Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Der moderne Zauberlehrling
Interessante Berufe: Entertainer
Was macht der Zauberlehrling eigentlich heute? Nun, erwachsen ist er geworden, relativ gesehen, und er vereint die Jobs eines Zauberers, eines Lehrers und eines Entertainers in einer Person.
Mit bürgerlichem Namen heißt er Jan Martensen, und wenn ich unter normalen Umständen von jemandem spreche, der einen Clown gefrühstückt zu haben scheint, so geschieht dies aus einer eher entnervten Haltung heraus.
Wenn ich aber in seinem Falle von jemandem spreche, der am „All-Clowns-you-can-eat-Buffet“ mächtig zugeschlagen hat, dann nur, weil mir sein Auftreten imponiert hat. Seine ungezwungene, geradezu verspielte Art weckt den Eindruck, selbst die angespanntesten Situationen entschärfen und trübe Momente im Nu aufhellen zu können. Dort bereits setzt seine Magie ein.
Im Zeichen des Kaninchens geboren
Zu schade nur, dass dieser Text nicht auch Gestik, Mimik und Betonung einfangen kann, sonst würde die Pointierung des bald 27-Jährigen (Geburtstag am 25. 10.) noch besser zur Geltung kommen. Geboren wurde er in Preetz und aufgewachsen ist er in Kronshagen, beides liegt im Großraum Kiel. Sein Studium der Fächer Deutsch und Geschichte auf Realschullehramt hat er konsequent zu Ende geführt, allerdings widmet er sich derzeit hauptberuflich seiner großen Passion, der Magie bzw. dem Entertainment!
Schon als junger Knirps von neun Jahren kam er damit erstmals bewusst in Berührung, als er in einem niederländischen Vergnügungspark der Vorstellung eines Unterhaltungskünstlers beiwohnte. Seine Vorbilder heute heißen Gaetan Bloom und Kevin James. Vorbilder deshalb, weil sie seiner Meinung nach irrwitzige Tricks entwickelt haben, und die Schwerpunkte ihrer Shows auf der Interaktion mit dem Publikum und dem Strapazieren des Zwerchfells liegen.
Immer eine gute Magie
Sprechzauberei nennt man diese Richtung, der auch er nachgeht. Das genaue Gegenteil davon sind die wortkargen Kollegen, die mit ausgeklügelten Choreographien, mystischem Gebaren und gewaltigen Pyro- sowie anderen Showeffekten arbeiten. Geradezu spartanisch mutet dagegen sein Auftritt an. Ein Mann mit Koffer – und im Gepäck viele Worte!
So erheitert und verzaubert er während seiner Show die Zuschauer. Erste Bühnenerfahrung sammelte er im Alter von dreizehn Jahren, später finanzierte er sich über diesen Weg sein Studium.
Die Fähigkeit zu begeistern vermittelt er auch gerne weiter. So gibt er Zauberkurse für Kinder, hält aber auch Seminare für Erwachsene. Viel Herzblut fließt auch in den 2001 von ihm ins Leben gerufenen und seither von ihm geführten Kinderzirkus „O“ ein, in dem er seine 18 Schützlinge all das machen lässt, wofür er sich selbst zu alt erachtet. Und dessen Besuch schon allein deshalb lohnen dürfte, um herauszufinden, was das wohl sein mag.
Kein Ende mit Schrecken
Ein ganz besonderes Kunststück ist ihm gemeinsam mit drei Freunden gelungen: die Verknüpfung von Beruflichem und Privatem! Gemeinsam mit Ina und Holger Schliemann (Nachfahren des Troja-Entdeckers) sowie Carsten Föhrweißer entwickelt er seit 2002 Konzepte für Events der Villa Fernsicht (in Raisdorf bei Kiel). Darunter fallen solche Attraktionen wie zum Beispiel Halloween-Nächte.
Und weil insbesondere diese vom Publikum gut angenommen wurden, macht man in diesem Jahr daraus erstmals die Gruselwochen. Vom 3. Oktober bis zum 18. November befindet sich der Besucher „Im Bann des Rhakan“. In dieser Zeit ist sein ganzes schauspielerisches Talent gefragt, denn hier schlüpft Jan in die Rolle des „Wächters“, eines Untoten, der die Seiten gewechselt und ein Unternehmen zur Geisterjagd gegründet hat.
Wagemutige Besucher werden zu Azubis dieses fiktiven Unternehmens, und von den skurrilsten Charakteren durch ein finsteres Labyrinth geleitet. Keine Sorge, Wechselhosen werden nicht benötigt. Das Programm weist die Merkmale einer Horrorkomödie und nicht die eines billigen Schockers auf. Schließlich legt man Wert auf atmosphärischen Grusel, der diesen Ausflug zu einem Erlebnis für die ganze Familie macht. Angefangen vom Skript über die musikalische Untermalung bis hin zur Dekoration ist dabei alles in Eigenarbeit entstanden.
„Ein Ende mit Schrecken“ ist für Jan vorerst nicht in Sicht. Im Anschluss an die Gruselwochen ist der „Wächter“ in diesem Jahr auch im Rahmen der Aktion „Winterzauber“ im Einsatz. Darüber hinaus spuken dem Quartett noch eine Menge anderer Ideen im Kopf herum
ath
Weitere Informationen unter
www.villafernsicht.de








