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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Der amerikanische Traum

Eine Reise durch den Südwesten der USA.

Schier endlose Straßen ins Nirgendwo. Flirrende Hitze. Atemberaubende, menschenleere Landschaften und pulsierende Weltmetropolen. Gigantische Naturmonumente, vor denen man als Mensch unendlich unwichtig erscheint. Das Gefühl, ein großes Abenteuer und eine besondere Art der Freiheit zu erleben.

Ein Traum, der in unseren durchzivilisierten Breitengraden nicht mehr zu erfüllen ist. Wenn man diesen Geist auch heute noch spüren möchte, ist der Südwesten der Vereinigten Staaten von Amerika der richtige Ort. Und so machen wir uns auf eine erstaunlich abwechslungsreiche Reise durch die Bundesstaaten Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada.

Stadt der Engel/Tal der Yucca-Palmen
Wir beginnen unsere Rundfahrt im kalifornischen Los Angeles. Wer allgegenwärtiges Hollywood-Flair erwartet, wird enttäuscht; wer eine amerikanische Großstadt erleben möchte, ist genau richtig. Guter Ausgangspunkt für Stadterkundungen ist Downtown, der Finanz- und Verwaltungsbezirk; mit Wolkenkratzer-Skyline, edlen Hotels, Kultur und einem prächtigen Altstadt-Bereich. Bunten Rummel findet man in Hollywood und an der Promenade von Venice Beach. Ruhe und Entspannung bieten zum Beispiel der noble Küsten-Vorort Long Beach oder ein Ausflug zum berühmten Griffith-Observatorium, von dem man einen fantastischen Blick über große Teile der Stadt hat.

Typisch für den Westen sind die großen Gegensätze: Verlässt man Los Angeles beispielsweise Richtung Osten, gelangt man schnell in eine trostlose Wüstenlandschaft. Mitten in dieser Hitze liegt mit Palm Springs aber ein künstlicher Nobelwohnort. Steigt man dort in die Seilbahn auf die San Jacinto Mountains, findet man sich mitten in einem kühlen, grünen
Nationalpark-Wald wieder.
Erstes Highlight dieser Tour ist aber die Fahrt durch den nahe gelegenen Joshua Tree Nationalpark: Diese weite Landschaft aus Gesteinsformationen, Kakteen und bizarren Joshua Trees (einer Yucca-Palmen-Art) lädt dazu ein, den Blick bei kurzen Wanderungen in die Ferne schweifen zu lassen.

Canyons, so weit das Auge reicht
Eines der beeindruckendsten Ziele einer Amerika-Rundreise ist sicherlich der Grand Canyon im Norden Arizonas. Diese karstige Schlucht, die Colorado River und Erosion hier im Laufe von Jahrmillionen in die Landschaft gegraben haben, ist atemberaubend groß: 450 Kilometer lang, bis zu 30 Kilometer breit und 1800 Meter tief tut sie sich vor dem Betrachter auf. Während man diesen Anblick an den Aussichtspunkten mit Touristenströmen teilen muss, kann man die meisten schon mit einem kleinen Spaziergang am Rand entlang hinter sich lassen und diesen einmaligen Anblick ganz allein genießen. Wenn man von den zahlreichen tierischen Anwohnern wie Adlern, Geiern, Eichhörnchen und Eidechsen einmal absieht.

Der Bryce Canyon im südlichen Utah ist wegen seiner skurrilen Felsformationen aus erodiertem rot-gelb-braunem Sandstein besonders sehenswert. Teilweise bilden diese einen Wald aus natürlichen Steinsäulen und Skulpturen, teilweise reihen sie Torbögen aneinander. Ein Abstecher ins Monument Valley lässt das ultimative Wild-West-Gefühl aufkommen. Denn obwohl man diese Landschaft mit verstreuten kleinen Tafelbergen schon aus Filmen kennt, ist es umso interessanter, einmal selbst auf den Spuren der Western-Helden zu wandeln.

Himmel und Höllen
Der Zion Nationalpark beherbergt in seinen Bergen und Tälern gleich mehrere unterschiedliche Ökosysteme und bietet hunderten, teils seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Unterschlupf. Die Hochplateaus, Felswände und Talsohlen sind die Mühen der Auf- und Abstiege aber auf jeden Fall wert. Im Valley of Fire in Nevada erwartet den Besucher dann statt des satten Grüns eine feurig-rote Steinwüste, die bei aller Unwirtlichkeit doch erstaunlich belebt ist und, wie alte Felszeichnungen belegen, sogar einmal von Menschen bewohnt wurde.

Las Vegas im Süden Nevadas ist die Entertainment-Hauptstadt der USA. Nur noch rund ein Viertel des Umsatzes wird hier mit den Casinos erwirtschaftet. Die riesigen Themen-Hotels, die entlang des »Las Vegas Strips« errichtet wurden, bieten neben günstigen Unterkünften auch Shopping-Malls, spektakuläre Shows, Comedy, Clubs, Aquarien, Achterbahnen, Restaurants und vieles mehr.

Auch ein Besuch in der Fremont Street, dem »alten« Las Vegas, lohnt sich. Nur wenige Meilen weiter fährt man durchs kalifornische Death Valley, das seinem Namen alle Ehre macht. Bei Sommer-Temperaturen um 50 Grad ist hier fast kein Leben zu finden. Dafür aber Salzebenen, von Mineralien und Erzen bunt gefärbte Hügelketten, der tiefste Punkt der USA und riesige Sanddünen.

Going to San Francisco
Ein kurzer Besuch in Bodie, einer der sehenswertesten Western-Geisterstädte, gibt uns einen relativ unverfälschten Einblick in die Zeit des Goldrauschs, bevor wir hoch hinauf in die Sierra Nevada zum
Yosemite Nationalpark fahren. Seine beeindruckenden Felsen aus Granit, die idyllischen Wasserfälle und klaren Bäche, die Wälder aus Mammutbäumen und seine große Artenvielfalt in gleich fünf unterschiedlichen Ökosystemen machen einen Besuch zu einem unvergesslichen Natur­erlebnis. Neben den sehenswerten normalen Wanderrouten besteht hier sogar die Möglichkeit, mehrtägige Treks ins unberührte Hinterland zu unternehmen.

Der riesige Pazifik sorgt dafür, dass San Francisco auch im Sommer recht kühl ist und häufig in Nebelschwaden verschwindet. Dennoch ist sie mit ihren steilen Straßen, den alten Häusern, der Golden Gate Bridge, einer hübschen Innenstadt, klappernden Cable Cars, großen Parks und Museen eine der schönsten Städte der USA. Ihr ganz besonderer Charme verbreitet Ruhe und Gelassenheit, auch wenn von der Hippie-Ära nichts mehr übrig ist.

Happy End
Entlang der Pazifikküste führt uns der letzte Teil unserer Reise wieder viel zu schnell Richtung Los Angeles. Das Klima ist hier anfänglich so mild, dass man glaubt, an der französischen oder englischen Küste unterwegs zu sein; schicke kleine Orte wie Monterey oder Carmel tun da ihr Übriges. Weiter südlich kommt aber wieder echtes Kalifornien-Gefühl auf. Den krönenden Abschluss bildet ein Besuch im Disneyland in Anaheim. Hier verabschieden uns Micky, Donald & Co. mit perfekten Illusionen, bunten Paraden und Mausohr-Souvenirs in allen Farben und Formen.

Es gäbe noch so viel mehr zu sehen und um es mit den Worten des kalifornischen Gouverneurs zu sagen: »We’ll be back!«flo

Die klassische Silhouette des Monument Valley.
Der berühmte »Walk of Fame« in Hollywood. Natürlich mit Filmscheinwerfern als Straßenlaternen.
Im Goldgräberstädtchen Bodie findet man heute einen Schatz ganz anderer Art. Aber einen besonders sehenswerten.
Ein endloser Blick über den südlichen Rand des Grand Canyons.
Der Vernal Fall im Yosemite National Park erfrischt die Besucher mit einem kühlen Nebel.
Palmen, Straßenbahnen, Brücken: San Francisco!
Die Skyline von New York mitten in - genau- Las Vegas. Paris ist übrigens gleich nebenan.