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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Das nötige Kleingeld dabei?

Sprichwörter und Redewendungen

Tag für Tag liegen sie uns auf der Zunge: Redensarten und Sprichwörter für alle Lebenslagen. Doch verstehen wir immer so ganz genau, was wir da gerade sagen?

Geld stinkt nicht. Aber dafür regiert Geld die Welt. Unter anderem auch die Welt der Redewendungen. Nicht nur, weil das Geld selbst hier – von den Blüten bis zu Kröten und Mäusen – so viele bildreiche Namen hat, in unserem Sprachgebrauch ist sogar eine ganze historische Münzsammlung versteckt!

Der Euro ist bisher noch nicht ganz spruchreif. Wir halten uns lieber an Währungen, die längst nicht mehr zahlungskräftig sind. Doch einige dieser klingenden Münzen hatten wir bis 2002 noch selbst im Portemonnaie.

Alte Bekannte …
Früher mussten wir ja jede Mark dreimal umdrehen, bevor wir sie ausgaben. Und das schon seit 1871, als diese Währung im Deutschen Kaiserreich eingeführt wurde. Damals löste die Mark übrigens den Taler ab, eine Großsilbermünze, die europaweit verbreitet war.
Ah, deshalb sagt man also: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert!“ Der Groschen ist also gefallen. Ganz so, wie erst die eingeworfene Münze einen Automaten in Bewegung setzt, hat ein Hinweis unsere „Denkmaschine“ angekurbelt.

Der Pfennig wurde vom 8. bis zum 13. Jahrhundert übrigens durchaus sehr geehrt. Denn damals war er noch eine wertvolle Silbermünze von hoher Kaufkraft. Erst Ende des 17. Jahrhunderts sank er zur Billigkupfermünze herab. Eine regionale Variante zum Pfennig war der in Schwäbisch Hall geprägte „Häller Pfennig“ oder Heller. Wer also auf Heller und Pfennig genau zahlt, der rundet zwar nicht großzügig auf – aber er moppelt doppelt.

… und alte Unbekannte
Oft geht es auch da ums Geld, wo es in modernen Ohren gar nicht danach klingt. Zum Beispiel dann, wenn wir zu etwas unser Scherflein beitragen oder uns keinen Deut darum scheren.

„Ik geef er geen‘ koperen duit voor“ (= „Da gebe ich keinen kupfernen Deut für“) sagte man in den Niederlanden, wenn man auf etwas nicht den geringsten Wert legte. Und meinte damit die heimische Variante des Pfennigs, den Deut, der 1573 – 1816 ebenfalls nur noch aus dem billigsten Metall bestand.

Der Scherf war schon im Mittelalter nur eine kleine Münze im Werte eines halben Pfennigs. Martin Luther prägte die Redewendung, die das Scherflein zum Inbegriff der geringfügigen Gabe zu einem größeren Ganzen machte.

mimu

Illustrationen: Gerrit Hansen