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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Ewiges Licht und ewige Dunkelheit

Eine Welt der Extreme: das Nordkap in Norwegen.

Wer den äußersten Norden Europas bereist, den zieht es immer wieder dorthin, und das gleich aus mehreren Gründen. Da ist die karge Landschaft, die einem Fantasiereich entsprungen scheint; da sind die beeindruckenden Nordlichter, die wie Geistererscheinungen den Himmel illuminieren; und da ist natürlich dieses vermeintliche Gefühl, am Ende der Welt zu stehen.

Jahr für Jahr reisen um die 200 000 Besucher zu diesem fast nördlichsten Punkt Europas. Auch wenn die Landschaft des als Nordkap bezeichneten Schieferplateaus auf der norwegischen Insel Magerova optisch nicht mit den abwechslungsreichen und schönen Fjordlandschaften ringsherum mithalten kann: Kaum einer wird dem Bedürfnis widerstehen, selbst einmal dort, an dem Punkt ganz im Norden, gestanden zu haben.

Nordlichter und Vogelsafari
Die bekannte metallene Erdkugel steht am Rand des 307 Meter hohen Nordkapfelsens und dann kommt nur noch Wasser, viele, viele Kilometer lang. Im Sommer scheint die Sonne fast ununterbrochen von Mitte Mai bis Ende Juli. Sie verschwindet nur ganz kurz hinter der Horizontlinie, um gleich darauf wieder aufzutauchen und den neuen Tag zu beginnen. Richtig dunkel wird es nicht.

Im Winter dagegen will die Nacht über fast zweieinhalb Monate nicht enden. Am 21. Dezember gibt es nur eine kurze Dämmerung von zirka einer Stunde. Gut kann man sich vorstellen, dass die Einwohner der Insel Magerova ein großes Fest feiern, wenn die Sonne endlich wieder über dem Horizont steht. So ein Besuch am Nordkap fällt je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich aus. Während es im Sommer an den langen Tagen bis zu 25 Grad warm werden kann, muss man in den übrigen Jahreszeiten mit deutlich kühlerem und plötzlich umschlagendem Wetter rechnen. Gute und wetterfeste Kleidung ist unbedingt notwendig, zumal die im Winter herrschenden vier Grad minus sich bei Wind deutlich frostiger anfühlen. Wer jetzt kommt, kann sich außer an der zauberhaften Schneelandschaft an den grünlich flackernden oder manchmal auch rötlich scheinenden Polarlichtern erfreuen.

Im Frühjahr erwacht schließlich alles zu neuem Leben und man spürt, dass Tiere und Pflanzen die kurze Zeit nutzen wollen. Millionen Papageientaucher suchen die Insel heim, um zu brüten, und die Rentiere kehren zurück und grasen auf den Weiden.

Gewiss, es gibt in unmittelbarer Nähe noch zwei weitere Punkte, die nördlicher liegen als das Nordkap – hierzu zählt auch die Landzunge Knivsjkellodden. Doch der bedeutungsschwere Name und das Wissen, sich nur noch 2100 Kilometer entfernt vom nördlichen Pol zu befinden, verleihen dem Nordkap seinen unvergleichlichen Reiz.bth

Fotos: Shutterstock (1)