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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Dieses Weihnachtsfest steht unter vielen guten Sternen

Die Schlosskirche Schwerin sucht Stern-Paten

Wie oft schon haben wir unseren Blick in den Nachthimmel gerichtet, zu den Sternen aufgeschaut und uns gefragt, ob es irgendwo dort draußen anderes Leben gibt. Selbst den Sinn und Zweck unseres eigenen Daseins haben wir angesichts dieser galaktischen Dimensionen immer wieder hinterfragt.

Manche wollen anhand ihres Standes das sehen, was einmal werden soll. Und manchmal, so wie in diesem Fall, liegt in ihnen auch tatsächlich ein Stück Zukunft. Aber der Blick in die Sterne entführt uns nicht immer in die Weiten des Universums. Dieses Mal reicht es, wenn wir nach Mecklenburg-Vorpommern schauen. Auch dort hat man Weitsicht bewiesen und eine Aktion der eher ungewöhnlichen Art ins Leben gerufen.

Die Sterne stehen günstig

Unter dem Motto „Kauf Dir Deinen Stern vom Himmel – 8758 Sterne suchen einen Paten“ werden seit Mitte Juni dieses Jahres die das Deckengewölbe der Schweriner Schlosskirche zierenden Sterne veräußert. Diese Spenden stellen eine wichtige Säule in dem auf insgesamt 4,6 Millionen Euro veranschlagten Restaurationsfond dar. Ausgedacht haben sich diese Aktion das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Verein der Freunde des Schlosses e. V. und die Schlosskirchengemeinde Schwerin.

Welch günstige Gelegenheit für uns Männer, der Liebsten wenn schon nicht die Sterne vom Himmel, dann doch zumindest von der Decke zu holen. Und es ist ganz einfach. Bereits mit 50 Euro wird man zum Sternenhüter. Wunsch­sterne und Gemeinschaftssterne sind ab 150 Euro zu haben. Und wer gar mehr als 500 Euro zu spenden bereit ist, der wird auf einer im Schloss aufgestellten Spendentafel namentlich genannt. Alle Paten erhalten ihr persönliches Sternen-Zertifikat und finden auf Wunsch im Internet oder in der Patenrolle Erwähnung.

Die Vergangenheit braucht Zukunft

Die Kirche entstand zwischen 1560 und 1563 auf Initiative von Herzog Johann Albrecht I. Sie war die erste protestantisch gebaute Kirche Norddeutschlands. Erbaut wurde sie nach lutheranischem, bescheidenem Vorbild. In der Mitte des 19. Jahrhunderts aber war man der reformatorischen Schlichtheit überdrüssig geworden. Die einstige Schlosskapelle wurde um einen neugotischen Chor erweitert, der vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner entworfen wurde. Prächtige Glasfenster wurden eingesetzt, prunkvolle Gemälde aufgehängt und das Deckengewölbe erhielt eine goldene Sternendekoration auf blauem Grund.

Doch auch an den schönsten Kulturschätzen nagt der Zahn der Zeit. Heute ist es nur einem über dem Kirchenschiff gelegenen Stockwerk zu verdanken, dass sich durch die Risse in der Decke nicht einige echte Sterne zu ihren künstlich geschaffenen Verwandten gesellen. Noch aber verhindert ein Gerüst den Ausblick auf die Himmelsgewölbe. Seinem Stern kommt man aber dennoch ganz nah, das Gerüst ist begehbar.

Rendezvous mit der Geschichte

Am 2. Oktober dieses Jahres lud man zur ersten „Dankeschön-Führung“ ein. Diesem Ruf folgten viele interessierte Paten aus dem ganzen Land. Um dem großen Andrang gerecht zu werden, wurden drei Führungen unternommen. Außerdem gab es zu Ehren der Gäste ein halbstündiges Orgelkonzert. An einer weiteren Dankeschön-Führung wird fieberhaft gearbeitet. Ein genauer Termin aber steht noch nicht fest.

Immer einen Besuch wert

Ob Kultur oder Natur – die Besucher Schwerins kommen voll auf ihre Kosten. In unmittelbarer Nähe verzückt die Schweriner Seenlandschaft. Diese haben wir dem Schmelzwasser der letzten Eiszeit zu verdanken. Heute bietet sie vielen bedrohten Arten Unterschlupf. See- und Fischadler, Eisvögel, Weißstörche, Kraniche, Milane, Fischotter und Biber finden in der unberührten Landschaft beste Lebensbedingungen vor. Hervorzuheben sind die Naturschutzgebiete Dambecker Seen, Döpe, Warnowtal und die Insel Kaninchenwerder.

In Schwerin selbst lohnt ein Besuch der Gemäldegalerie des Staatlichen Museums. Eine der größten Sammlungen niederländischer Künstler (Breughel, Rembrandt, Rubens u. a.) sowie Malereien und Plastiken des 18. bis 20. Jahrhunderts (Gainsborough, Caspar David Friedrich) sind hier ausgestellt.

Das Mecklenburgische Staatstheater zieht mit seiner Mischung aus Ballett, Musik und Schauspiel jedes Jahr über 240 000 Kulturfreunde in die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Ein besonderes kulturelles Highlight sind die Operninszenierungen der Schlossfestspiele Schwerin. Den märchenhaften Rahmen für diese bildet das um den Schweriner Alten Garten gelegene Architektur-Ensemble, bestehend aus dem Staatstheater, dem Staatlichen Museum und dem Schweriner Schloss.

Natürlich hat Schwerin noch weit mehr zu bieten – anzumerken bleibt aber nur noch eines: Lassen Sie Weihnachten einen guten Stern aufgehen – Ihren Stern!

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie hier:
Landtag Mecklenburg-Vorpommern
– Pressestelle –
Schloss, Lennéstraße 1
19053 Schwerin
Telefon: (03 85) 52 52-1 49
Fax: (0385) 52 52-6 16
Pressestelle@Landtag-MV.de

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Fotos: Jörn Lehmann / Landesamt für Denkmalpflege / A. Bötefür