Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Ausstrahlung und Lebendigkeit
Wien
Ein Streifzug durch die alte Kaiserstadt. Wien gilt nicht zu Unrecht als die Kulturhauptstadt Europas. Die Donaumetropole mit ihrem einzigartigen Charme, der faszinierenden Ausstrahlung und Lebendigkeit sowie ihrer mitreißenden Geschichte bietet alle Inspiration, die man sich nur wünschen kann. Das Gedenken an Sisi und Kaiser Franz Joseph oder auch Wolfgang Amadeus Mozart, um nur einige große Persönlichkeiten der Stadtgeschichte zu nennen, ist allgegenwärtig.
Die riesigen Besucherströme aus aller Welt zeigen, dass Wien zum beliebtesten Ziel des städtischen Tourismus in Österreich geworden ist. Aber auch politisch besitzt Wien noch immer eine besondere Bedeutung. Die mit gut 1,7 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt des Landes beherbergt einen der vier offiziellen Amtssitze der Vereinten Nationen.
Stadt der Kultur
Wien ist ein Traum für jeden, der eine kulturelle Ader besitzt und sich gerne von reicher Geschichte in Bann ziehen lässt. Die unterschiedlichen Möglichkeiten, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, sind mannigfaltig, die Ziele schier unbegrenzt. Wien bietet eine Vielzahl kultureller Attraktionen, wie zum Beispiel klassische und experimentelle Theater, Film- und Tanzfestivals, Opern und Operetten, Konzerte und Ausstellungen oder auch Sportveranstaltungen. Dazu gehört die in diesem Monat gemeinsam von Österreich und der Schweiz ausgerichtete Fußball-Europameisterschaft, deren Endspiel am 29. Juni im Wiener Ernst-Happel-Stadion ausgetragen wird.
An jeder Ecke gibt es etwas Spannendes zu entdecken. Auch Freunde der kulinarischen Genüsse sind in Wien bestens aufgehoben. Neben den exquisiten Spezialitäten der Stadt – zu denen selbstverständlich auch die Mozartkugeln zählen – locken vor allem die traditionellen Kaffeehäuser oder rustikalen Weinschänken. Der Wiener Weinbau ist vermutlich so alt wie die Stadt selbst. In der keltischen Siedlung Vedunia und dem römischen Militärlager Vindobona frönte man bereits der Rebkultur. Und durch die günstige Lage Wiens unterhalb des Donaudurchbruchs am östlichen Abhang des Wienerwalds reifen edle Tropfen, die sich das kontrollierte Qualitätszeichen „Der Wiener Heurige“ verdienen haben.
Hofburg und Schönbrunn
In allen Winkeln der Innenstadt laden historische Bauten und Museen zum Verweilen ein. Mit dem zu Beginn des neuen Jahrtausends eröffneten Museumsquartier wurde Wien zu einer der weltweit interessantesten Museumsstädte. Sehenswert: die einander gegenüberliegenden Zwillingsbauten des Natur- und Kunsthistorischen Museums, das restaurierte Barockpalais Liechtenstein mit seiner einzigartigen Erlebniswelt sowie die größte Grafiksammlung der Welt in der Albertina. Hier erwarten den Besucher Dürers „Betende Hände“, der berühmte „Dürerhase“ und Arbeiten von Rembrandt, Rubens und Michelangelo.
Besonders empfehlenswert sind vor allem die Wiener Hofburg und Schloß Schönbrunn. Die Hofburg war von 1438 bis 1583 sowie von 1612 bis 1806 die Residenz der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, später hielt der Kaiser von Österreich Einzug. Heute ist die Hofburg als meistbesuchter Ort österreichischer Geschichte der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten. Die ehemalige kaiserliche Residenz der Habsburger liegt im Herzen der Stadt und gehört als historisches Kongresszentrum zu den ersten Adressen Europas.
Die imperiale Schlossanlage Schönbrunn mit ihren Nebengebäuden und dem weitläufigen Park zählt aufgrund ihrer langen und bewegten Geschichte zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Österreichs und wurde Ende 1996 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Im vergangenen Jahr strömten 2,6 Millionen Besucher in die prächtigen Rokokoanlagen. Nicht selten wird Schloß Schönbrunn mit Versailles verglichen, auch wenn die kleine Wiener Schwester aufgrund von Geldmangel während der Errichtung deutlich kürzer geraten ist als der französische Prachtbau. Dennoch präsentiert sich Schönbrunn ähnlich eindrucksvoll. Neben den Kaisergemächern sollte man bei einem Besuch vor allem die Wagenburg, den Tiergarten, das Palmenhaus und den Park mit der Gloriette sowie dem „schönen Brunnen“ besichtigen.
Die großen Komponisten
Wien ist schon seit Jahrhunderten eng mit der Musik verbunden. Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), Ludwig van Beethoven (1770 – 1827), Joseph Haydn (1732 – 1809), Franz Schubert (1797 – 1828), Johann Strauss (1804 – 1849) oder auch Johannes Brahms (1833 – 1897) gehören ohne Zweifel zu den größten Komponisten der Musikgeschichte, die sich vom pulsierenden Leben der Donaumetropole inspirieren ließen.
Das außergewöhnliche musikalische Erbe zieht bis heute die Besucher aus aller Welt magisch an. Darüber hinaus erlangten aber auch die Wiener Philharmoniker, eines der besten Orchester überhaupt, sowie der Wiener Knabenchor Weltruhm.
Wien hat sich bis heute seine reiche Musikkultur bewahren können und bietet unzähligen hoffnungsvollen Nachwuchstalenten unbegrenzte Möglichkeiten zur Perfektionierung ihrer Kunst. Aber auch die Popkultur hielt frühzeitig Einzug in Wien.
Unter den avantgardistischen Vertretern moderner Musikkultur besitzt heute der im Februar 1998 verstorbene Johann Hölzel, besser bekannt unter dem Künstlernamen „Falco“, Kultstatus in der Wiener Musikszene. Sein Song „Rock me Amadeus“ erreichte sogar als bisher einzige deutschsprachige Komposition Platz 1 der US-Billboard-Charts.
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