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Auf gute Nachbarschaft
Einladung zum Grillen
„Das war ja zu erwarten“, bemerkt Christian Sommerwerck.
Der Blick hinauf zum Himmel verheißt nichts Gutes, der Blick hinab auf den Grill dagegen schon. Da hilft nur eines: den Sonnenschirm aufspannen und mit den Nachbarn eng zusammenrücken.
Aprilwetter im April: Wenigstens in dieser Beziehung hat alles seine Ordnung. Ansonsten allerdings triumphiert an diesem Samstagnachmittag die Improvisation. Kein Problem für die Gastgeber, die nach eigenem Bekunden nur wenig im Leben für planbar halten.
Lehrer auf Wanderschaft
„Als Lehrer muss man auf vieles gefasst sein“, sagt Christian Sommerwerck, „das fängt bereits mit dem Berufsstandort an.“ So sah sich der gebürtige Kieler nach seinem Referendariat vor die Wahl gestellt: entweder in den heimischen Gefilden auf nicht absehbare Zeit ausharren oder aber den Sprung in die Provinz wagen. Denn genau dort, im gemütlichen Bredstedt an der schleswig-holsteinischen Westküste, wurde dem jungen Familienvater 1994 eine Anstellung für die Gymnasialfächer Deutsch und Philosophie angeboten. Während Partnerin Anja seinerzeit den Wegzug aufs Land begrüßte, musste sich Christian an den herben Charme der Deichregion erst einmal gewöhnen.
Mehr als tröstlich war, dass Tochter Jule und das dort geborene Brüderchen Rasmus in der Natur aufwachsen konnten. „Wer in der Stadt lebt, weiß vermutlich gar nicht mehr, wie erholsam die Stille sein kann.“ Nach ein paar Jahren aber schlug sie ihm dann doch aufs Gemüt, und so kamen seine Frau und er überein, die Rückkehr in die Heimat vorzubereiten. Diesmal war sie es, die die Weichen stellte: Gleichfalls Lehrerin, bewarb sich Anja an mehreren Kieler Schulen – und das mit Erfolg. Wenig später war auch er wieder unter Vertrag.
Geschmack muss man haben
In diesem Moment brennt sich die Sonne ein Loch durch die Wolken: Grund genug, noch einmal aufzulegen. „Wer soll das denn alles essen“, sagt Anja und überlegt bereits, wie sie den Inhalt des Kühlschranks neu sortieren kann, um Platz zu schaffen. Einspruch vonseiten der Nachbarn, die demonstrativ ihre Teller neu bestücken.
Wir sitzen im rückwärtigen Garten des Hauses aus rotem Klinker, und immer wieder findet sich etwas, das den Blick auf sich zieht. Mal sind es die schönen Sandsteinskulpturen, die aus dem Rasen zu wachsen scheinen, an anderer Stelle ist es ein liebevoll gestaltetes Steinbeet – und wenn zur Abwechslung einmal nichts zum Verweilen auffordert, stromert Katze Ronja durchs Bild.
Ich hätte mir niemals träumen lassen, ein eigenes Haus zu bewohnen“, stellt Christian fest, als er uns durch die Zimmer führt. Beim Anblick der vielen Bücher stellt sich die altbekannte Frage, die man aber geflissentlich für sich behält
Die gemalten Bilder an der Wand machen dann aber doch neugierig. „Die stammen von Anja“, sagt er. Und die vielen CDs? „Das ist eine Leidenschaft von mir.“
Was kann einen da eigentlich noch raustreiben aus den eigenen vier Wänden? „Der Sommer“, sagt Christian lächelnd, als wir auf die Terrasse zurückkehren. Denn bei aller ausgelassenen Stimmung steht ihm – und natürlich uns allen – die Sehnsucht danach im Gesicht geschrieben.
Drücken wir also die Daumen!
espa






