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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Feuer und Flamme.

Täglich liegen sie uns auf der Zunge: kluge Redewendungen für alle Lebenslagen. Doch was steckt dahinter?

Man muss kein Feuerschlucker sein, um das zündelnde Element in den Mund zu nehmen: Auch beim Flirten wird gern »mit dem Feuer gespielt«, und wir »entflammen« für Ideen, die sich manchmal allerdings nur als ein kurz und heftig aufloderndes »Strohfeuer« erweisen.

Neuigkeiten und Gerüchte verbreiten sich im Internet tatsächlich »wie ein Lauffeuer«, also wie flacher Bodenbrand, der keine ganzen Häuser, sondern nur trockenes Gras, Laub und abgefallene Äste verheizt und deshalb wirklich in beachtlichem Tempo vorankommt.

Die Feuerprobe aufs Exempel.
Wenn wir jemandem »Feuer unterm Hintern machen« (früher sagte man vornehmer: »Feuer untern Frack«), dann wollen wir, dass er durchstartet wie eine Rakete – beides natürlich nur im übertragenen Sinne!

Wer aber für einen anderen Menschen oder für eine Wahrheit vertrauensvoll »die Hand ins Feuer legt« und vielleicht sogar »durchs Feuer geht«, der spielt auf einen Rechtsbrauch an, der im Mittelalter tatsächlich zu schmerzhaften Brandblasen führen konnte. Damals nämlich verließ man sich gern auf so genannte Gottesurteile, bei denen die Wahrheit durch übernatürliche Zeichen ans Licht kommen sollte: Wenn ein Angeklagter seine Hand eine Weile ins Feuer halten oder über heiße Eisen laufen konnte und sich dabei gar nicht oder nur sehr leicht verletzte, dann verschonte ihn Gottes Glut, weil er unschuldig war.

»Die Feuerprobe bestehen« mussten früher aber nicht nur Menschen, sondern auch Metalle: Schon in der Antike wurde das, was wie Gold glänzte, ins Feuer gelegt, um seine Echtheit und damit seinen Wert und Nutzen zu überprüfen.

Der schlaue Schmied
und seine Eisen.

Eisen dagegen wurde in den Schmieden ins Feuer gehalten, um daraus Waffen und Werkzeuge herzustellen. Besonders effektiv konnte der arbeiten, der gleichzeitig »mehrere Eisen im Feuer« hatte. Falls ihm ein Werk misslang, hatte er gleich das richtig temperierte Material für den nächsten Versuch parat.

Historische Hausfrauen, die ihre Bügeleisen noch auf der Herdplatte erhitzen mussten, kannten diesen Trick ebenfalls und arbeiteten mit mehreren Eisen, die sie austauschen konnten, sobald eines davon beim Bügeln ausgekühlt war.mimu

Illustrationen: Gerrit Hansen