Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
Meine Gesundheitsapotheke
Eigene und fremde Welten erkunden
Internationaler Museumstag
Unter dem Motto „Museen und gesellschaftlicher Wandel“ findet am Sonntag, den 18. Mai 2008, bundesweit der 31. Internationale Museumstag statt.
Allein in Deutschland gibt es weit über 6000 Museen, die interessante Einblicke in verschiedenste Bereiche gestatten. Und das natürlich nicht nur an diesem Tag.
Anliegen des seit 1977 alljährlich vom Internationalen Museumsrat (ICOM, International Council of Museums) ausgerufenen Museumstages ist es, auf die Bedeutung und die thematische Vielfalt der Museumsarbeit aufmerksam zu machen. Sonderführungen, freier oder ermäßigter Eintritt, Museumsfeste, lange Museumsnächte, Workshops, Wettbewerbe oder ein Blick hinter die Kulissen laden die Besucher ein, die Schätze in ihren regionalen Einrichtungen zu erkunden.
In jeder Region und Dimension
Von den großen, weltbekannten Institutionen bis hin zum kleinen Heimatmuseum öffnen am Internationalen Museumstag fast alle deutschen Sammlungen ihre Türen. Das Kleine Angelner Dorfmuseum in Bönstrup/Schleswig-Holstein, das zu einem Museumsquiz auf den Spuren der Dorfgeschichte einlädt, ebenso wie das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München, in dem man am Museumstag lernen kann, seinen eigenen Namen in Hieroglyphen auf echtem Papyrus zu schreiben.
Die Veränderung bewahren
„Weggschmissen wird nex“ heißt die Ausstellung, die nun im Schwäbischen Schnapsmuseum in Bönnigheim zu sehen ist. Nach dieser Devise wird nicht etwa eine Grundmaxime der Museumsarbeit vorgestellt, sondern der Einfallsreichtum, mit dem früher in Notzeiten Kaputtes repariert und umgenutzt wurde.
Auch andere Veranstaltungen zeigen sich dem diesjährigen Motto „Museen und gesellschaftlicher Wandel“ eng verpflichtet. So zum Beispiel die Sonderausstellung „Heimat im Koffer – Flüchtlinge und Vertriebene in der Nachkriegszeit“, zu der das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm mit freiem Eintritt einlädt, oder die Sonderausstellung „Haushaltstechnik Made in DDR“, die am Museumstag in den Heimatstuben Fürstenwerder in Brandenburg eröffnet wird.
Naturkunde? Geschichte? Kunst? Oder Technik? Ganz nach Interesse!
Insgesamt gesehen aber ist das Themenspektrum schier unerschöpflich. Im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover etwa reicht das Programm von den Urzeitechsen Allosaurus, Velociraptor & Co. über die Entwicklung des Langbogens bis hin zu Bildern aus dem Leben des Künstlerpaares Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn.
Das Museum Kolonistenhof in Großderschau/Brandenburg feiert ein Kornfest, bei dem alte Getreidesorten vorgestellt werden. In der Heinrich-Schliemann-Gedenkstätte in Neubukow/Mecklenburg-Vorpommern erfährt man mehr über den Familienstammbaum des berühmten Archäologen, im Büromaschinenmuseum Barsbüttel (Kreis Stormarn bei Hamburg) dagegen wird der Weg von der ersten Magnetplatte bis zur heutigen Festplatte aufgezeigt.
Erlebnisse für Augen und Ohren
Während sich die Besucher des Urweltmuseums Aalen (bei Stuttgart) daranmachen, Abgüsse von Fossilien aus der Jurazeit selbst herzustellen, erklingt im Mozarthaus Augsburg die Kammermusik schwäbischer Komponisten aus der Zeit Leopold Mozarts, und in Schillers Geburtshaus in Marbach kann man ganztägig die Filmvorführung „Schiller erzählt sein Leben“ besuchen.
In der Kieler Medizin- und Pharmazie-historischen Sammlung der Christian-Albrechts-Universität können Interessierte sich Seh- oder Hörtests mit historischen Geräten unterziehen und im Schulmuseum des Bezirks Unterfranken in Aschach sogar an einem historischen Schulunterricht teilnehmen.
Auch fürs Flirten gibt die Geschichte gute Tipps!
Das Museum im Schloss Bad Pyrmont in Niedersachsen lädt in Verbindung mit der Ausstellung „Königin Emma der Niederlande – König auf Brautschau“ dazu ein, die verschiedenen Möglichkeiten, sich kennenzulernen, zu diskutieren und zu erproben. Wie gut klappts per Brief oder Postkarte, Kontaktanzeige oder Flirt-Chat?
Das Deutsche Meeresmuseum und das Kulturhistorische Museum in Stralsund dagegen wenden sich an eine andere Zielgruppe. Beide Häuser werden am 18. Mai – mit vielen Mitmachaktionen und freiem Eintritt– „in Kinderhand“ übergeben.
Haben Sie noch Fragen?
Im Internet finden Sie unter www.museumstag.de einen Überblick zu allen Museumsaktionen, die für den 18. Mai 2008 geplant sind. Der Internationale Museumstag steht in Deutschland unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Bundesrates und Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust. Das Projekt wird von zahlreichen Stiftungen und Verbänden der Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt.
mimu






