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Neues Spiel
Ab dem 23. November spielt Daniel Craig im „Casino Royale“
Der Spieltrieb ist den Männern angeboren. Egal, ob es sich dabei um einen kleinen Lederball mit 22 Männern in kurzen Hosen oder um komplizierte technische Geräte handelt: Die Faszination für praktische wie unpraktische Spielsachen bleibt dem typischen Mann sein ganzes Leben lang erhalten. Nur dass er mit zunehmendem Alter mehr Geld dafür ausgibt. Frauen stehen dieser Begeisterung meist eher kopfschüttelnd oder milde lächelnd gegenüber.
Das Leben ist ein Spiel
Der Prototyp des spielenden Mannes ist und bleibt Geheimagent James Bond in seinem unermüdlichen Kampf gegen die Bösewichter der Welt und für die britische Krone und die schönen Frauen. Legendär sind die zahlreichen verblüffenden technischen Errungenschaften, mit denen ihn der Tüftler Q (Desmond Llewelyn) und nach dessen Tod im Jahr 1999 sein Nachfolger R (John Cleese) stets aufs Neue ausstatten. Autos, Uhren, Gürtel und viele andere Gegenstände sind mit spektakulären Funktionen ausgestattet, die Herrn Bond nicht nur manches Mal das Leben retten, sondern auch immer wieder das Kind in ihm bei Laune halten.
Zum Spiel gehören auch die Bond-Girls. Es wäre vermessen, sie als reines Spielzeug zu bezeichnen, denn viele von ihnen haben sich im Laufe der Jahre als ebenbürtig erwiesen, wenn sie dem Geheimagenten das Leben entweder sehr schwer machten oder aber mit ihm gemeinsam kämpften. In jedem Fall ist das Spiel mit dem Feuer eines, das James Bond mindestens genauso gerne betreibt wie jenes mit seinem technischen Firlefanz.
In erster Linie jedoch geht es in den Geschichten mit James Bond stets um den Kampf gegen die finsteren Schurken. Doch auch hier hat man manches Mal den starken Eindruck, es ginge nicht nur um die Weltherrschaft, sondern auch ums alte Muster „Mann gegen Mann“. Wer erinnert sich nicht an das diebische Vergnügen, mit dem zum Beispiel Gert Fröbe alias Auric Goldfinger seinen Gegenspieler James Bond in starke Bedrängnis brachte?
Spiels noch einmal, Bond
Noch mehr Spiel gibt es ab dem 23. November zu sehen, wenn mit Casino Royale das neueste Werk aus der Reihe in den deutschen Kinos startet. Die Zuschauer erleben den jungen James Bond (Daniel Craig), ehe er seine Lizenz zum Töten erhält. Dieser soll im Casino Royale von Montenegro im Pokerspiel gegen Le Chiffre (Mads Mikkelsen) antreten. Le Chiffre seinerseits ist der Bankier einer weltweit operierenden Terrororganisation und will für diese einen hohen Geldbetrag erspielen. Für beide Seiten ein hochriskantes Unternehmen, denn beide haben viel zu verlieren. Zudem werden nicht nur die Einsätze in Schwindel erregende Höhen getrieben, sondern es kommen auch zahlreiche schmutzige Tricks zum Einsatz.
Der Film basiert auf Ian Flemings gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1953, welcher der erste der James-Bond-Reihe war. Mit Daniel Craig übernimmt nun der sechste Darsteller die Rolle des smarten Agenten. Für viele kam die Wahl des 38-jährigen Briten nach dem Ausscheiden des bisherigen Darstellers Pierce Brosnan überraschend, doch nachdem in den ersten Monaten vor allem die britische Boulevardpresse eine wahre Kampagne gegen den neuen Bond durchführte, überwiegen nach den ersten Ausschnitten aus dem neuen Film Neugier und Vorfreude.
Die Änderung der Spielregeln
Mit dem neuen Darsteller geht eine Neuausrichtung der Reihe einher. Der 21. Film in der mittlerweile 44 Jahre umfassenden Reihe soll düsterer und realistischer sein als seine Vorgänger. Während in den vorigen Filmen jedes Mal mehr Geld in immer aufwändigere Spezialeffekte gesteckt wurde, wurde das Budget dieses Mal gegenüber dem Vorgänger halbiert. Stattdessen wurden die Geschichte und die Charaktere feiner herausgearbeitet. Einen sehr hohen Stellenwert nimmt die Liebesgeschichte zwischen James Bond und seiner ihm zugewiesenen Partnerin Vesper Lynd (Eva Green) ein, die viel über den Charakter und die weitere Entwicklung des Menschen Bond erklären soll.
Ob die Fans alle Änderungen mögen werden, muss abgewartet werden. In jedem Fall scheint es ein wichtiger Schritt zum Fortbestand und zur Weiterentwicklung der Reihe zu sein, der andernfalls ein Abdriften in die Wiederholung des ewig Gleichen gedroht hätte.
jp







