Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Eine Reise in die Welt der Gewürze
Das Gewürzmuseum „Spicys“
Seit 1993 kann man sich für nur 3 Euro Eintritt im 350 qm großen Hamburger Gewürzmuseum „Spicys“ auf eine Reise in die faszinierende Welt der Gewürze begeben. Allein schon der Standort auf einem ehemaligen Speicherboden in einem der früheren Speichergebäude mitten in der Speicherstadt versetzt den Besucher in eine andere Zeit.
Über 900 Exponate aus den vergangenen fünf Jahrhunderten werden im Gewürzmuseum „Spicys“ präsentiert. Von italienischen und französischen Porzellangewürzdosen aus der Jahrhundertwende, alten Speicherstadtwerkzeugen über eine alte Siebmaschine und eine Dosiermaschine bis hin zu Nelkenzigaretten und vielen alten Gewürztüten und -abpackungen gibt es auch einige Gegenstände, deren Zweck oder Funktion sich nicht gleich auf den ersten Blick erschließt.
Porzellandosen, Nelkenzigaretten und Staubabschneider
So erfährt man, dass sich hinter dem Gerät mit der Bezeichnung „Staubabschneider“ eine Maschine verbirgt, die durch Einblasen von Luft und anschließendes Filtern den Staub vom Rohprodukt trennt. Oder die abgenutzte Holzleiter, die sich als Pfefferleiter aus Indonesien entpuppt, wie sie auch heute noch zum Ernten von Pfefferrispen im Ursprungsland eingesetzt wird, oder der alte Walzenstuhl zum Zerkleinern und Granulieren von Gewürzen und Kräutern.
Ein besonderer Hauch Nostalgie kommt aber bei Gegenständen auf, die so bis vor wenigen Jahren noch in Betrieb waren oder teilweise jetzt noch verwendet werden. Da wäre z. B. eine alte Pfeffermühle aus einer Wurstfabrik der DDR, die bis zur Wende im Einsatz war, oder eine alte Gewürzwaage, die in dieser Art bis heute noch bei Gewürzbauern verwendet wird.
Anfassen, riechen und probieren
Es gibt hier aber nicht nur jede Menge rund um die Gewürze zu sehen, sondern auch 50 Gewürze zum Anfassen, Riechen und Probieren. Antike Geräte und Maschinen wie z. B. eine alte Gewürzwaage oder eine alte Siebmaschine sorgen zusätzlich dafür, den Verarbeitungsprozess der verschiedenen Gewürze anschaulicher zu machen. „Wir verstehen uns als ein Erlebnismuseum, das seine Besucher über die Anwendung, Vorratshaltung und Qualität von Gewürzen interessant und umfassend informieren möchte“, erklärt Viola Vierk, die Inhaberin von „Spicys“.
Die älteste Gewürzmühle Hamburgs
Nach 14-jähriger leitender Tätigkeit im internationalen Gewürzhandel wollte sie durch frische Impulse neue Wege für das Gewürzgeschäft eröffnen. So entstand die Idee, ihre umfassenden Kenntnisse und die zahlreichen Mitbringsel von verschiedenen Reisen durch die Eröffnung eines Gewürzmuseums auch anderen zugänglich zu machen.
Durch ihre vielfältigen Kontakte zur Gewürzbranche gelangte sie zusätzlich in den Besitz von ausgemusterten Gegenständen und alten Maschinen von verschiedenen Gewürzfirmen. Andere Exponate stammen von einer ihrer vielen Reisen oder sind Spenden aus Privatbesitz. Ihr persönliches Lieblingsexponat und Highlight der Sammlung ist der beeindruckende Teil eines alten Stampfwerkes aus einer der ältesten Gewürzmühlen im Hamburger Stadtteil Eilbek, die noch bis Oktober 1998 in Betrieb war. Auf diese Weise erzählen die alten Maschinen und Gegenstände ihre jeweils ganz eigene Geschichte und vermitteln einen Eindruck, wie aufwändig manchmal die Verarbeitung der einzelnen Gewürze ist und warum einige bis heute noch so kostbar sind.
So wertvoll wie Gold
Das Gewürz, das man auch heute noch in Gold aufwiegen kann, ist Safran. Ein Kilo Safran kostet 10 000 Euro und ist damit das teuerste Gewürz der Welt. Wenn man allerdings die mühsame Handarbeit bei der Ernte bedenkt – für 1 kg Safran benötigt man 100 000 bis 150 000 handgezupfte Blüten –, erhält dieser hohe Preis seine Berechtigung. Neben Safran werden aber auch einige andere wichtige Gewürze wie Zimt, Vanille, Nelken und Pfeffer ausführlich vorgestellt: Große Fotoschautafeln zeigen, wie eigentlich die Pflanzen aussehen, aus denen später die Gewürze gewonnen werden und erzählen vom Herkunftsland, dem Anbau, der Ernte und der weiteren Verarbeitung.
Neben der laufenden Ausstellung sorgt „Spicys“ mit vier Sonderausstellungen pro Jahr rund um das Thema Gewürze und mit zahlreichen Sonderaktionen wie z. B. dem alljährlichen Adventsbacken mit einer alteingesessenen Konditorei dafür, dass eine Reise in die Welt der Gewürze immer ein Abenteuer bleibt.







