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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Eine herrlich verrückte Familie

Einladung zum Grillen

Wer meint, dass bei guter Stimmung nichts anbrennen kann, irrt gewaltig. Bei Gewinnerin Eva Meier-Gördes und ihrer sympathischen Familie jedenfalls kann es schnell passieren, dass vor lauter angeregter Plauderei am Tisch das Fleisch auf dem Rost etwas in Vergessenheit gerät.

Macht nichts – es ist ja genug da. Also werden die drei schwarz gewordenen Würstchen ihrer Bestimmung übergeben und durch köstlich mariniertes Lammfleisch ersetzt. Und damit dergleichen nicht noch mal passiert (der Appetit steht allen Anwesenden deutlich im Gesicht geschrieben), übernimmt nun die älteste Tochter das Kommando über den Grill.

Oder ist es womöglich gar nicht die Tochter, sondern die Stieftochter Jackie? Keine Frage: Es bedarf schon besonderer Konzentration, um im Geflecht der hier vertretenen Verwandtschaftsgrade die Übersicht zu behalten. „Wir sind eine typische Patchwork-Familie“, bemerkt die Gastgeberin mit einem strahlenden Lächeln, als wollte sie sagen: Von allem nur das Schönste. Schaut man in die Runde, so glaubt man das gern.

Das Herz schlägt im Norden

Geboren und aufgewachsen ist Eva Meier-Gördes im nordrhein-westfälischen Lippstadt, fast 500 Kilometer entfernt von der Ostsee, an der sie seit 23 Jahren lebt. Dass sie einmal das Meer vor der Haustür haben sollte, wäre ihr als Teenager niemals in den Sinn gekommen – seinerzeit beschäftigte sie anderes. Zum Beispiel die Kunst, insbesondere die Malerei, an der sie bereits als Schülerin großen Gefallen gefunden hatte. Auf Zureden ihrer Eltern stellte sie derlei Ambitionen zurück und machte nach der mittleren Reife eine Ausbildung zur Finanzwirtin. „Auch dies ist eine Kunst“, sagt sie, und bereits nach wenigen Ausführungen zum Steuerwesen gibt sich der Fragende geschlagen ob der unzähligen Bestimmungen und Gesetze, die in diesem Bereich beherrscht werden müssen.

Der Weg ins private Glück erforderte mehrere Anläufe und führte unsere Gewinnerin 1985 schließlich in den hohen Norden. Wobei das mit den Anläufen zum Glück so nicht ganz stimmt, denn immerhin sind da ihre Kinder aus drei Ehen, die sie über alles liebt. Dass sie ihre Nähe genießen kann, bedeutet Eva Meier-Gördes – neben ihrem Leben an der Seite von Ehemann Bernd – das größte Glück überhaupt.

Sich Träume ausmalen

Auf die Frage, wo sie sich wohler fühlen würde – im Norden oder im Westen Deutschlands –, folgt eine kurze Pause. „Schwierig zu sagen“, sagt unsere Gewinnerin, „es brauchte drei Jahre, ehe ich warm wurde mit der zurückhaltenden Mentalität hier.“ Längst fühlt sie sich heimisch im schleswig-holsteinischen Dänischenhagen, wo sie mit ihrem Mann ein Haus in direkter Sicht zum angrenzenden Golfplatz bewohnt. Eine ideale Nachbarschaft für den Besuch von Isabelle und Philipp aus München, die hier ihre Platzreife unter Beweis stellen können.

Und das Malen? Dem ist sie treu geblieben. Eva Meier-Gördes verwirklicht ihre Bild-Träume auf 150 x 80 cm großen Leinwänden. Ihre Gemälde in Acrylfarben schmücken die Gänge des Finanzamts Kiel Nord – und natürlich auch ihr eigenes Büro.

espa

Fotos: Elmar Spanehl