Artikel dieser Ausgabe aus Freizeit
Meine Gesundheitsapotheke
Rettung in der Not
»Das ist so genial«, seufzt Paula genüsslich und räkelt sich auf ihrem Handtuch, bevor sie sich umdreht und auf den Bauch legt. Dann hebt sie träge den Kopf und lässt ihren Blick über den hellen Sand schweifen, der mit unzähligen bunten Handtüchern und Decken belegt ist.
Ihr Blick wandert weiter zum grünblauen Wasser, das im Sonnenlicht funkelt. Kleine, weiße Wellen tanzen darauf und glückliche Menschen – große und kleine – stürzen sich lachend in die erfrischende Ostsee.
»Wie schön, dass wir den Strand praktisch vor der Haustür haben«, murmelt Paula und ruft dann Olli, der in einiger Entfernung mit Onur Beach-Tennis spielt, zu: »Hey, Olli, kannst du mir mal den Rücken einkremen?«
Das lässt Olli sich nicht zweimal sagen und greift die Flasche mit der Sonnenmilch.
»Aber mach` vorher die Hände sauber«, nuschelt Paula in ihr Handtuch, »ich brauche kein Peeling auf dem Rücken.«
»Ach Olli, wenn du schon dabei bist ...!« Carlotta, die neben ihrer Freundin im Sand gedöst hat, grinst und dreht sich auch auf den Bauch.
In diesem Augenblick ertönt ein panischer Schrei.
»Oh Gott, Lena!«
Erschrocken schauen die Freunde auf. Eine schwangere Frau mit dickem Kugelbauch schwankt über den Sand so schnell sie kann, knapp an Paulas Nase vorbei. Feiner Sand wirbelt hoch und rieselt auf den frisch eingekremten Rücken.
»Mein Kind!«, ruft die Frau angsterfüllt. »Lena!«
Andere Badegäste blicken sich jetzt um, aber Onur erfasst als Erster die Situation.
»Oh Mist! Alarmiert die Strandwache!«, brüllt er und rennt in Richtung Wasser.
Nun erkennen auch die Freunde, was geschehen ist: Weit abgetrieben schaukelt ein Kinderschlauchboot auf den Wellen – und in diesem sitzt völlig allein ein kleines Mädchen.
Olli macht sich eilig auf den Weg zum Wachturm der Rettungsschwimmer, während die beiden Mädchen hinter Onur herhasten. Mittlerweile hat sich eine Menschentraube um die Frau und einen etwa siebenjährigen Jungen gebildet.
»Ich wollte das nicht, Mami ... «, schluchzt er unentwegt, während seine Mutter stammelt: »Ich musste doch nur mal kurz auf die Toilette ... Benni sollte auf seine Schwester aufpassen ... er hat doch schon Seepferdchen ... und sie durften nur hier vorn im ganz flachen Wasser spielen ...« Jemand versucht, die völlig aufgelöste Frau zu beruhigen.
Carlotta hat allerdings mehr Mitleid mit dem kleinen, weinenden Jungen, der hilflos zwischen all den großen Menschen steht. Sie kniet sich zu ihm.
»Hey, Benni«, tröstet sie, »mein Freund Onur ist ein ganz toller Schwimmer, der hat deine Schwester bestimmt gleich eingeholt. Und die Rettungsschwimmer sind auch schon unterwegs. Du wirst sehen, im Handumdrehen ist Lena wieder da.«
»Ehrlich?«, schnieft Benni und Carlotta nickt.
»Versprochen.«
Kurze Zeit später bringt der Rettungsschwimmer das Mädchen wohlbehalten an den Strand zurück. Onur kommt schnaufend mit dem Schlauchboot im Schlepptau hinterher.
»Lass uns gehen«, raunt er seinen Freunden zu, doch bevor sie sich unbemerkt verdrücken können, legt sich ihm eine feste Hand auf die Schulter.
»Hey, Kumpel - tolle Leistung«, lobt der Mann von der Wasserwacht und zwinkert Onur anerkennend zu.



