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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Das schwarze Haushaltsloch

Mit dem Jahreswechsel hat Ihr Geld wieder ein paar neue Möglichkeiten gefunden, sich in Luft aufzulösen. Wie bei einem kosmischen Phänomen verschwindet es auf unerklärliche Weise.

Die enorme Anziehungskraft eines sogenannten „Schwarzen Lochs“ schluckt praktisch alles, nicht einmal das Licht vermag diesem Sog zu entkommen.

In einer kleineren Ausführung hegt und pflegt nahezu jeder bei sich daheim ein „Schwarzes Loch“. Unkontrolliert frisst es Strom, Wasser und schlussendlich bares Geld.

Nur ein Beispiel: Hätten Sie gewusst, dass allein ein undichter Wasserhahn im Jahr bis zu 5000 Liter Wasser vergeudet? Am Ende steht auch hier wieder eine astronomische Erscheinung – dann allerdings als Betrag auf Ihrer Rechnung. Gut nur, dass aus den schwarzen Löchern des Haushalts im Gegensatz zu ihren galaktischen Pendants ein Weg hinausführt.

Eine Routineüberprüfung der Dichtungen an den Armaturen leistet in diesem Fall bereits Abhilfe. Für Sie hat mein coop magazin einige Tipps zusammengetragen. Die zu beherzigen kostet nicht viel, spart dafür aber umso mehr Energie.

Bringen Sie Licht ins Dunkel

Grundsätzlich wichtig ist, sich einen genauen Überblick des eigenen Energieverbrauchs zu verschaffen. Das Licht aufgehen sollte Ihnen optimalerweise dort, wo es tatsächlich benötigt wird. Mit einer Umstellung auf Energiesparlampen verbrauchen Sie etwa 80 % weniger Strom im Vergleich zu den herkömmlichen Lichtspendern.

Die vorerst höheren Anschaffungskosten zahlen sich schnell wieder aus. Die Energiesparversionen weisen eine ungefähr neunfach längere Lebensdauer auf. Doch sollte der Dauerbrenner auch nur dort zum Einsatz kommen, wo es sinnvoll ist. Für Räume, die selten in vollem Glanz erstrahlen, wie etwa das WC oder die Abstellkammer, reicht eine althergebrachte Glühbirne immer noch völlig aus.

Das hat sich gewaschen

Rund ein Zehntel des Gesamtstromverbrauchs entfällt auf das Kochen, Braten und Backen. Mit minimalem Aufwand lässt sich dieser bereits deutlich senken. Spezialgeräte wie Eier- und Wasserkocher sind der Kochstelle jederzeit vorzuziehen. Wer die Herdplatte nutzt, sollte darauf achten, dass der Umfang der jeweiligen Töpfe und Pfannen mit der Größe der Platte möglichst übereinstimmt. Dadurch wird eine bestmögliche Energieübertragung gewährleistet. Wenn Sie noch auf das Vorheizen verzichten und die Nachwärme nutzen, ist das zwar nicht die halbe Miete, dennoch ist es ein weiteres Element im Energiesparkonzept.
Abgesehen vom hohen Verbrauch ist nichts Verwerfliches dabei, wenn durchschnittlich 20 % des Stromverbrauchs in das Waschen schmutziger Wäsche wandern. Beim Neukauf einer Waschmaschine empfiehlt es sich aber, ein Gerät mit dem Prädikat der Energieeffizienzklasse A++ zu kaufen. Eine Vorwäsche ist allenfalls bei grober Verschmutzung vonnöten. Die größte Ersparnis erfolgt nach dem Waschgang. Wer auf den elektrischen Trockner verzichtet und die Wäsche konsequent an der Luft trocknen lässt, spart im Jahr bis zu 480 kwH. Je nach Anbieter entspricht dies umgerechnet ca. einem Betrag von 100 Euro.

Stehen sie ständig unter Strom?

Heimliche Gierschlunde sind die im Stand-by-Modus belassenen Elektrogeräte. Gleiches gilt für Akku-Ladegeräte, die an der Buchse hängen. Unabhängig davon, ob sie aktiv genutzt werden oder nicht, ziehen diese Gerätschaften Strom. Pro Jahr liegen Ihnen diese mit bis zu 120 Euro Kosten schwer auf der Tasche.
In anderen Zahlen ausgedrückt: Hochgerechnet auf die gesamte Bundesrepublik werden zwei Atomkraftwerke benötigt, um die auf diese Weise verschlissene Menge Energie zu produzieren. Darum schalten Sie diese Geräte bitte immer vollständig ab. Wenn es nicht anders geht, ziehen Sie einfach den Stecker.
Lohnenswert ist auch, den Kühlschrank ein- bis zweimal jährlich abzutauen. Schließlich macht die sonst entstehende Vereisung Hunger auf mehr Energie. Wie die Waschmaschine gibt es auch Kühlschränke in unterschiedlichen Energieeffizienzklassen.

Auf der Homepage www.co2online.de kann man ablesen, wie gut das eigene Gerät im Vergleich mit anderen seiner Art abschneidet. Hinter dem Link „KühlCheck“ verbirgt sich eine Datenbank sämtlicher in Deutschland seit 1989 erhältlichen Modelle. Kühlschränke mögen es übrigens nicht heiß. Eine um nur einen Grad geringere Umgebungstemperatur schlägt sich in einem um bereits knapp vier Prozent verminderten Energiebedarf nieder.

Wasser stopp!

Beim Wasserverbrauch befinden wir uns bereits auf einem sehr guten Weg. Zwischen 1990 und 2005 ging der Verbrauch in Deutschland von 145 auf derzeit 126 Liter pro Kopf und Tag zurück (zum Vergleich: „Spitzenreiter“ USA bringt es auf 382 Liter). Kein Grund allerdings, sich damit zufriedenzugeben. Mit den entsprechenden Maßnahmen lässt sich der Wert ohne Weiteres auf ca. 100 Liter drosseln, ohne dass auf jeglichen Luxus verzichtet werden muss. Auf Unterdruckdruckbasis arbeitende Duschköpfe sparen bis zu 60 % Wasser. Moderne Toilettenspülkästen mit getrennter Spülung für das große wie kleine Geschäft halbieren den Verbrauch.

Ein gutes Leben in der Isolation

Den größten Teil der verlustigen Energie geben Immobilien über das Dach ab, aber auch ungedämmte Fenster, Wände und Keller tragen dazu bei. Da nahezu 90 % aller Wohnungen vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 erbaut wurden, liegt hier noch sehr viel Potenzial brach.
Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Bundesregierung mit günstigen Krediten die energetische Moder­nisierung. Den wärmetechnischen Zustand eines Gebäudes bringen Sie ebenfalls
auf www.co2online.de im Unterpunkt
„HeizCheck“ in Erfahrung. Nach EU-Richtlinien sollen Informationen dieser Art in naher Zukunft in einem Energiepass eingetragen werden.

ath

Fotos: aboutpixel.de, Philips, Fotos: mcm-Archiv, energynet.de