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Scharf und exotisch
„Bollywood – The Show“
Bollywood? Nein, das ist kein Tippfehler. Bollywood ist ein Synonym für die Filmindustrie in Indiens Metropole Mumbai, dem ehemaligen Bombay, und ist ein seit dem Ende der 70er-Jahre gebräuchliches Wortspiel, das sich aus Hollywood und Bombay zusammensetzt. Jährlich werden in Indien 700 bis 900 Filme gedreht, davon etwa 200 in Bollywood. Damit ist die indische Filmindustrie die produktivste der Welt und lässt selbst Hollywood weit hinter sich.
Die Filmkultur kann in Indien auf eine lange Tradition zurückblicken. Doch im Verhältnis zu westlichen Produktionen waren Ausstattung, Effekte, Kamera und Kostüme lange Zeit eher mittelmäßig. Seit Mitte der 90er-Jahre wuchsen jedoch nicht nur die Budgets der Produktionen, auch das Interesse außerhalb Indiens nahm stetig zu. Selbst bei den Filmfestspielen in Cannes lief im Jahr 2002 erstmals ein indischer Film der Marke „Bollywood“.
Der Reiz des Surrealen
Was macht den besonderen Reiz der Filme aus, die auch hierzulande immer mehr Anhänger finden? Bollywood-Filme sind wie Musicals. In einem oft dreistündigen Film werden mitreißende Lieder, atemberaubende Tänze, Liebesverstrickungen, Komik und tollkühne Abenteuer vor fantastischen Kulissen verschmolzen. Scheinbare Gegensätze werden vereint, Komik und Tragik wechseln sich binnen Sekunden ab. Die Geschichten sind oft melodramatisch und greifen bekannte Muster auf: unglückliche Liebhaber, wütende Eltern, hinterhältige Bösewichte und viele dramatische oder auch angenehme Wendungen des Schicksals.
Niemand wird ernsthaft auf die Idee kommen, die Geschichten für ein Abbild der Realität zu halten. Ganz im Gegenteil, gerade durch die Überzeichnung entsteht ein besonderer Zauber, der die Zuschauer in eine eigene Welt entführt und sie von den Problemen des Alltags ablenkt. Die herausstechenden Merkmale sind die Gesangs- und Tanzszenen. In den älteren Filmen orientieren sie sich an den traditionellen indischen Tänzen. In den moderneren Produktionen werden auch westliche Elemente aus Musikvideos von MTV oder aus Broadway-Musicals integriert.
Von Bombay auf die Bühne
„Bollywood – The Show“ greift Motive, Choreografien und die erfolgreichsten Soundtracks aus 80 Jahren indischer Filmgeschichte auf und bringt sie als spektakuläre Mischung auf die Bühne. Die Produktion aus Bombay mit rund 50 Musikern, Tänzern und Schauspielern spannt einen opulenten Bilderbogen vom traditionellen Indien bis zur Glitzerwelt des Bollywood-Kinos. Die Zuschauer erleben mit aufwändigen Lichteffekten und farbenprächtigen Kostümen ein zweistündiges Fest der Sinne.
Die Geschichte beginnt in Indien. Shantilal Merchant, ein einstmals erfolgreicher Regisseur und Choreograf, glaubt, dass Filme das Leben der Menschen ändern können. Seine Enkelin Ayesha ist als Filmemacherin heute erfolgreich. Sie denkt, dass Filme den Menschen helfen sollen, der Realität zu entfliehen. So entsteht zwischen ihnen ein Streit um Realität und Fantasie, und die Kluft scheint unüberwindlich zu sein. Erst der drohende Tod des Großvaters führt sie wieder zusammen.
Bollywood unterwegs
03. – 15. April – Düsseldorf, Capitol Theater
17. April – Rostock, Stadthalle
19. April – Heilbronn, Harmonie
22. April – Freiburg, Rothaus Arena
24. April – Dresden, Kulturpalast
29. April – Karlsruhe, Europahalle
04. Mai – Kempten, bigBOX Allgäu
05. Mai – Ravensburg, Oberschwabenhalle
09. Mai – Braunschweig, Stadthalle
18. und 19. Mai – Berlin, Tempodrom
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www.bollywoodshow.de
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