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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Wii are family

Nintendo: Wii

Nintendos Konsole der nächsten Generation heißt Wii, und die stellt die Konsolenwelt ganz gehörig auf den Kopf.

Nintendo ist ein alter Hase im Videospielgeschäft. Seit Jahrzehnten schon begleiten uns die liebevoll gezeichneten Charaktere um den italienischen Klempner Mario, seines Zeichens Galionsfigur des Unternehmens. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft bekam diese virtuelle Familie eine neue Plattform: Wii.

Dabei war es zunächst einmal so, wie es immer ist, wenn sich ein neuer Vertreter der Videospielzunft die Ehre gibt: Die ersten durchzockten Nächte gehören jenen, die entweder rechtzeitig vorbestellt hatten, früh genug auf den Beinen waren oder bei ebay inflationäre Preise in Kauf genommen hatten. Binnen weniger Stunden waren am 8. Dezember, dem Tag der Veröffentlichung, sämtliche Lager wie leergefegt.

Ein Erfolg, den selbst Nintendo so nicht hatte kommen sehen. Worin genau liegt der Reiz des jüngsten Sprosses? Welche Vor- oder auch Nachteile hat die Wii gegenüber der Konkurrenz von Sony oder Microsoft? An dieser Stelle bringt sich mein coop magazin ins Spiel.

Das Wii-Gefühl
Allein der Codename „Revolution“, den Nintendo für sein neues Gerät im Vorfeld nicht müde wurde zu betonen, deutete darauf hin, dass etwas bahnbrechend Neues auf den Markt geworfen werden sollte. Ebenso wenig kommt der Name Wii (ausgesprochen wie engl. „we“) von ungefähr. Er steht für Interaktion! Die Konsole soll die Menschen zusammenbringen und auch jene hinter dem Ofen hervorlocken, die entweder das Interesse an Computerspielen irgendwann verloren haben oder bisher noch überhaupt nichts damit anzufangen wussten.

Um diese neue Zielgruppe zu überzeugen, hat sich der Konzern um Chef Satoru Iwata kurzerhand aus dem „Wettrüsten“ um die immer schnelleren Prozessoren und potenteren Grafikchips ausgeklinkt und einen Pfad beschritten, der konzeptionell von den ausgetretenen Wegen abweicht.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Wii der Playstation 3 oder der XBox 360 nicht das Wasser reichen kann, wenn es um die Hardware-Ausstattung geht. Auch auf eine DVD-Abspielfunktion wurde verzichtet. Eine graue Maus ist aber auch sie nicht! Laut Herstellerangaben ist sie etwa doppelt so leistungsfähig wie das Vorgängermodell GameCube.

Der eigentliche Clou der Konsole aber liegt in ihrem System, genauer: in der Benutzerführung. Richtet man die Wii-Mote (Controller) auf den Bildschirm, so steuert man den erscheinenden Cursor oder die Figur mittels der Kombination aus eigener Bewegung und Knopfdrücken. Bei der Entwicklung hat sich Nintendo von Gebrauchsgegenständen wie Handys und Fernbedienungen inspirieren lassen. Dinge, zu denen wir einen intuitiven Zugang haben. Tatsächlich gleicht die Wii-Mote eher einer Fernbedienung als einem Steuerungselement im herkömmlichen Sinne.

Einen großen Vorteil verbucht die Wii in Sachen Preis. Mit 250 € sticht sie die Konkurrenz mit je 400 € (XBox 360) und 600 € (Playstation 3) deutlich aus.

Wii – es funktioniert
Im Preis für das Startpaket inbegriffen sind neben der Konsole eine Wii-Fernbedienung, ein sogenannter Nunchuk-Controller, eine Sensorleiste, sämtliche Anschlusskabel sowie das Spiel „Wii Sports“, das während der Entwicklung eigentlich nur dazu gedacht war, den Fortschritt der Sensortechnik zu überprüfen. In der Tat fällt die erstaunlich fortschrittlich aus, wie sich am Beispiel der Sportarten Tennis, Baseball, Bowling, Boxen und Golf zweifelsfrei feststellen lässt! Ein Beispiel: Kreist man beim Baseball seine Wii-Mote, so vollzieht die Figur auf dem Bildschirm exakt jene Bewegung mit dem Schläger.

Allerdings sei an dieser Stelle die Anschaffung zumindest einer weiteren Wii-Mote empfohlen, da – wie der Name Wii schon sagt – der Spielspaß insbesondere mit mehreren Spielern erst so richtig zur Geltung kommt. Mittendrin statt nur dabei ist man nicht zuletzt aufgrund des in der Wii-Mote integrierten Lautsprechers, der mit z. B. unvermittelt frenetisch auftosendem Beifall oder auch dem Klirren von Schwertern dem Spieler Surround-Sound bietet und unmittelbar ins Geschehen eintauchen lässt.

Bereits zur Markteinführung gab es eine beeindruckende Software-Auswahl. Generell darf man gespannt sein, was die Entwickler-Teams noch alles aus dem Wii herauskitzeln werden. Vermutlich einiges – „wii“ auch immer das möglich ist!

Weitere Informationen
www.nintendo-europe.com

ath