Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Der Norden ist im Bild
Das Künstlermuseum Heikendorf – Kieler Förde
Die Region an der Kieler Förde hat viele bedeutende Künstler hervorgebracht und inspiriert.
Ein eigenes Museum stellt ihre Werke in den Vordergrund und zeigt
norddeutsche Variationen von Land und Leuten.
Das Künstlermuseum wurde im September 2000 gegründet und hat sein Quartier im ehemaligen Atelier und Wohnhaus des Malers Heinrich Blunck (1891 – 1963) gefunden. Der historische zweigeschossige Ziegelbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde grundlegend saniert und in seiner geschichtsträchtigen Substanz erhalten.
Zur Eröffnung des Museums konnte auch die neu errichtete Ausstellungshalle für die Besucher freigegeben werden, so dass den Gemälden und Plastiken genug Raum gegeben werden kann.
Vom Künstler-Heim zum Heim für Kunst
Das Museum befindet sich in privater Trägerschaft der Heinrich-Blunck-Stiftung und wird von zwei Fördervereinen und 25 ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Die coop eG steuerte in diesem Jahr eine Spende von 1500 Euro bei.
Jährlich finden hier vier bis fünf Sonderausstellungen mit namhaften Künstlern und Künstlergruppen statt.
Nord-Licht-Gestalten
An dieser authentischen Stätte kann der Besucher nun die regionale Geschichte der Malerei vom norddeutschen Impressionismus bis zum späten Expressionismus nachvollziehen, die in der einstigen Heikendorfer Künstlerkolonie geschaffen wurde.
Neben Heinrich Blunck gehört zu diesem Kreis auch sein Lehrer Georg Burmester (1864 – 1936), der ab 1912 sogar Professor an der Akademie für Bildende Künste in Kassel war. Aus dem Ortsteil Neuheikendorf stammt beispielsweise der Maler Rudolf Behrend (1895 – 1979). Ihn verband eine enge Freundschaft mit Werner Lange (1888 – – – 1955), der an der renommierten Kieler Muthesius-Kunsthochschule Akt und Naturstudien lehrte. Durch seine exquisiten Farbholzschnitte bekannt wurde der Grafiker Oscar Droege (1898 – 1983), der später in Hamburg sein Atelier hatte. Die Bildhauerin Karin Hertz (*1921) gehörte schon früh selbst zu den Bewunderern Droeges und schloss sich der Kolonie an.
Fest verwurzelt
Noch bis zum 19. November sind die Werke der Künstlerin Frauke Gloyer (*1961) ein Schwerpunkt des Künstlermuseums Heikendorf – Kieler Förde. Die leidenschaftliche Norddeutsche hängt mit ganzem Herzen an der Westküste und lebt heute in Niebüll. Erstmals im Kieler Raum kann man nun anhand ihrer Landschaften, ruhigen Stillleben und den genau beobachteten Figurenstudien und Porträts ihre große künstlerische Vielfalt nachvollziehen.
Die „norddeutsche Realistin“ arbeitet fast ausschließlich im Freien und hat dabei stets ein genaues Auge auf kleine, typische Details, die sie mit einer differenzierten Palette meist in kleine Querformate bannt: Landestypische Architektur, charakteristisches Baumaterial, verschiedene Fensterformen oder vermeintlich unbedeutende Türklinken haben in ihren Bildern einen besonderen Platz und spiegeln die große Verbundenheit zu ihrer Heimat wider. Auch beim ortsfremden Betrachter wird durch die Bilder von Frauke Gloyer so ein lebendiges Gefühl für den rauen Norden geweckt.
Tuet Muße
Neben den Ausstellungsräumen hat das Künstlermuseum auch unter freiem Himmel noch einige sehenswerte Impressionen zu bieten, die dem Kunst-, aber auch dem Naturliebhaber Freude bereiten. Der farbenfrohe Garten mit seinen mehr als 200 Pflanzensorten macht das Künstlermuseum zu einem Ort der Muße. Besonders im Sommer, wenn die meisten Blumen in voller Blüte stehen und den Betrachter mit einem Farbenrausch und süßen Düften umspielen, ist das Museum selbst eine neue Quelle für künstlerische Inspiration. Zusätzlich gibt es Führungen, die Flora und Fauna des Gartens genauer erläutern. Auch einige Bronzen der bis heute arbeitenden Künstlerin Karin Hertz –
wie beispielsweise „Die Lesende“ – fanden ihren Platz im Garten.
In der Lithografiewerkstatt im Erdgeschoss des Atelier-Hauses wird an einigen Terminen im Jahr wieder auf der ca. 100 Jahre alten Steindruckpresse Heinrich Bluncks gedruckt, so dass die Besucher auch heute noch hautnah dabei sein können, wenn hier Kunst entsteht.flo
Weitere Informationen unter
www.museen-nord.de








