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Spiel des Lebens
Kinotipp: »Slumdog Millionär« – ab 19. März im Kino.
Kann ein junger Mann aus den Slums des indischen Mumbai tatsächlich Millionär werden, indem er alle Fragen in der berühmten Quizshow richtig beantwortet? Oder ist da irgendetwas faul? Schon viele gebildete Teilnehmer sind kläglich oder auch nur knapp gescheitert, und nun kommt da so ein junger und naiver Hüpfer namens Jamal daher und weiß einfach alles.
Für Moderator Kumar Prem steht fest, dass Jamal ein Scharlatan ist. Außerdem droht der Junge ihm selbst die Show und die Sympathien der Zuschauer zu stehlen. Deshalb hat er auch keinerlei freundschaftliche Gefühle für seinen Überraschungskandidaten, sondern schickt ihm vielmehr die Polizei auf den Hals, die ihn vor der alles entscheidenden letzten Frage des Betrugs überführen soll.
Im Scheinwerferlicht
Der gerufene Inspektor verhört Jamal die ganze Nacht und stellt dabei fest, dass dieser selbst von seinem Erfolg völlig überrascht ist und dass seine Ziele eigentlich ganz woanders liegen als darin, Millionär zu werden oder im Rampenlicht zu stehen. Dem jungen Mann aus den Straßen der indischen Metropole geht es um seine Liebe zu Latika, in die er sich schon vor Jahren unsterblich verliebt hat, die jedoch für ihn unerreichbar ist.
Während des Verhörs erschließt sich dem Inspektor Jamals aufregende Lebensgeschichte. Dabei wird deutlich, dass der Junge ohne Schulbildung dennoch im Laufe seines Heranwachsens genau die Erfahrungen gemacht hat, die ihm jetzt im Studio helfen, die kniffeligen Fragen zu beantworten. Nach und nach gerät der anfangs feindselig eingestellte Beamte in den Sog von Jamals Geschichte.
Ein modernes Märchen
»Slumdog Millionär« basiert auf einer Reihe von Kurzgeschichten des Autors Vikas Swarup, die für den Film zu einer einzigen Story verwoben wurden. Der britische Regisseur Danny Boyle (»Kleine Morde unter Freunden«, »Trainspotting«, »Lebe lieber ungewöhnlich«) schuf daraus eine schillernde, magische und berührende Liebes- und Lebensgeschichte in der exotischen Kulisse der indischen Millionenstadt. Obwohl der Film in Indien spielt, ist kein typischer Bollywood-Film entstanden. Denn anders als die Filme des mittlerweile auch bei uns gern gesehenen Genres ist »Slumdog Millionär« weder kitschig noch oberflächlich – und dennoch märchenhaft. Es ist ein zauberhafter Film voller Lebendigkeit, Lebensenergie und Leidenschaft, der vom Schicksal, von der Liebe und von der Kraft der Träume erzählt.
Danny Boyle selbst berichtet, er habe schon immer ein Faible für außergewöhnliche Lebenserfahrungen gehabt und diese auch in ganz unterschiedlicher Form in seinen bisherigen Filmen umgesetzt. An seinem aktuellen Film habe ihn die Verbindung von großem Abenteuer und tiefen Gefühlen gereizt. Die Geschichte biete viele Drehungen und Wendungen des Schicksals und berühre die Zuschauer, die ihre persönlichen Triumphe und Dramen hier in übersteigerter Form erleben.
Verdienter Lohn
Ein Teil der besonderen Ausstrahlung des Filmes beruht auf den Bildern von Kameramann Anthony Dod Mantle, der sich lieber mit einer kleinen Handkamera mitten in das Getümmel von Mumbai stürzte, als sich auf schwere Studio-Technik zu stützen. So zeigen die Bilder ein modernes Indien, das kaum jemals in dieser Art im Film zu sehen war. Das harte Leben in den Slums wird nicht beschönigt, und dennoch weckt es die Fantasie.
Kritiker und Publikum in der ganzen Welt haben das Werk begeistert gefeiert. Schon jetzt konnte es zahlreiche Auszeichnungen gewinnen, darunter vier Golden Globes in den wichtigen Kategorien: »Bester Film«, »Beste Regie«, »Bestes Drehbuch« und »Beste Filmmusik«.
jp







