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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Ach Tannenbaum!

Die Geschichte des Tannenbaums

„Moment mal“, werden Sie sich jetzt sicherlich sagen. Irgendwas stimmt
doch da nicht. Und Recht haben Sie! Eigentlich.
„O Tannenbaum“ heißt es in dem Lied von Ernst Anschütz doch so schön.
Aber das war nicht immer so.

Bis zu dem Weihnachtslied, wie wir es heute kennen, war es ein langer Weg. Ursprünglich geht es auf das aus dem Schlesischen stammende „Ach Tannenbaum“ von Melchior Franck aus dem 16. Jahrhundert zurück. In Anlehnung an dieses Lied verfasste Joachim August Zarnack 1819 das als tragisches Liebeslied gedachte „O Tannenbaum“. In diesem stand der beständige Tannenbaum als symbolischer Gegensatz zur untreuen Geliebten. Nur 5 Jahre später ergänzte Anschütz das Lied um die heute bekannte zweite und dritte Strophe. In diesen ging es nur noch um den Baum; ein Weihnachtsklassiker war geboren.

Vom Wald ins Wohnzimmer

Nicht minder bewegt – und bewegend – ist die Geschichte des Christbaumes selbst. Ein dekorierter Baum findet zwar schon im 15. Jahrhundert Erwähnung, doch etablieren kann sich der Brauch erst Ende des 16. Jahrhunderts. So findet sich in den Quellen der Hinweis auf einen mit Naschwerk geschmückten Weihnachtsbaum in Bremen.

Hauptverantwortlich für diese doch recht schleppende Entwicklung war die Kirche, welcher damals große Waldgebiete gehörte, und die den heidnischen Brauch nicht billigend in Kauf nehmen wollte.

Das Brauchtum entstand aus einer Kreuzung des Mithras-Kultes, zur Wintersonnenwende einen Baum zu schmücken, mit dem Kult, in der kalten Jahreszeit wintergrüne Zweige in die Wohnung zu hängen. Diesen sagte man nach, es stecke Lebenskraft in ihnen und sie würden böse Geister fern halten. Außerdem versprach das Grün Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr des Frühlings.

Zunächst nahm die evangelische Kirche den Christbaum für sich in Anspruch. Man wollte sich mit dem Symbol des Baumes deutlich vom bisherigen Aufstellen eines Krippenspiels und damit auch von der katholischen Kirche abgrenzen. Später setzte sich der Siegeszug des Weihnachtsbaumes auch in katholischen Gebieten fort, blieb aber auch hier erst mal den oberen Zehntausend vorbehalten. Den Massen erschloss sich der „neue“ Brauch erst ab dem frühen 19. Jahrhundert, da es vorher einfach nicht genügend Bäume gab, um auch den städtischen Bedarf zu decken.

Schmucke Sache

Eher aus der Not geboren ist die Tradition des Festtagsschmuckes. Ein thüringischer Glasbläser war zu arm, um den Baum mit Walnüssen und Früchten zu zieren. Kurzerhand nahm er das, was ihm an Materialien zur Verfügung stand, und stellte 1847 den ersten gläsernen Christbaumschmuck her. In den darauf folgenden Jahren entwickelten sich daraus die Christbaumkugeln.

Auch das Schmücken des Tannenbaums setzte vermehrt erst zum Ende des 18. Jahrhunderts ein. Verschiedene Schmuckstücke haben dabei verschiedene Bedeutungen. Glaskugeln gelten als Äpfel des Paradiesbaumes, Engel verkünden die Geburt Jesu, Glocken läuten den Weltfrieden ein, Sterne dienen als Wegweiser in der Nacht (insbesondere der Stern von Bethlehem) und Lametta erweckt den Eindruck von Eiszapfen.

Ein starkes Aufbäumen

Der Tannenbaum ist längst kein Exklusivartikel mehr. In deutschen Wohnzimmern tummeln sich um die Weihnachtszeit 25 - 26 Mio. Tannenbäume. Tendenz steigend! Der Trend geht zum „Zweitbaum“ für Garten und Balkon. Damit kommt auf fast jeden dritten Bundesbürger ein Baum. Den Bärenanteil daran hat die Nordmanntanne (ca. 16 Mio.), aber auch Edeltanne, Weißtanne, Große Küstentanne und Blaufichten sind stark im Kommen.

Hauptanbaugebiete liegen in Dänemark, Schleswig-Holstein und im Sauerland. Allein Dänemark hat einen Bestand von ungefähr 100 Mio. zu kommerziellen Zwecken angelegten Bäumen, von denen pro Jahr etwa 5 Mio. exportiert werden. Etwa 4000 Großbetriebe leben hier vom Geschäft mit dem Baum.

Darauf sollten Sie achten

Das Verbraucherministerium empfiehlt, Tannen direkt beim Erzeugerbetrieb zu beziehen, da beim Händler teilweise deutlich mehr verlangt wird. Viele Erzeuger versehen Bäume mit einem Herkunftslabel, um zu dokumentieren, dass es sich um Bäume aus der Region handelt. Christbäume sollten erst kurz vor dem Fest gekauft und möglichst kühl gelagert werden.

Je frischer der Baum in beheizte Räume kommt, desto später verliert er seine Nadeln. Ein weiteres Qualitätsmerkmal eines Baumes sind weiche Nadeln und gleichmäßiger Wuchs. Traditionell beseitigt wird der Baum am 2. Februar (Mariä Lichtmess) oder am 6. Januar (Dreikönigstag). Wichtig für die Umwelt ist, jeglichen Christbaumschmuck einschließlich des Lamettas vorher zu entfernen.

Beschaulichkeit, wo bist du hin?

Über den weltgrößten Tannenbaum streiten sich die Kritiker. Je nachdem, ob es ein echter, ein künstlicher oder ein für das Fest typischer Baum sein soll. Ins Guinness Buch der Rekorde eingetragen ist ein 800 m hoher, 400 m breiter und mit 450 Lichtern bestückter Weihnachtsbaum, der jedes Jahr am Hang des Monte Ingono (Umbrien) aus bis zu 50 km Entfernung zu sehen ist. Im brasilianischen Itu steht ein 84 m hoher Stahlbaum. Aber nicht minder imposant sind die natürlichen Vertreter. In Seattle erstaunte 1950 eine als Weihnachtsbaum geschmückte Douglasie, stolze 67 m hoch.

Und der Welt größter Weihnachtsbaum aller Zeiten zu sein, nimmt ein im tasmanischen Styx Forest stehender 80 m hoher Eukalyptusbaum für sich in Anspruch. Dieser wurde 1999 im Rahmen einer Aktion zum Schutz bedrohter Urwälder mit 3000 Lichtern behangen.

„Elefantenbaum“ gefällig?

Zum 15-jährigen Jubiläum hat sich der Mecklenburger Tannenhof in Venzkow nahe Schwerin etwas Besonderes ausgedacht: Elefanten! Die afrikanischen Dickhäuter werden in Vorstellungen zu sehen sein, für einen kleinen Ausritt zur Verfügung stehen oder sind – je nach Lust und Laune der Tiere – beim Bäumchenpflücken tätig. Wer sich um das Wohl der Dickhäuter sorgt, der sei beruhigt. Sollte es tagsüber zu kalt werden, steht ein beheiztes Zelt für die Tiere bereit. Und nachts geht es in den Stall. Kutschfahrten, Zauberer und ein kleiner Weihnachtsmarkt komplettieren das Rahmenprogramm.
Und wer mit dem Auge nicht satt wird, begibt sich in das 500 Personen fassende Festzelt. Hier werden dem Besucher deftige Mahlzeiten geboten. Ganz nebenbei werden übrigens auch noch Weihnachtsbäume zu sehr fairen Preisen angeboten.
Der Mecklenburger Tannenhof hat seine Tore täglich von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Vom 3. bis zum 23. Dezember auch am Wochenende!

Bitte melden Sie sich an unter:
Telefon (03 84 88) 2 00 15
Mecklenburger Tannenhof
Kölpiner Straße 14, 19089 Venzkow

arne

Fotos: mcm-Archiv