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Mit Rumtopf vom Chef
Bauernhof mit angeschlossener Tischlerei - so hat eine ehemalige Angestellte der Tischlerei Jürgen Baasch ihren Arbeitsplatz einmal bezeichnet. Und wenn man ihn besucht, weiß man auch gleich, warum.
Zwischen Koppeln und Feldern, am Postkamp in der Nähe von Altenholz, im Kieler Umland, liegt die Tischlerei von Jürgen Baasch, der heute zu Bier und Steaks eingeladen hat. Neben Chef Jürgen und seiner Auszubildenden Andrea sind auch Freunde mit Anhang gekommen. Nun warten alle darauf, dass der Grill endlich heiß ist.
Allen voran Nina, Jürgens Patenkind, die ihrem knusprigen Bauchfleisch entgegenfiebert. Sie ist es auch, der der heutige Nachmittag zu verdanken ist. Denn bei einem Besuch sah Jürgen das mein coop magazin und schlug vor, an dem Gewinnspiel teilzunehmen. Aber um ein Haar wäre das Vorhaben an einer fehlenden Postkarte gescheitert, hätte die Neunjährige nicht eine von ihren geopfert. Und so wurde schließlich eine Karte mit sibirischem Tiger zum Glückslos.
15 Jahre Tischlerei Baasch
Im März feierte die Tischlerei ihr 15-jähriges Bestehen. Genauso lange ist es her, dass Jürgen auf dem elterlichen Hof seine Werkstatt eingerichtet hat. Hier auf dem ehemaligen Bauernhof grasen seit einigen Jahren auch wieder Rinder und Hühner, die zum Hobby des Tischlers geworden sind. Dabei zog es ihn eigentlich immer in die Ferne. »Ich wollte nie auf dem Land bleiben. Aber jetzt fühle ich mich hier verwurzelt und geborgen.« Und wenn er mit Begeisterung in der Stimme von seiner Arbeit und seinen Freunden erzählt, wird auch schnell klar, dass er eigentlich nur hierher passt.
Nach einer Lehre zum Bau- und Möbeltischler und einem längeren Aufenthalt in Stuttgart machte er seinen Meister und wurde sein eigener Chef. Seitdem werden Kundenwünsche jeder Art erfüllt: vom Aufarbeiten von Möbeln über maßgefertigte Regale, Möbel, Fenster, Türen und Parkett bis zum Treppeneinbau. Selbst Holzspielzeug wird hier repariert. Neben Holz hat der 47-Jährige in seiner Ausbildung aber auch gelernt, mit anderen Materialien wie Glas und Metallen umzugehen – und gibt dieses Wissen nach langjähriger Erfahrung jetzt an seine Auszubildende Andrea weiter.
Unterricht mit Hobel und Rumtopf
Die 20-Jährige hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Tischlerin angefangen, weil sie keine Lust mehr auf »die ganze Theorie« hatte. Trotz der teilweise körperlich anstrengenden Arbeit genießt sie die Tage im Betrieb. »Ich mag es, abends zu sehen, was ich tagsüber geschafft habe.«
Hinzu kommt, dass sie sich mit ihrem Chef gut versteht. Denn Jürgen weiß, dass eine freundschaftliche Basis auf Dauer mehr bringt. Und das ist auch einer der Gründe, warum Jürgen heute neben einem Kasten Bier auch den Rumtopf, den er selbst im letzten Jahr angesetzt hat, öffnet und einen selbst gemachten Rote-Beete-Sardellen-Salat spendiert. Neben Führungsqualitäten zeichnet ihn eben auch ein sehr kollegialer Stil aus.sd






