise Teneriffa mit ihren acht unterschiedlichen Vegetationszonen. Sie ist nicht nur die größte der Inseln, sondern auch Heimat des höchsten Bergs Spaniens, des Pico del Teide (3718 Meter hoch und natürlich ein Vulkan), von dem man bei guter Sicht das ganze Archipel überblicken kann. Die kratergesäumte Landschaft ist ein beliebtes Wanderziel, denn der Aufstieg kann zu großen Teilen mit Bus und Seilbahn bewältigt werden. Während man sich eben noch am Strand sonnte, liegt hier oben übrigens durchaus Schnee!
Hauptstadt der „Tinerfeños“ ist die nordöstlich gelegene Hafenstadt Santa Cruz de Tenerife; nach Las Palde la Cruz oder die Altstadt von La Laguna laden zu einem Besuch ein.
Insel-Schönheiten
Ein Highlight Teneriffas sind die rätselhaften Pyramiden von Güímar im Osten der Insel, die nicht nur auf Wissenschaftler aus aller Welt eine große Anziehungskraft ausüben. Denn es ist bis heute ungeklärt, wer sie errichtete und warum sie den Bauten der südamerikanischen Indios so ähnlich sehen.
Zumindest dem Namen nach gibt sich die südwestliche Höllenschlucht „Barranco del Infierno“ mystisch. Diese aus vulkanischer Aktivität hervorgegangene Erdspalte an den Abhängen des Teide wurde von der Erosion zu einer Schlucht vertieft und lädt heute zu einem beeindruckenden Spaziergang durch die felsigen Steilwände ein, die von Zeit zu Zeit zu einer wahrhaft „grünen Hölle“ werden. Im „Loro Parque“ an der Nordküste finden sich als ganz harmlose Abwechslung zum Beispiel die größte Papageiensammlung der Welt und zahlreiche andere (nicht endemische) Tiere. flo








