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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Feuer und Flamme im Paradies

Sie haben gewonnen: Einladung zum Grillen

Am Rande von Kiel, kurz hinter Russee, wenn man schon denkt, es kommt nichts mehr, genau da findet man das kleine Paradies, in dem Karin Sorge zu Hause ist.
Vor 28 Jahren sind sie, ihr Mann Bernd und die heute 31-jährige Tochter Dunja aus Flensburg hierher gezogen.

 In den Jahren ist das Haus mitgewachsen, so dass es heute verschiedene Terrassen und Balkone gibt, eine Sauna und lauter kleine gemütliche Ecken und Grillplätze, auf denen immer etwas los ist, wie Karin erzählt: „Irgendwer feiert hier ständig – wir nach der Gartenarbeit oder Dunja mit Freunden, und dann kommen die Nachbarn rüber und wir sitzen nett zusammen.“

Heute begrüßt uns die stolze Oma Karin mit Enkelin Lilly Belana, die mittlerweile auch schon 6 ist, in der „offiziellen“ Grillecke des Grundstücks. Sie hat einen Grillabend mit allem Drum und Dran gewonnen. Und den möchte sie heute mit ihrer Familie und „ihrer jungen Truppe“, ihrer Abteilung aus dem Betrieb, teilen. Für die Mitarbeiter der bi medien GmbH, ein Ausschreibungsdienst, die unter ihrer Produktionsleiterin Karin Sorge einen guten, harten Job machen, soll das heute sowohl Belohnung als auch Motivation sein.

Herrin über Feuer und Fleisch

Es gibt aber noch einen Grund zum Feiern, denn Dunja hat ihre Ausbildung zur Erzieherin erfolgreich bestanden. Gerade hat sie erfahren, dass ihr die mündliche Prüfung erspart bleibt, und das erleichtert schon sehr. Unklar ist bisher allerdings, wie es weitergehen soll – Dunja hat sich noch keine Gedanken gemacht. Mutter Karin wünscht sich natürlich möglichst schnell eine Anstellung für ihre Tochter und dass sie möglichst nicht so weit zur Arbeit fahren muss. Trotz Ehrentag steht Dunja heute am Grill. „Bei uns hat sich eingebürgert, dass die Frauen grillen“, sagt Bernd Sorge, „am Herd drängeln sich die Männer ja auch nie vor. Nur wenn es ums Grillen geht, wissen sie plötzlich alles besser.“

Dabei wird neben Paprika und Tomate eigentlich alles gegrillt, was nicht „niet- und nagelfest“ ist. Ganz besonders gern auch der Fisch, den Vater Bernd nach Hause bringt. Das Angeln ist für ihn der ideale Ausgleich, um in der Altersteilzeit zu Hause keine Langeweile zu bekommen. Übrigens: Gegrillt wird bei Familie Sorge das ganz Jahr hindurch.


Das wohl nördlichste deutsche „Weingut“

Stolz präsentiert Karin dann noch die Gewächse, die das ganze Haus dornröschenhaft umschlingen. Denn im hinteren Teil des Gartens, auf der Terrasse zum angrenzenden See, trägt der Kiwibaum seit einigen Tagen zum ersten Mal Früchte. Noch ganz kleine, pelzige Kügelchen, aber nach etlichen Jahren Pflege ist das ein großer Erfolg.

Bei der Gelegenheit fallen uns dann auch die vielen Traubenstöcke auf. Und so berichtet uns die 59-Jährige stolz, dass sie ihren eigenen Wein anbaut. 60 bis 80 Liter verschiedener Sorten, auch Quitten- oder Brombeerwein gewinnt sie dadurch im Jahr.

In einer Fernsehreportage hat sie vor kurzem gesehen, dass der nördlichste Weinanbau Deutschlands in Dithmarschen stattfindet. Dagegen will sie bei dieser Gelegenheit einmal stark protestieren. Auftischen möchte sie ihren Wein heute aber doch nicht. Pur ist er noch etwas zu sauer für den Magen ihres Mannes, aber mit Kirschwein und Kirschlikör wird er zu einem köstlichen dänischen Glögg, versichert sie.

Und während Dunja weiter souverän die Steaks wendet, genießen die Gäste Fleisch und Salate. Dabei wird Karin von ihren Kollegen „angefeuert“: „Hau’n Se mal rein, Frau Sorge, hier ist noch Fleisch!“ Doch wie schon auf dem T-Shirt vom letzten Firmenlauf steht, das sie auf Drängen ihrer Truppe trägt: Schneller geht’s nicht.

sd

Fotos: Ines Matz