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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Faszination Wissenschaft

Viele Experimente zum Mitmachen und Staunen bei der Phänomenta in Peenemünde.

Wie stellen wir uns eigentlich einen Wissenschaftler vor? Weißer Kittel und wirre Haare? Wissenschaft ist viel mehr als das, und vor allem: Wissenschaft ist nicht nur für Eingeweihte, sondern kann jeden von uns begeistern, wenn sie richtig präsentiert wird. Das belegen nicht nur verschiedene Wissenschaftsshows im Fernsehen, die unterhaltsam die verschiedensten Phänomene vorstellen – und leicht verständlich erklären.

Das gleiche Ziel hat sich auch die Phänomenta in Peenemünde auf Usedom auf ihre Fahnen geschrieben. Gegenüber den Fernsehshows hat sie jedoch einen großen Vorteil: Hier kann jeder nicht nur zuschauen, sondern vor allem mitmachen. Während in anderen Ausstellungen das Anfassen streng verboten ist, ist es hier ausdrücklich erwünscht! Denn viele Phänomene lassen sich am allerbesten dann verstehen, wenn man sie im Sinne des Wortes »begreifen« kann.

Ungebremster Forscherdrang
So sieht und hört man die Besucher der Phänomenta an allen Stationen fleißig ausprobieren, während sie versuchen, hinter die Erklärungen zu kommen. Da wird getastet und geschnuppert, gedreht und gezogen, gerätselt und gewirbelt, bis sich die Balken biegen. Und das darf man getrost wörtlich nehmen!

Doch wer glaubt, die Ausstellung sei nur etwas für Kinder, der kann sich in der 2500 Quadratmeter großen Ausstellung mit weit über 200 naturwissenschaftlichen und physikalischen Phänomenen eines Besseren belehren lassen. Denn seien wir mal ehrlich: Ein kleiner Forscher steckt doch in jedem von uns! Und ein bisschen Verblüffung macht richtig Spaß und ist ein toller Ausgleich zu unserem manchmal doch leider recht nüchternen Alltag.

Verblüffende Experimente
Halten Sie doch einmal den Finger an die leuchtende Plasmascheibe und bewundern Sie das Spektakel, das Sie damit auslösen. Könnten Sie dieses Phänomen auf Anhieb erklären? Wir helfen Ihnen: Unter der Scheibe ist ein Hohlraum, der mit Gas gefüllt ist. Durch Wechselspannung mit hoher Frequenz werden Gas-Ionen in dem elektrischen Feld beschleunigt. Auf ihrem Weg entreißen sie anderen Atomen Elektronen und werden als eine Art »stiller Blitz« sichtbar. Gleitet man nun mit dem Finger über die Glasscheibe, fließen Elektronen über unseren Körper ab. Der Plasmafaden folgt dem Finger, wird dabei auch heller und verteilt sich an der Fingerspitze auf eine größere Fläche. Dieses Phänomen wird auch in Leuchtstoffröhren und Neonreklamen technisch genutzt.

Andere Experimente sind leichter zu durchschauen, stellen aber trotzdem eine große Herausforderung dar. Sie können Ihre Reaktionszeit testen, indem Sie versuchen, zwei fallende Holzstäbe aufzufangen. Die Holzstäbe schieben Sie hierfür mit beiden Händen nach oben durch die Magnethalterung. Dann treten Sie aufs Auslösepedal und versuchen, die fallenden Stäbe möglichst schnell zu greifen. Gar nicht so leicht! Ihre Reaktionszeit können Sie an der Skala hinter den Stäben ablesen. Bei gutem Reaktionsvermögen beträgt die Reaktionszeit 0,15 bis 0,20 Sekunden. Lust auf einen Wettkampf?
Für Verblüffung sorgt unter anderem auch die Lichtmühle, auch genannt »Radiometer«: Sobald Sie die Lampe einschalten, setzt sich wie von Geisterhand das Flügelrad in der Glaskugel in Bewegung. Wer weiß warum? Wir sagen’s Ihnen. Jeder Flügel des Rades hat eine schwarze und eine helle Fläche. Die dunklen Flächen werden durch das Licht erwärmt, wie wir es selbst aus dem Sommer mit dunkler Kleidung kennen. Die Luftmoleküle üben hier nun einen höheren Druck aus und setzen das Rad in Bewegung.

Die Ausstellung der besonderen Art: Phänomenta Peenemünde
Museumsstraße 12
17449 Peenemünde
Telefon (03 83 71) 2 60 66
www.phaenomenta-peenemuende.de

jp

Fotos: Phänomenta Peenemünde (3), Shutterstock (1)