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Meine Gesundheitsapotheke
Von Kaffee und Kannen
Sie haben gewonnen: Einladung zum Kaffeeklatsch
Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Eigentlich wäre heute nicht der richtige Nachmittag, um sich im Wohnzimmer
zu verkriechen. Aber mein coop magazin-Kaffee-klatschgewinne müssen – oder vielmehr dürfen – eben gefeiert werden, wie sie fallen. Trotz Sonne herrschen noch recht kalte Temperaturen.
Daher sind wir froh, als wir endlich Heike Haß erblicken, die uns mit einem strahlenden Lächeln begrüßt. Sie steht schon vor der Tür ihres gemütlichen Hauses in Eckernförde und wartet auf Kaffee und Kuchen. Bald kommt allerdings heraus, dass sie gar nicht unbedingt wegen uns so freudig grinst.
Überraschung und Spekulationen
Die vierundsechzigjährige Rentnerin lacht sich ins Fäustchen, weil keiner der geladenen Freunde und Geschwister weiß, aus welchem Anlass man sich heute trifft. Da weder Ostern noch Weihnachten vor der Tür steht, sorgt die Einladung für allerlei Spekulationen. Von eventuellem Nachwuchs über einen Lottogewinn bis zu Reiseplanungen ist alles vertreten.
Als Heikes Mann Dieter dann verkündet, dass es sich um einen Kaffeeklatsch handelt, ist die Begeisterung groß. Und als auch noch versichert wird, dass Kaffeeservice und Thermokanne ebenfalls zum Gewinn gehören, wird klar, dass in Zukunft einige Eckernförder mehr am Preisausschreiben teilnehmen werden. Heike wundert sich derweil über ihre Gäste: „Ich lade doch nicht zur Kaffeetafel ein, wenn ich selbst backen muss“, lacht sie.
(Sammler-)Ehrgeiz
Dabei scheint im Hause der gebürtigen Magdeburgerin und des Ur-Eckernförders kein Mangel an Kaffeekannen zu herrschen. Denn seit einigen Jahren vertreibt sich Heike die Zeit, die sie nicht mit Sticken oder Krimilektüre verbringt, auf Antikmärkten, wo sie nach allem stöbert, was ihr uriges Heim noch ein bisschen gemütlicher macht. Da finden sich Kaffeekannen in allen Formen und Farben über das Wohnzimmer verteilt, altes Küchenzubehör und hübsche Seifenschalen im Bad. Wo auch immer der Blick hinfällt, gibt es etwas Neues zu entdecken, und hinter jedem Stück steckt eine Geschichte. Wie hinter dem Herd aus Omas Zeiten, den Heike vor dem Sperrmüll gerettet hat.
Überhaupt hat Heike viel zu erzählen. Wie sie mit fünfzehn aus der DDR erst nach Essen, dann nach Würzburg kam und später, als alleinerziehende Mutter von vier Kindern, nach Eckernförde. Hier arbeitete sie als Krankenschwester und traf schließlich ihren Dieter, heute vierundsiebzig.
So weit sie gekommen ist, so bescheiden reist sie heute. In diesem Jahr hat sich das Paar vorgenommen, seine Kondition noch zu steigern, um Radwanderungen entlang der Weser oder Elbe zu meistern. Vielleicht, so erträumen sich beide, irgendwann mal von Hamburg nach Dresden, dabei werden am Tag bis zu achtzig Kilometer angestrebt. Und die Gäste scheinen erleichtert, dass das Treffen doch nicht der Urlaubsvorbereitung dient.sd






