Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Die Insel der Vulkane
Wo die Ursprünglichkeit noch atemberaubend ist: Island.
Eine Welt voller Naturwunder findet sich im nordatlantischen Ozean, rund 850 Kilometer vor den Küsten Schottlands und Norwegens. Und nur 300 Kilometer weiter ruht Grönland als Bastion des Polarkreises. Keine Frage: Island übt auf Abenteurer, Hobby- und Profi-Geologen sowie Naturkundler gleichermaßen eine magische Anziehungskraft aus, die nicht allein mit den Gedanken an die Wikinger und die vulkanischen Erscheinungen zu erklären ist.
Bereits am Flughafen von Keflavik, dem Zentrum der meisten Personen- und Frachtflüge von und nach Island, begrüßt die Bronzefigur von Leif Eriksson, dem berühmtesten Sohn des Landes, die mitunter nur spärlich eintrudelnden Besucher der Insel.
Der berühmteste Sohn
Edel gekleidet, mit einer stattlichen Figur gesegnet und einem gesteigertem Selbstbewusstsein für das mitunter ruppige Leben der Nordmänner gerüstet, hält der 960 nach Christus geborene Volksheld eine Streitaxt fest an seiner Seite. Der Kämpfer, der nach alter Sitte von einem Gefangenen seines Vaters Eric dem Roten erzogen worden war, profitierte sein Leben lang von einer guten Ausbildung. Lesen, Schreiben, Fremdsprachen und Kenntnisse der Handelslehre ebneten ihm den Weg zum späteren Ruhm.
Nach der Verbannung seines Vaters verließ auch Leif Eriksson Island, siedelte mit seiner Familie nach Grönland um und unternahm als Verfechter des Christentums erfolgreiche Entdeckungsfahrten nach Nordamerika. Dort erinnert man sich alljährlich am 9. Oktober im Rahmen des »Leif Erikson Day« an die einflussreiche Rolle des »nordischen Amerikaners«. Island schaut nicht ohne Grund mit Stolz auf die Geschichte seines größten Sohnes zurück.
Götter- und Heldenlieder
Eine der ausführlichsten Schilderungen der isländischen Vergangenheit findet sich in der Historia Gentibus Septentrionalibus, der Geschichte der nordischen Völker, die 1555 vom schwedischen Bischof Olaus Magnus in Rom veröffentlicht wurde. Schon Jahrhunderte vor ihm hatte sich der deutsche Geistliche Adam von Bremen als Verfasser der ersten Islandbeschreibungen hervorgetan. Darüber hinaus berichten etwa 30 Sagas (altisländische Prosaerzählungen) sowie die Götter- und Heldenlieder der Edda an die Urahnen der heutigen Einwohner.
Und das Interesse an der isländischen Kultur nahm mit der Zeit stetig zu. Schon immer besaß die Erzählkunst auf Island einen hohen Stellenwert. Der Stolz auf berühmte Schriftsteller wie Halldor Laxness oder Gunnar Gunnarson ist ungebrochen. Sagen der Vergangenheit und packende Erzählungen halten Islands reiche und bewegte Geschichte am Leben. Und das historische Kulturgut ist im Angebot des isländischen Fremdenverkehrs fest verankert.
Die Allmacht der Natur
Vor allem die eindrucksvolle Natur erhielt in den Überlieferungen eine breite Plattform. Sogar Seeungeheuer reicherten die Fantasie der Literaten und ihrer Leser immer wieder an. Später diente Island aufgrund seiner besonderen Ursprünglichkeit vor allem den Geologen als kostbares Forschungsareal. Nur an wenigen Stellen wäre die Entstehung der Erde so eindrucksvoll nachzuvollziehen wie auf Island, so lautet die einhellige Meinung. Wasserfälle riesigen Ausmaßes, eruptierende Quellen und Vulkane tauchen immer wieder auf, wenn es darum geht, Touristen für einen Besuch Islands zu gewinnen.
Der Fremdenverkehr war noch vor wenigen Jahrzehnten als Erwerbszweig kaum vorhanden. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert, denn jede Region ist darum bemüht, im Sinne des kulturorientierten Tourismus den besonderen Charakter der eigenen Umgebung ins rechte Licht zu rücken. Unzählige Besucher erschließen die Insel auf eigene Faust, viele Naturwunder sind dabei nur mit einem robusten Geländewagen zu erreichen.
Der »Goldene Kreis«
Als »Goldener Kreis« werden die drei Naturwunder Thingvellir, Geysir und Gullfoss bezeichnet, denn der südwestliche Landesteil unweit der Hauptstadt Reykjavik bietet dem Besucher Beindruckendes. Der Nationalpark Thingvellir ist eine wildromantische Gegend, in der 930 das erste gemeinsame Parlament, das Althing, zusammentrat und quasi die Gründung des isländischen Staates beschloss.
An diesem mystischen Ort reiben auch die eurasische und die nordamerikanische Erdplatte aneinander. Eine beliebte Ausflugsroute führt die Besucher zum nahe gelegenen Geysir und zum Gullfoss. Auf dieser Strecke lernt man das bekannteste Thermalgebiet Islands kennen. Der Gullfoss liegt am Rande des Hochlandes und ist ein imposanter Wasserfall, der sich beeindruckend in das Bergmassiv eingegraben hat.
Die »Blaue Lagune«
Bei Grindavik, unweit des internationalen Flughafens Keflavik, liegt die »Blaue Lagune«, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Island. Die »Blaue Lagune« ist eine Lavasenke, ein weltweit einmaliges Naturphänomen und ein einzigartiges Ökosystem in einem. Das Eintauchen in das stark salzhaltige Wasser ist bei sauberer und kühler isländischer Luft sowie hellem Himmel ein umwerfendes Erlebnis, das man nicht so schnell wieder vergisst. Darüber hinaus bildet ein Besuch der »Blauen Lagune« den perfekten Ausklang erlebnisreicher Tage auf Island. nawe







