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"Die Welt, mein König, ist kein Märchen."
Das Musical „Ludwig²“ im Festspielhaus Neuschwanstein bietet große Gefühle und viel Dramatik
Der Märchenkönig im Märchenschloss? Zwar sind die Schlösser, die Ludwig II. während seiner Regentschaft von 1864 bis zu seinem Tod 1886 bauen ließ, in der Tat wahre Märchenschlösser, doch das Leben des Königs selbst war alles andere als märchenhaft.
Ganz im Gegenteil, die spannende Biografie des 1845 geborenen späteren Königs von Bayern voller Tragik und Intrigen lässt jede Seifenoper blass und farblos aussehen, und das ist wohl auch einer der Gründe für den großen Erfolg des Musicals, welches seit 2005 zahlreiche musicalbegeisterte Zuschauer vor die malerische Originalkulisse der Allgäuer Alpen und des Schlosses Neuschwanstein lockt.
Ein Schöngeist als Staatsoberhaupt
Ludwig war ein Mann mit zwei Gesichtern. Kaum eine andere historische Persönlichkeit hat so sehr die Gegensätze des Lebens vereint wie er. Als Staatsoberhaupt schickte er seine Truppen in den Krieg, wenn auch gegen seinen eigenen Willen. Als Schöngeist war er ein friedliebender Individualist und ein zu Lebzeiten verkannter Vordenker. Nach außen hin repräsentierte er Kunst, Poesie und Schönheit, doch unter der Oberfläche war er geprägt von Zweifel, Einsamkeit und Not. Selbst heute noch ist man sich nicht einig, wie Persönlichkeit und Lebensleistung dieses Ausnahmemonarchen zu beurteilen sind.
Schon in der Kindheit trat der Zwiespalt zwischen dem Willen des Kindes und den Anforderungen des Amtes deutlich zutage. Das geliebte Kindermädchen Sybille Meilhaus wird durch einen männlichen Erzieher ersetzt, als Ludwig sieben Jahre alt ist, und doch verehrt er sie sein Leben lang und hält stets den Kontakt. Sie ist es auch, die den jungen Prinzen mit der Welt Richard Wagners bekannt macht und Ludwig so seinen Helden Lohengrin schenkt.
Die Begeisterung für Richard Wagner hält an. Der sehnliche Wunsch nach einem persönlichen Kennenlernen erfüllt sich im Jahr 1864, knapp zwei Monate nach der unerwartet frühen Thronbesteigung des 18-jährigen Monarchen. Trotz des Missfallens einiger Personen am Hofe entwickelt sich ein intensiver Umgang, in dessen Verlauf der junge König dem Künstler große Geldsummen zur Verfügung stellt, damit dieser seine Werke vollenden kann.
Die Bedrängnis des Staatsmannes
Als glühender Verehrer der Künste lehnt Ludwig
Kriege als Mittel zur Konfliktlösung strikt ab, kann diese Einstellung jedoch nicht gegen die zahlreichen Widerstände durchhalten. Aufgrund des Bündnisses zwischen Bayern und Österreich ist er gezwungen, im Jahr 1866 die Mobilisierung der bayerischen Armee gegen Preußen anzuordnen. Dieser von ihm gehasste Krieg stürzt ihn in eine tiefe innere Bedrängnis und führt beinahe zu seiner Abdankung. Auch die Reichsgründung im Jahr 1871 wird zur Probe für den bayerischen König. Wieder zwingt ihn ein Bündnis, gegen seinen Willen in den Krieg zu ziehen, in dessen Anschluss von ihm erwartet wird, dem preußischen König die deutsche Kaiserkrone anzubieten. Er empfindet dies als entwürdigend, hat jedoch keine Wahl. Der Ernennung des Kaisers im Spiegelsaal von Versailles bleibt er jedoch fern.
Die Visionen des Künstlers
Schon als junger König stürzt sich Ludwig mit Feuereifer in die Arbeit und fragt sich immer wieder, wie sein Vater wohl gehandelt hätte. Die anfängliche Euphorie kann er jedoch aufgrund zahlreicher Widerstände nicht lange durchhalten. Trotz allem bleibt er stets bemüht, soziale und technische Neuerungen umzusetzen.
Seine friedliebende Haltung ist manchen seiner Zeitgenossen ein steter Dorn im Auge, weshalb auch wiederholt seine Absetzung angestrebt wird. Im Juni 1886 wird Ludwig II., König von Bayern, schließlich aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens entmündigt. Die zweifelhafte Diagnose lautet: paranoid. Aus heutiger medizinischer Sicht ist dieses Gutachten nicht mehr haltbar. Kurz darauf stirbt er unter bis heute ungeklärten Umständen nach einem Spaziergang mit seinem Arzt im Starnberger See. Ausgehend vom Spaziergang mit seinem Psychiater Doktor
Gudden, entwickelt das Musical in Rückblenden die Lebensgeschichte Ludwigs II. von Bayern mit viel musikalischem Pomp, grandiosen Kostümen und einer beeindruckenden Bühnenshow.
Tickethotline:
(0 18 05) 13 11 32 (12 Ct./Min.)
www.ludwig2musical.de
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