
Meine Gesundheitsapotheke
Mit viel Natur und Fantasie.
Der Herbst lädt zum Sammeln und Basteln ein.
Leise, ganz leise neigt sich der Sommer dem Ende zu. Herbst möchte man noch gar nicht sagen, aber draußen ändern sich bereits die Farben. Und nicht nur das: Es riecht auch anders, die Nächte werden kühler, die Abende kürzer … etwas Neues kündigt sich an.
Das ist ein guter Zeitpunkt, um hinauszugehen und gemeinsam zu erkunden, was die Natur im September so hergibt, um daraus etwas Hübsches zu gestalten – und das bestimmt nicht nur für Kinder, denen es zuhause langweilig wird. Am besten, man nimmt gleich einen Korb oder Karton zum Sammeln mit.
Auf Tour.
Auffällig sind die Pilze, die im September häufig zu sehen sind. Sie sind zum Basteln weniger geeignet, aber die vielfältigen Formen sollte man sich schon anschauen und einprägen – als Vorlage für spätere Kreationen. Die roten oder leuchtend orangenfarbigen Vogelbeeren kann man ebenfalls mitnehmen, häufig bieten Ziersträucher noch weitere farbige Beeren an. Beliebte Materialien sind außerdem Moos und kleine Zweige. Manchmal findet man auch frühe Bucheckern oder zumindest die Hütchen vom letzten Jahr.
Nicht zu vergessen natürlich die Blätter, von denen manche schon ein wenig ihre Farbe ändern. Aber noch sind sie frisch und voller Saft. Am besten wählt man solche, bei denen die Blattrippen deutlich erhaben sind. Hierzu zählen Ahorn- und Kastanienblätter, aber auch Buche und Birke eignen sich. Vielleicht steht auch ein Ginko-Baum in der Nähe – staunenswert, wie dort die Blattrippen gar nicht verzweigt verlaufen, sondern alle parallel das Blatt durchziehen, der Urform der Bäume entsprechend.
Übrigens muss nicht alles zum Basteln natürlichen Ursprungs sein – neben kleinen Steinen bieten sich auch weggeworfene Eisstiele und metallisch glänzendes Bonbon-Papier an. Vielleicht lässt sich dergleichen später in unsere Spätsommer-Frühherbst-Collage einbauen.
Jetzt geht’s los.
Wieder zuhause angekommen, empfiehlt es sich, den Tisch mit Zeitung abzudecken. Ein Karton bildet die Unterlage zur Collage. Die Beeren, Zweige und anderen Fundstücke werden mit Kleber und Nadel und Faden auf dem Untergrund arrangiert und befestigt. Wem das gestalterisch nicht reicht, der kann noch zu Buntstift oder Farbe greifen. Achten Sie aber darauf, dass nicht die ganz feuchten Materialien verwendet werden. Und die frischen Blätter werden ohnehin noch benötigt!
Das erste Bild, eine Natur- oder Frühherbst-Collage, ist fertig. Dass das Gras langsam trocknet und das Bild seine Farbe verändert, macht gar nichts – es zeigt uns höchstens, dass die Natur sich im ständigen Wandel befindet.
Drucken.
Jetzt wollen wir noch bleibende Erinnerungen an den Blätterreichtum des Sommers schaffen. Geben Sie auf eine Platte eine kleine Menge Linoldruckfarbe und färben Sie eine Linoldruckwalze gründlich ein. Dann legen Sie ein Blatt mit den erhabenen Blattrippen nach oben auf eine Zeitung und walzen es vorsichtig ein. Drücken Sie die farbige Seite des Blattes anschließend auf ein weißes Blatt Papier, nehmen es wieder ab und freuen Sie sich mit den Kindern über die zarten Strukturen, die entstehen und die das Blatt erkennbar machen.
Besondere Effekte lassen sich mit mehreren verschiedenen Linoldruckfarben herstellen. Natürlich können das die Kinder auch selber in die Hand nehmen. Bedenken Sie nur, dass Linoldruckfarbe nicht herauszuwaschen ist und deshalb ein Kittel oder ein altes Oberhemd zum Schutz der Kleidung nötig ist. Schön sieht es aus, wenn verschiedene Blätter auf einem Blatt Papier gedruckt werden. Ein einmal mit Farbe eingewalztes Blatt lässt sich auch mehrmals benutzen.
Noch mehr Herbst?
Wie wäre es mit Kartoffeldruck? Schneiden Sie mit dem Messer die Form eines Blattes aus einer halben Kartoffel. Für geschickte Schnitzer ist es auch möglich, die Oberfläche zwischen den Blattrippen vorsichtig herauszuheben. Manche mögen vielleicht sogar den zackigen Rand eines Birkenblattes nachempfinden. Nehmen Sie anschließend den Tuschkasten und malen Sie die geschnitzte Seite der Kartoffel an. Hier können Sie Grün-, Braun- und Ockertöne wählen. Dann kann gedruckt werden.
Die ganz Kleinen können vielleicht Kartoffelstücke bekommen, deren Halbkreissegment an einen Pilzhut erinnert. Zusammen mit einem viereckigen Stück ergibt das die Pilze für den Waldboden. So ein Kartoffeldruckbild können alle gemeinsam auf einem großen Bogen Papier herstellen, je nach Größe ergibt es gleich einen ganzen Wald. Auf einen schmalen Papierstreifen gedruckt und anschließend eingeschweißt ergibt so ein »Blatt«-Druck ein schönes Lesezeichen für die sich ankündigenden Leseabende.
Viel Spaß! bth
Sammel-Checkliste
Aus diesen Materialien lässt sich vieles machen: Tonkarton, Papier, Flaschen mit flüssiger Farbe (Gouache oder Linoldruckfarbe), falls zu kompliziert, geht auch ein normaler Tuschkasten, eine Platte, um die Farbe auszuwalzen, Kartoffeln, Blätter, Vogelbeeren, Schere, Messer, Klebstoff, Papier, Pinsel, Walzen für Linoldruck.



