Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Eine Hafenstadt im Wandel
Die Hamburger HafenCity lockt mit vielen Attraktionen
Als jahrhundertealte Hansestadt spielt Hamburg schon lange eine wichtige Rolle. Der entscheidende Erfolgsfaktor der Metropole ist ihr Hafen, Hamburgs „Tor zur Welt“. Stadt und Hafen bilden schon seit jeher in ihrer Entwicklungsgeschichte eine Symbiose.
Bestes Beispiel dafür ist das aktuelle Projekt „ Hamburger HafenCity“.
Wohnen und Arbeiten am Wasser
Durch eine schrittweise Umstrukturierung von ca. 155 ha Hafenfläche entstehen an den ehemaligen Kai-Anlagen von Sandtor-, Grasbrook- und Baakenhafen Wohnungen für ungefähr 10 000 bis 12 000 Bewohner und ein Areal für bis zu 40 000 Arbeitsplätze. Das neue Stadtviertel in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und zum Hauptbahnhof lockt mit einer metropolitanen Mischung aus Wohnen, Kultur, Handel, Gewerbe, Freizeit und Tourismus. Selbst vor der inzwischen über 100 Jahre alten und denkmalgeschützten Speicherstadt, dem mit 500 000 qm weltgrößten zusammenhängenden Speicherhauskomplex, macht der Umnutzungstrend nicht halt.
Von der Viehweide zum modernen Hafen
Der Grasbrookhafen, das Gebiet, auf dem die HafenCity entsteht, war bis zum Ende des 16. Jahrhunderts sumpfiges Vorland und wurde als Viehweide und Richtstätte genutzt. Eine von 1616 bis 1625 neu errichtete Wallanlage bezog einen Teil des Grasbrooks mit in das befestigte Stadtgebiet ein und es entstanden Wohnmöglichkeiten für Hafenarbeiter und Handwerker.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts führte die Industrialisierung zu einem umfassenden Ausbau des Grasbrookhafens, doch diese Mischung aus Wohnen und Arbeiten wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch die Errichtung der Speicherstadt zerstört. Erst gut 100 Jahre später bot sich durch die Verlagerung des Umschlaggeschäftes in die modernen Anlagen südlich der Elbe für Hamburg die Möglichkeit, das verlorene Areal wieder in die Innenstadt einzugliedern, ohne dadurch die wirtschaftlichen Interessen des Hafens zu beeinträchtigen.
Maritime Erlebniswelt
An der Ostseite des Sandtorhafens, Hamburgs ältestem Hafenbecken, wurde am 11. und 12. Juni 2005 bereits der erste öffentliche Stadtraum der HafenCity mit dem vielversprechenden Namen Magellan-Terrassen eingeweiht.
Das Herzstück der HafenCity soll das „Überseequartier“ bilden. Auf 270 000 qm ist dort neben Geschäften, Büros, Wohnungen, Gastronomie und Hotels eine „maritime Erlebniswelt“ geplant, die mit zahlreichen Kultur- und Freizeitangeboten ausgestattet sein wird.
Glaspalast mit Aussicht
Als Signal für die HafenCity und neues Wahrzeichen von Hamburg soll das groß angelegte Kulturprojekt „Elbphilharmonie“ bis 2009 auf dem Dach des Kaispeichers A realisiert werden. Der geplante gläserne Aufbau soll durch seine eigenwillige Architektur sowohl von innen als auch von außen beeindrucken. Neben zwei Konzertsälen, die die eigentliche Elbphilharmonie bilden, bietet das Gebäude noch Platz für ein Hotel, ein Parkhaus, Apartments, Restaurants und eine Plaza mit einer einzigartigen Aussicht.
Mit der Schaffung von Erlebniswelten in unmittelbarer Nähe zum Wasser reiht sich Hamburg ein in den stadtgeografischen Nutzungswandel alter Hafenanlagen, wie es sie in Form der Fishermans Warf in San Francisco, der Docklands in London oder der Waterfront in Kapstadt bereits gibt.





