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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Pasión y temperamento

Tanztheater: „Bolero Flamenco“

Das legendäre Ballet Teatro Español kommt mit seinem Flamenco-Tanztheater „Bolero Flamenco“ nach Hamburg und Dresden.

Vor siebzig Jahren starb der französische Komponist Maurice Ravel, dessen 1928 uraufgeführtes Stück „Bolero“ bis heute zu den meistgespielten orchestralen Werken gehört. Entstanden ist das Stück in Form eines spanischen Balletts auf Wunsch der Tänzerin Ida Rubinstein.

Während der Olympischen Spiele 1984 in Sarajevo verwendete das britische Eistanzpaar Jayne Torvill und Christopher Dean den Bolero für ihre goldmedaillengekrönte Kür und weckte so auch außerhalb der Musiksäle das Interesse an dieser Musik.

Sprachen des Flamenco

Als Hommage an Maurice Ravel inszenierte Rafael Aguilar die sinnliche Flamenco-Interpretation des Bolero in dem abwechslungsreichen Programm „Bolero Flamenco“. Es besteht aus drei Teilen. Eröffnet wird der Abend mit der Inszenierung „El Rango“, die aus der künstlerischen Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Rafael Aguilar und Antonio Gades entstanden ist. Rafael Aguilars sehr eigener künstlerischer Stil orientiert sich an klassischen spanischen und internationalen Werken, darunter auch die des Dramatikers Federico García Lorca, auf dessen Werk „La casa de Bernarda Alba“ das Tanztheaterstück „El Rango“ basiert.

Im zweiten Teil des Abends folgt die sinnliche Flamencovision des Bolero. Choreograf Rafael Aguilar sagte über sein Stück: „Indem ich die Sprache und die Rhythmen des Flamencos benutze, biete ich eine sehr persönliche Interpretation des Werkes an, das so reich an Atmosphäre und Gefühl ist, tief durchwirkt vom Geiste Spaniens.“

Der dritte und längste Part des Abends schließlich bringt die temperamentvolle „Suite Flamenca“. Hierbei handelt es sich um eine umfassende und farbenfrohe Anthologie verschiedener Stile des klassischen und des modernen Flamencos. Dieser Teil beinhaltet die wichtigsten Formen des spanischen Tanzes mit traditionellen Gesängen und der Musik erstklassiger Flamenco-Musiker. Die Zuschauer und Zuhörer erleben die Leidenschaft und Intensität des Flamencos, der zwei dominierende Stimmungen kennt: „Jundo“ ist die tiefe, beseelte, leidenschaftliche und bedrückte Seite, während „Chico“ leicht, extravagant, farbenprächtig und beinahe ironisch wirkt.

Der Choreograf und die Künstler
Die Erfolgsgeschichte des Ballet Teatro Español beginnt 1960 in Paris, wo Rafael und Manuela Aguilar ihre Gruppe mit sieben Künstlern gründeten. Heute umfasst die Compagnie 35 exzellente Tänzer, Musiker und Sänger und präsentiert ausschließlich Choreografien ihres Gründers. Diese werden für ihre Aktualität und Modernität hoch gelobt und begeistern ihr Publikum auf der ganzen Welt. Die Musiker und Tänzer zählen in Spanien zu den Besten ihres Genres.

Der 1995 während eines Gastspiels in Madrid verstorbene Rafael Aguilar gilt bis heute als einer der innovativsten Schöpfer und Wegbereiter des modernen spanischen Tanztheaters. Meisterhaft verstand er es, Elemente des klassischen Balletts, des zeitgenössischen Tanzes und des Flamencos in den klassischen spanischen Tanz einfließen zu lassen. In seinen Werken spiegeln sich seine künstlerische Vielseitigkeit, seine Toleranz, sein tiefes Verständnis und sein Respekt wider für kulturelle Besonderheiten und die Fähigkeit, Gegensätze miteinander zu verbinden.

Bolero Flamenco

14. bis 26. August 2007,
Hamburgische Staatsoper
16. bis 25. November 2007,
Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper)
Karten für „Bolero Flamenco“ sind über die Tickethotline (0 18 05) 15 25 30 (0,14 €/Min.) sowie auf der Website des Veranstalters erhältlich:
www.bb-promotion.de

jp

Fotos: BB Promotion (4)