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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Eine steinreiche Gegend

Die Deutsche Edelsteinstraße

Seither haben sich der Idee viele weitere Unternehmen verschrieben. Gastronomen, Einzelhändler, Hoteliers und weitere Dienstleister. Ungefähr 140 Mitglieder hat der Förderverein derzeit in seinen Reihen.

Auf einer Strecke von 48 Kilometern verbindet die Straße jene Orte, die durch das Gewerbe ihren letzten Schliff erhielten. Der kleine Rundkurs erstreckt sich über 30 Kilometer.

Das ist „Nahe-liegend“

Bei einem Besuch der Region führt kein Weg an Idar-Oberstein vorbei. Zwar ist die Stadt nicht das Herz aus, aber doch das Herz vom Stein. Im hier beheimateten Deutschen Edelsteinmuseum sind in über 9000 Exponaten alle weltweit vorkommenden Edelsteinarten zu bewundern. Der Stadtteil Oberstein wartet mit der Edelstein-Erlebniswelt auf. Grotten, Wasserfälle und Brunnen vermitteln das Gefühl und den Mythos der Edelsteingewinnung sehr plastisch.

Ein weiteres Highlight der rheinland-pfälzischen Stadt an der Nahe ist die in eine natürliche Felsnische gesetzte Felsenkirche. Der Legende nach gab der reuegeplagte Wyrich IV. von Daun-Oberstein den Auftrag zum Bau der Kirche, um für einen Brudermord zu sühnen.

Multikulturell und zumeist weniger „blutig“ präsentiert sich die Stadt während des alljährlichen Spießbratenfestes. Eine kulinarische Spezialität, die die Idar-Obersteiner mit dem südamerikanischen Kontinent verbindet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wanderten viele der hiesigen Städter nach Brasilien aus, um dort ihr Glück zu suchen. Und zu finden! 1827 entdeckten sie riesige Achatvorkommen, die nur wenige Jahre später von der daheim gebliebenen Edelsteinverarbeitung in Empfang genommen wurden.

Gute Minen

Tief schürfende Erkenntnisse gewinnt man bei einem Besuch der Edelsteinminen Kaulberg. Nicht zuletzt, weil Hobby-Mineralogen und Sammlern neben dem Zugang zu Europas einzig freigegebenen Edelsteinminen im Schürfstollen auch der Weg zu kleinen Schätzen offen steht. Achate, Amethyste, Jaspis und andere Quarze entdeckt und trägt der Höhlenforscher nach Voranmeldung hier ab. Der Besucherstollen ist jedes Jahr von Mitte März bis Mitte November zugänglich.

Unabhängig davon, welcher Stollen besucht wird, wird man auf jeden Fall um eine Erfahrung reicher. Abgesehen von Fundstücken von eher persönlichem Wert bleibt es wohl auch dabei. 1870 kam die kommerzielle Nutzung aufgrund mangelnder Erträge zum Erliegen.

Zeitweilig still wurde es um das Kupferbergwerk Fischbach. Heute vermitteln sich hier Eindrücke davon, wie die Bergleute im Mittelalter gearbeitet und welch außergewöhnliche Leistungen sie vollbracht haben müssen. Smaragdgrün bis türkisblau schimmernde Wände in bis zu 30 Meter hohen Hohlräumen runden den bisweilen unwirklichen Eindruck ab. Ein besonderes Angebot ist die Weinprobe unter Tage. Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden dringend empfohlen. Für eine Probe der Naheweine können sich Interessenten ab einer Gruppenstärke von zehn Personen aufwärts anmelden.

Zutage gefördert

Neben all dem „Untertainment“ besticht die Region durch ihr facettenreiches Programm. Action während der pyrotechnik-lastigen Karl-May-Festspiele in Mörschied („Winnetou und Old Firehand“), ein feines Gespür auf dem Barfußpfad bei Bad Sobernheim, Zeitwandern auf dem römisch-keltischen Sironaweg und Entspannung bei einer Schiffsfahrt auf der Mosel. Dazu unverfälschte Landschaften, Natur im Wildfreigehege Wildeburg, die Entdeckung des mittelalterlichen Fachwerkstädtchens Herrstein – und die Krönung der neuen Edelsteinkönigin am 5. August im Stadttheater in Idar-Oberstein.

Innere Werte

Äußerst geschätzt ist das Wissen um die Edelsteinverarbeitung. Glücklicherweise aber geben die hiesigen Künstler und Handwerker bereitwillig ihre Geheimnisse preis. In verschiedenen Workshops erhalten Teilnehmer Einblick in die Kunst des Edelsteinschliffs, nehmen „gravierende“ Einschnitte am Edelstein vor oder sie erlernen die Goldschmiedekunst.
Unser Tipp: Wenn Sie bereits Ehepläne schmieden, warum dann nicht auch gleich den passenden Ring dazu? Denn mal ganz ehrlich: Persönlicher und direkter kann man doch gar nicht seines eigenen Glückes Schmied werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.deutsche-edelsteinstrasse.de 

ath

Fotos: Deutsche Edelsteinstraße; Karte: Dwaarslöper