Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Der Deutschen liebstes Kindl
Christkindlmarkt in München
Bald schon weihnachtet es wieder einmal sehr – so wie es schon immer war. Hoffentlich!
Denn angesichts der globalen Erwärmung könnte es bald auch schon ganz anders aussehen: Aus der Mitte ragt die – reich mit Weihnachtsornamenten verzierte – Weihnachtspalme in den Himmel, an den Cocktail-Buden treffen sich Menschen in Bermudashorts und Hawaiihemden auf eine Piña Colada oder eine „Frozen Margherita“, und es erklingen bekannte Weihnachtsklassiker in einer Surfmusik-Version, während das Beachvolleyballturnier in die entscheidende Phase geht.
Genug fantasiert, schließlich gibt es wohl auch schlimmere Dinge, die man sich vorstellen könnte. Dennoch, ein Großteil des Charmes liegt in dem Gegenspiel aus klirrender Kälte und Wärme, die nicht ausschließlich vom Glühwein herrührt, sondern auch von innen kommt.
Oweihnachtet is!
Am 1. Dezember ab 17 Uhr ist es so weit. Dann nämlich eröffnet Oberbürgermeister Christian Ude feierlich den diesjährigen Christkindlmarkt in München. Wenn der mit rund 2500 Kerzen geschmückte, knapp 30 Meter hohe Weihnachtsbaum auf dem Marienplatz erstmals in vollem Glanz erstrahlt, geht dieser doch recht neue Markt in die 35. Runde. Einen festen Platz hat er am Rathaus erst seit 1972 inne.
Täglich erschallen nun adventliche Klänge dort, wo sich sonst Torhüter Oliver Kahn und seine Mannschaft bejubeln lassen.
Ein Blick in die Geschichte verrät, dass die Münchner schon eine lange Tradition im Weihnachtsmarktgeschäft haben. Erste Anfänge sollen bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Erstmalig urkundliche Erwähnung findet eine „Nikolaidult“ in der Kaufinger Straße anno 1642, bei der Oberammergauer Waren, Nürnberger Lebkuchen, baumwollene Kinderkleider, Kripperlfiguren und Kaminfeger aus Zwetschgen und Mandeln feilgeboten wurden.
Erfrischend gleich
Wesentliche Veränderungen hat es bis heute im Angebot der über 150 Marktstände nicht gegeben. Besondere Schmankerl sind immer noch die kulinarischen Spezialitäten. Dazu gehören Bratäpfel, Springerle (Anis-Weihnachtsplätzchen), Zwetschgenmanderl und Schmalzgebäck ebenso wie Schweinswürstl oder Reiberdatschi (Kartoffelpuffer). Angeboten werden viele der Leckerbissen inzwischen auch als Bioware von zertifizierten Betrieben. Abgerundet wird ein solches Mahl traditionsgemäß mit einem Punsch.
Königlicher Auftritt
Nur wenige Schritte vom Marienplatz entfernt präsentiert sich auf dem Rindermarkt einer der größten deutschen Krippenmärkte. Hochwertige Kunsthandwerkprodukte aus Südtirol, dem Oberammergau und dem Erzgebirge – hier haben sich die verschiedenen Stile der Holzschnitzkunst zusammengefunden und bieten dem Krippenfreund alles, was das Herz begehrt. Von den Tieren des Stalls bis zu den Gaben der Heiligen Drei Könige, von der großen, orientalischen Prunkkrippe bis zur alpenländischen Minivariante. Aufgeladen mit Geschichte ist auch der seit langem angestammte Platz des Kripperlmarktes, denn er findet hier seit 1757 eigenständig statt.
Für die kleinen Engel
Vom 28. November bis zum 17. Dezember öffnet die Himmelswerkstatt am Rathaus ihre Pforten, und kleine Engelsrekruten werden täglich zwischen 14.30 und 16.00 Uhr sowie von 16.30 bis 18.00 Uhr aufgenommen. Nach bestandener Engelsprüfung werden den Anwärtern Engelsgewand und -flügel verliehen. Danach wird – unter der Leitung professioneller Künstler und Pädagogen – nach Herzenslust gebacken, gebastelt und gespielt.
Weihnachtsmärkte 2006
Bremen, 30. November – 23. Dezember
Dresden, 29. November – 24. Dezember
Düsseldorf , 27. November – 22. Dezember
Frankfurt a. M., 23. November – 21. Dezember
Freiburg, 27. November – 22. Dezember
Hamburg , 27. November – 23. Dezember
Kiel, 27. November – 23. Dezember
Köln, 23. November – 23. Dezember
Leipzig, 27. November – 23. Dezember
Lübeck, 27. November – 24. Dezember
Nürnberg, 1. Dezember – 23. Dezember
Rostock, 23. November – 21. Dezember
Schwerin, 23. November – 21. Dezember
Stuttgart, 30. November – 23. Dezember
Ulm, 27. November – 22. Dezember
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