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Unser Urmel wird 60
60 Jahre Augsburger Puppenkiste
Die „Augsburger Puppenkiste“ jubiliert. Können Sie sich erinnern? An die Holzkiste mit dem schwarzen, geschwungenen Schriftzug, die sich mit Musik langsam öffnete und so viele schöne Geschichten preisgab? Sie haben Kinderaugen glänzen lassen und auch die Erwachsenen bezaubert.
Unsere Lieblinge aus der Augsburger Puppenkiste: das Urmel, die Schweinedame Wutz, Jim Knopf, die Lokomotive Emma, das Sams und, und, und. In diesem Jahr feiert die „Augsburger Puppenkiste“ ihr 60-jähriges Jubiläum und blickt auf eine bewegte Zeit zurück.
Ein Traum wird wahr
Im Jahr 1940 wird der Soldat Walter Oehmichen in Calais stationiert und entdeckt dort in der Schule ein kleines Puppentheater. Damit entsteht und reift die Idee eines eigenen Marionettentheaters. Drei Jahre später baut er mit Hilfe seiner Frau und seinen beiden Töchtern ein eigenes kleines Puppentheater; ein Bombenangriff bereitet dem allerdings ein jähes Ende. Walter Oehmichen lässt sich nicht entmutigen und beginnt nach Kriegsende mit der Planung eines neuen Marionettentheaters in Augsburg. Bereits am 26. Februar 1948 findet die erste Vorstellung statt, gezeigt wird das Märchen „Der gestiefelte Kater“.
Die ersten Aufführungen sind noch improvisiert, aber in den folgenden Jahren entwickelt sich die Puppenkiste zu einem professionellen Theaterbetrieb – mit dem Nebeneffekt, dass das Ensemble stetig wächst. 1950 wird zusätzlich eine Reisebühne entwickelt, die ein Jahr später auf Tournee geht. Doch die zunehmende Auslastung der Puppenspieler und die späteren Fernsehproduktionen führen dazu, dass die „Kiste auf Rädern“ wieder eingestellt wird.
Im Zuge einer Sanierung im Jahr 2000 wird das Puppentheatermuseum „die Kiste“ im Stockwerk über der Bühne eingerichtet. Hier können die Besucher eine Zeitreise machen und auf 570 Quadratmetern alle die Marionetten bewundern, die uns in der Kindheit und auch später noch so verzaubert haben. Raritäten aus anderen Theatern können dort ebenfalls bestaunt werden.
Hauptsache: Fingerfertigkeit
Was uns als Zuschauer so entzückt und in fremde Welten entführt, was scheinbar mit so großer Leichtigkeit geschieht, ist in erster Linie harte Arbeit! Bevor ein neues Stück auf die Bühne kommt, bedarf es über ein Jahr der Vorbereitung. Wenn eine interessante Vorlage gefunden ist, muss sie speziell für das Marionettenspiel adaptiert werden. Sodann geht es an das Bühnenbild und die Figuren. Oder besser gesagt: an die Charaktere, denn auch bei diesen Geschöpfen handelt es sich um wahre „Persönlichkeiten“. Sie werden aus Lindenholz geschnitzt und anschließend fantasievoll kostümiert.
Dann heißt es proben, proben, proben. Bis zuletzt wird immer wieder an Kleinigkeiten gefeilt. Im Tonstudio wird ein Probenband mit Texten und Musik aufgenommen, das in Details immer wieder bearbeitet wird, bis alles stimmt. Damit ist das Playbackband für die Vorstellungen entstanden.
Zu guter Letzt natürlich liegt es an der Fertigkeit der Puppenspieler, die Figuren allabendlich zum Leben zu erwecken. Es bedarf besonderer Fähigkeiten und regelmäßiger Übung, damit die Marionetten scheinbar selbstständig auf der Bühne agieren. Wer mag, kann vor Ort ja einmal die Fäden selbst in die Hand nehmen – vermutlich wird die Marionette nach kürzester Zeit im wahrsten Sinn des Wortes durchdrehen. Es braucht Zeit, ehe man ein Gefühl für die Führung der Figuren bekommt.
Bloß nicht den Faden verlieren
Spätestens eine Stunde vor Vorstellungsbeginn muss das eingeteilte Team im Theater sein, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Kulissen müssen aufgebaut werden und die Puppen in der Reihenfolge ihres Auftretens zurechtgehängt werden. Sodann begeben sich die Spieler hinter
nein, natürlich über die Bühne, und zwar auf die Spielbrücke, von der aus sie agieren. Wenn alles bereit ist, ertönt ein Läuten, es öffnet sich der Vorhang, und die Zuschauer tauchen ein in eine bezaubernde Welt, die die „Augsburger Puppenkiste“ uns für ein paar Stunden schenkt.
„die Kiste“ – Das Museum
Im Augsburger Puppentheatermuseum in der Spitalgasse 15 sind die Marionetten und Bühnenbilder mit vielen interessanten Infos zu bewundern. Infos zum Programm und zu wechselnden Sonderausstellungen erhalten Sie unter www.augsburger-puppenkiste.de
und Tel.: (08 21) 45 03 45-0
Vielen Dank für 60 Jahre
„Augsburger Puppenkiste“!
marö





