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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Dem Weihnachtsfest gibt man ein Ständchen ...

Weihnachtsmärkte

… oder auch zwei oder drei. Denn mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte wird die Adventszeit festlich eingeläutet.

Sie sind das Herz und die Seele der Vorweihnachtszeit, denn kein noch so kostspielig geschmücktes Stadtbild stimmt so atmosphärisch auf das Fest der Liebe ein. Dabei reicht die Tradition des geselligen Einstimmens weit zurück. Der 1434 erstmalig abgehaltene Dresdner Striezelmarkt wird oft genannt, wenn es um die Frage nach dem ältesten Markt geht. Dabei können der Bautzener Weihnachtsmarkt (seit 1384) sowie einige weitere auf eine noch längere Historie zurückblicken.

Ganz nebenbei halten die Märkte natürlich auch allerlei Interessantes für ihre Besucher bereit. Punsch und Glühwein, heiße Maronen und viele weitere Leckereien versüßen uns die Wartezeit ebenso wie schönes Kunsthandwerk. In dieser Ausgabe lassen wir die immer wieder genannten Weihnachtsmärkte einmal außen vor und stellen Ihnen stattdessen die „Fischers Wiehnacht“ in Niendorf an der Ostsee vor sowie die Märkte in Braunschweig, Quedlinburg und Konstanz am Bodensee.

In der Kürze liegt die Würze
Wohltuend anders präsentiert sich in Niendorf am Timmendorfer Strand die „Fischers Wiehnacht“. Zunächst einmal liegt das daran, dass dieser Lichterglanz am Meer seinen ganz eigenen Charme an nur zwei Wochenenden entfaltet, wovon eines leider auch schon hinter uns liegt. Zum anderen besticht der Markt durch seinen skandinavischen Charakter: Der Winter zeigt sich hier wirklich von seiner schönsten Seite. Ein Grund mehr für alle Interessierten aus der nördlichen Region, sich das noch verbleibende Wochenende vom 5. bis 7. Dezember unbedingt vorzumerken.

Hier wird man nicht auf den Weihnachtsmann treffen, sondern auf seinen finnischen Verwandten Joulupukki. Der ist unserem heimischen „Exemplar“ sehr ähnlich, lebt indes am Korvatunturi (= Ohrenberg), mit dem er die Wünsche der Kinder hören kann, in Lappland. Denn am Nordpol – so haben finnische Reporter bereits 1925 „herausgefunden“ – finden die Rentiere, die den Schlitten ziehen, ja keine Weidegründe.

In Person der Lichtergöttin Lucia wird einer weiteren Gestalt der nordischen Weihnachtsmythologie gehuldigt. Die nimmt insbesondere seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Schweden eine tragende Rolle im Weihnachtsrummel ein. Wer weiß, vielleicht läuft sie ja auch Ihnen über den Weg. Glögg auf bei der Suche! Und wer sie nicht findet, darf sich dennoch an der festlich illuminierten Hafenszenerie erfreuen.

Unter der Mähne des Löwen
Eine nicht minder schöne Kulisse für sein Buden-Arrangement bietet der Weihnachtsmarkt in Braunschweig. Früher fand der noch auf dem Kohlmarkt und nach 1946 auf dem Hagenmarkt statt. Von seiner besten Seite aber präsentiert er sich seit 1956, als der malerische Burgplatz zum neuen Standort erkoren wurde.

Der sogenannten „Traditionsinsel“, um die herum der Dom Sankt Blasii, die Burg Dankwarderobe, das Viehweg- und das Gildehaus erstrahlen, ist es zu verdanken, dass der Markt in Braunschweig zu den schönsten Weihnachtsmärkten Norddeutschlands gehört.

Nicht nur bei den regionalen Schaustellern erfreut sich der Markt größter Beliebtheit. Knapp 130 Händler aus dem gesamten Bundesgebiet bieten vom 26. November bis 29. Dezember ihre Waren feil. Da würde sich ein „Bummelpass“ gut machen. Den kann mit etwas Glück, Talent und Kreativität ergattern, wer sich an dem auch in diesem Jahr ausgeschriebenen Foto- und Malwettbewerb beteiligt.

Im Rahmen einer kleinen Feier werden die fünf schönsten Beiträge zum Thema „Weihnachtsmarkt“ im Braunschweigischen Landesmuseum ausgestellt und prämiert. Schmalzgebäck, Karusselfahrten, gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und vieles mehr winken den glücklichen Gewinnern. Also an die Pinsel oder die Kamera, fertig, los!

Advent, Advent
„Gott sei Dank, keine Bowle!“, werden sich vermutlich die Quedlinburger sagen, wenn vom 28. November bis 21. Dezember der Weihnachtsmarkt Abwechslung in ihr Leben bringt. Dabei muss man sich diesen Markt beileibe nicht schöntrinken. Die rund 1300 Fachwerkhäuser sowie ein über allem thronendes Schloss samt imposanter Stiftskirche schaffen eine geradezu heimelige Winterwunderland-Atmosphäre.

Doch die „Adventsstadt“ Quedlinburg ruht sich nicht auf ihren Reizen aus. Hier findet sich der größte Adventskalender Deutschlands. Zwischen dem ersten und dem 24. Dezember öffnet sich täglich um 16.30 Uhr die Tür eines historischen Fachwerkhauses rund um den Schlossberg. Dahinter Überraschungen für Groß und Klein! Der eigentliche Höhepunkt in der Stadt des UNESCO-Weltkulturerbes aber ist der „Advent in den Höfen.“

Jeweils am zweiten und dritten Adventswochenende sind 25 Innenhöfe der historischen Altstadt geöffnet. Auch hier dominant: Kunst und Küche! Allabendliche Adventskonzerte unterstreichen den stimmungsvollen Charakter der Veranstaltung.
Bleibt die Frage, ob Quedlinburgs Markt es damit schafft, zum dritten Mal vom MDR zum schönsten Vertreter seiner Zunft in Sachsen-Anhalt ernannt zu werden.

Weihnachten am „Hochsee“
Knapp 395 Meter über dem Meeresspiegel liegt der Bodensee. Der Weihnachtsmarkt in Konstanz hat sich über die Jahre zu einer echten Attraktion in der Region entwickelt. Auf gut 130 Schausteller verteilen sich die erwarteten 400 000 Besucher. Denn gerade in den Abendstunden entfaltet dieser Markt seinen Charme und zeigt, wie sich auch im Süden im wahrsten Sinne des Wortes ein Lichtermeer gestalten kann.
Die Attraktion „Mini-Riesenrad“ gibt eine guten Ausblick darauf. Aber auch beim Bummel am Hafen lässt sich bei Punsch, warmen Waffeln und den zahllosen anderen gastronomischen Angeboten Wärme tanken. Bis zum 23. Dezember bietet sich Ihnen noch die Gelegenheit, etwas „Konstanz“ in Ihr Leben zu bringen.

Weitere Informationen unter
www.weihnachtsmarkt-deutschland.de

Fotos: Braunschweig Stadtmarketing, Tourist Information Konstanz