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Im Wald gut behütet
Kleine Pilzkunde für den Spaziergang im Herbst
Der Herbst ist die Jahreszeit, in der es viele Menschen wieder in den Wald zieht. Neben Entspannung und etwas Bewegung an frischer Luft suchen die Spaziergänger auch nach Abwechslung für den heimischen Kochtopf. Denn in den letzten Monaten des Jahres beginnt die Hauptsaison für Speisepilze.
Obwohl Pilze wie etwa der Champignon auch auf Wiesen oder Weiden wachsen, gibt es im Wald die größte Vielfalt an essbaren Arten. Sehr bekannte und beliebte Vertreter sind Maronen, Pfifferlinge oder Steinpilze. Maronenröhrlinge gedeihen häufig unter Kiefern und Fichten, Pfifferlinge und Steinpilze sind vor allem in Laub- und Nadelwäldern zu finden. Weitere Speisepilze, die in Deutschland häufig vorkommen und gerne verzehrt werden, sind der Perlpilz, die Rotkappe, der Birkenpilz sowie Morcheln.
Der Kleine mit Hut
Von eingefleischten Sammlern werden die besten Fundstellen für die begehrten Leckerbissen selbst unter Freunden nicht weitergegeben. Dies ist verständlich, denn in herbstlichen Wäldern sind Speisepilze auch von Kennern oft nur schwer zu entdecken. Durch abgefallenes Laub oder Nadeln bedeckt, nur schwach durch grünes Waldgras schimmernd, bleiben sie unaufmerksamen Suchern verborgen.
Doch wenn man endlich ein appetitlich aussehendes „Schwammerl“ – so die süddeutsche Bezeichnung – gefunden hat, ist Vorsicht geboten. Denn nicht jeder Pilz ist auch für den Menschen gut verträglich. Es gibt sogar einige Giftpilze, deren Verzehr fatale gesundheitliche Folgen haben kann.
Ungenießbare Doppelgänger
Hierzulande gibt es etwa 4000 verschiedene Wald- und Wiesenpilze. Bei dieser Anzahl ist eine genaue Bestimmung der einzelnen Arten oft nur von Experten zu gewährleisten. Unverwechselbare Pilze gibt es nur wenige, häufig unterscheiden sich essbare von ungenießbaren Vertretern nur durch Kleinigkeiten. Einheitliche Regeln, nach denen giftige Pilze erkannt werden können, gibt es nicht.
Große Verwechslungsgefahr besteht zum Beispiel bei Champignons und Knollenblätterpilzen. Ein auffälliges Unterscheidungsmerkmal dieser beiden Arten: Champignons haben rosafarbene oder braune Lamellen, der sehr giftige Doppelgänger hat weiße.
Auch der schmackhafte Steinpilz kann leicht mit dem unverträglichen, bitteren Gallenröhrling verwechselt werden. Dieser jedoch hat immer rötliche Röhren, während die von Steinpilzen meist weißgelblich, allenfalls grünlich angehaucht sind.
Wichtige Sammeltipps und -regeln
Wer sich also an einem schönen Morgen im Herbstwald auf Pilzsuche begibt, sollte nur diejenigen ernten, die er zweifelsfrei bestimmen kann. Gegebenenfalls ist es ratsam, ein Bestimmungsbuch dabei zu haben. Hat man ein schönes Exemplar gefunden und eingeordnet, sollte der Stiel vorsichtig abgeschnitten oder aus dem Erdreich herausgedreht werden, um das unterirdische Pilzgeflecht nicht zu zerstören.
Generell ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Waldpilzen geboten. Zu alte oder zu junge Pilze sollten stehen gelassen werden. Auch bereits angefressene Früchte werfen noch Sporen ab und dienen so der Vermehrung ihrer Art. Zum Transport empfiehlt sich ein luftdurchlässiger Korb, in Plastiktüten verderben sie schnell.
Vielfältiger Geschmack
Viele der Delikatessen aus dem Wald zeichnen sich durch ein einzigartiges Aroma aus. Der Duft von Pfifferlingen etwa erinnert entfernt an Pfirsiche, ihr Geschmack ist anfangs mild, dann kräftiger und leicht pfeffrig. Steinpilze hingegen schmecken etwas nussartig. Zudem sind Pilze erstklassige Lieferanten von wichtigen Vitaminen und Mineralien.mh



