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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Turbulenzen in Hamburg

»Charleys Tante« vom 28. Februar bis 17. April im Ohnsorg-Theater.

Zwei Klassiker an einem Abend – das erwartet die Zuschauer in Hamburgs populärem Privattheater. Denn zum einen erleben Sie eine Komödie, die seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Stücken gehört, zum anderen ist auch das traditionsreiche Ohnsorg-Theater ein echter Klassiker weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Ende Februar feiert dort der Schwank »Charleys Tante« Premiere, und zwar, wie es sich gebührt, auf Plattdeutsch.

»Charleys Tante« stammt aus der Feder von Brandon Thomas und hat schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel. Nein, nicht die Tante, sondern die Komödie aus dem Jahr 1892. Bereits die Inszenierung der Uraufführung erreichte damals über 1500 Vorstellungen. Rund 60 Jahre später gab es eine erfolgreiche Musical-Version und später mehrere Verfilmungen. Im deutschsprachigen Raum am bekanntesten sind der Film von 1956 mit Heinz Rühmann und ein zweiter von 1963 mit Peter Alexander
in der Titelrolle.

Findige Studenten
Die Studenten Jakob und Charley stammen aus gutem Haus, sind aber stets pleite. Und noch dazu sind sie über beide Ohren verliebt. Doch leider lassen sich die Angebeteten nicht zu einem Rendezvous überreden. Erst als sich Charleys steinreiche Tante, Donna Lucia d’Alvadorez aus Brasilien, bei ihrem Neffen zu einem Besuch ankündigt, wendet sich das Blatt. Die Dame weckt die Neugier der jungen Frauen, und so wird ein gemeinsames Essen arrangiert.

Doch leider verzögert sich die Ankunft der sagenhaften Tante, von der Charley seiner Geliebten so schwärmerisch berichtet hat. Nun muss Ersatz her, denn sonst sitzen die beiden Studenten am Ende ganz alleine in der Wohnung. Damit das romantische Treffen doch noch stattfinden kann, überreden Jakob und Charley ihren guten Freund Georg, in die Rolle der Tante aus Brasilien zu schlüpfen. Und so nimmt das Chaos seinen Lauf.


Große Vergangenheit und strahlende Zukunft
Das Ohnsorg-Theater hat 2009 den Pegasus Preis erhalten. Damit wurde die gute Mischung der Produktionen gewürdigt, die sich zwischen Schwank-Traditionen und modernem Lustspiel, zwischen Solo- und Ensembleleistungen bewegt. Seit mehr als 100 Jahren ist das Theater eine feste Institution in Hamburg. Es geht auf die 1902 von Richard Ohnsorg gegründete »Dramatische Gesellschaft« zurück, die seit 1909 auf Plattdeutsch Theater spielte.

Seit 1936 besteht der aktuelle Standort des Theaters in den Großen Bleichen, doch spätestens 2011 soll ein Umzug stattfinden in das geräumigere Bieberhaus am Hauptbahnhof. Seit 1954 bis zum heutigen Tag strahlt der Norddeutsche Rundfunk in regelmäßigen Abständen und mit größtem Erfolg Aufzeichnungen der Inszenierungen aus. Unvergessen und ungebrochen beliebt sind bis heute die Vorstellungen mit Heidi Kabel und Henry Vahl.

Intendant Christian Seeler ist seit 1996 verantwortlich und zeigt ein abwechslungsreiches Programm zwischen Rock-Revue, Charakterkomödien, Operette, ernstem Schauspiel und natürlich den beliebten Ohnsorg-Klassikern. Der Erfolg ist bezeichnend: Mehr als 160 000 Besucher kommen Jahr für Jahr in die Aufführungen.jp


Weitere Premieren in der aktuellen Spielzeit:
»Wenn ick du weer« - Komödie mit Heidi Mahler, Wilfried Dziallas u. v. a., 18. April bis 29. Mai
»Nix as Sand« - Komödie mit Ursula Hinrichs, Uta Stammer, Jasper Vogt u. v. a., 30. Mai bis 7. Juli
Ohnsorg-Theater, Große Bleichen 23-25, 20354 Hamburg
Infos und Buchungen unter Tel. 040 35 08 03-21
und www.ohnsorg.de

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links: Mathias Junge
oben Tanja Rübcke, Manfred Bettinger, Sonja Stein, Nils Uwe Krack