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Extrem grilltauglich: ausrangierte Ölfässer
»Hase, komm her, du hast gewonnen«, klingt es schon mal über den Hof der Firma LKW-Dienst Koberg in Eckernförde, vor allem, wenn ein Foto von den Gewinnern des Grillessens gemacht werden soll.
Denn bei einer Kamera werden die gestandenen Männer in ihrer Arbeitskleidung plötzlich ganz scheu und schieben Judith, auch »Hase« genannt, vor.
Eigentlich nur fair, denn schließlich hat Judith Rubel mal wieder an einem Gewinnspiel teilgenommen und ihren neun Männern damit einen anständigen Einstieg in den Feierabend beschert. Was sie tut, wenn sie nicht Lösungsworte auf die Reise schickt, ist schnell gesagt: Sie erledigt die Buchhaltung in dem Betrieb, der ihrem Sohn gehört, und macht dafür sogar in der Abendschule eine Ausbildung, die sie bald abschließen wird. Inoffiziell aber umfasst ihr Aufgabenbereich noch einiges mehr.
Henne im Korb
Sie kümmert sich nicht nur um Rechnungen, Löhne, Mahnungen und Kaffee, sondern backt nach Feierabend auch noch eine Torte, wenn einer ihrer Männer Geburtstag hat. »Das ist eben das Schöne an einem Familienunternehmen«, lacht die »gute Seele«, bevor sie süffisant hinzufügt, dass man Männer eigentlich ... aber das behalten wir an dieser Stelle lieber für uns. Mit diesen Männern meint sie unter anderem ihren Sohn Jens Rubel. Der war beim LKW-Dienst Koberg, der seit 1962 besteht, Lehrling und Geselle und hat ihn 2005 übernommen.
Heute arbeiten hier sechs Angestellte und drei Lehrlinge und das Unternehmen bietet weit mehr an, als LKW aller Marken und Fabrikate zu reparieren: Es werden auch Anhänger vermietet und Nutzfahrzeuge versorgt. Und das tatsächlich in einem Rund-um-die-Uhr-Service. Vor Kurzem wurde sogar extra jemand für den Bereich PKW eingestellt, um das Angebot abzurunden. Da wird die Flexibilität deutlich, die auch den halb fertig gestellten Umzugswagen erklärt, der in einer Ecke der Werkstatt steht. »Wir machen alles, auch Sonderwünsche«, wirbt Jens.
»Gut durch … aber zackig!«
Jetzt sind die Sonderwünsche des Teams aber erstmal jede Menge saftiges Grillfleisch, und damit nichts schiefgeht, wird Lehrling Sasha an den Rost gestellt. Dieser gehört übrigens ausnahmsweise nicht zu jenem Grill, der im Gewinnpaket enthalten ist, denn den hat Judith für daheim reserviert. Dieser ist »Marke Eigenbau«: Aus einem alten 200-Liter-Ölfass zusammengeschweißt, ist er längst schon vor unserer Ankunft in Stellung gebracht worden.
Und an diesem Monstrum darf Sasha jetzt schwitzen, während sich der Rest der Truppe auf den Bänken versammelt hat, die dort stehen, wo normalerweise PKW auf die Hebebühne kommen. Für den Lehrling allerdings ein gewohntes Bild: In der Mittagspause wird oft mal schnell der Grill angeworfen. Und Fleisch zu wenden gehört zu einer von Sashas Aufgaben. »Den Lehrling kann man wenigstens anpfeifen, wenn‘s danebengeht«, scherzen die Kollegen – und Sasha wird mal wieder bewusst: Lehrjahre sind keine Herrenjahre … aber machen bei »Hase & Co.« trotzdem Spaß.
sd








