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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Mit der Seele einner Königin

Die Harlem Gospel Singers touren wieder

Die Presse überschlug sich vor Begeisterung mit Superlativen, als im vergangenen Jahr die legendäre Queen Esther Marrow gemeinsam mit den nicht weniger außergewöhnlichen Harlem Gospel Singers auf große und aufwändig inszenierte Showtournee durch zahlreiche Städte in ganz Europa ging.

Begeisterung in Wort und Fuß

Von einem „begeisternden, ansteckenden Ja zum Leben“ war da die Rede, von „perfekter Choreografie“ und „enthusiastischer Hingabe“, gar von „Gottes stimmgewaltigem Spezialkommando“. Und neben den ansteckenden Rhythmen habe es auch meditative Momente gegeben, in denen „das Auditorium geschlossen den Atem angehalten“ habe.

Am Ende ist es wie so oft: Wer selbst dabei war, wird bei diesen Beschreibungen vielleicht nachsichtig lächeln, und wer nicht dabei war, erhält gerade mal eine Ahnung davon, was er hätte erleben können. Denn derartige Erlebnisse lassen sich kaum in Worte fassen, da die Auftritte geradewegs in Herz und Seele der Zuschauer zielen.

Zuschauer? Auch dieser Ausdruck mag nicht so recht passen. Denn kaum jemand beschränkt sich hier tatsächlich auf die Rolle eines Zuschauers. Selbst von Papst Johannes Paul II. wird berichtet, dass er es sich bei einem Auftritt von Queen Esther Marrow nicht habe nehmen lassen, begeistert mit dem Fuß zu wippen. Mitwippen, mitsingen, miterleben, die Bandbreite ist groß, und dass die Deutschen so steif und kühl sind, wie ihnen oft nachgesagt wird, kann angesichts ihrer Begeisterung in den Konzerten mit gutem Grund bezweifelt werden.

Die Königin gibt sich die Ehre

Ab Ende November ist die Formation erneut auf großer Tour durch Deutschland und Europa und macht dabei Station in zahlreichen großen und kleineren Städten kreuz und quer durch die Lande. Seit der Gründung im Jahre 1990 sorgt das Ensemble mit seinem unvergleichlichen Stil alljährlich für ausver­kaufte Häuser. Jahr für Jahr gab es ein bis zwei neu inszenierte Shows.

Queen Esther Marrow, die ihren Namen der biblischen Königin Esther verdankt, begann ihre professionelle Laufbahn im Alter von 22 Jahren, als Duke Ellington ihr stimmliches Talent und ihre außergewöhnliche Musikalität entdeckte. Er verpflichtete sie für eine gemeinsame und länger als vier Jahre andauernde Welttournee und legte so den Grundstein für eine lebenslange Freundschaft.

Die überragende Kraft der Musik

Ihre Karriere wurde von zahlreichen weiteren festen Größen des Musikgeschäfts begleitet, darunter Harry Belafonte, Ella Fitzgerald, B.B. King, Ray Charles, Thelonious Monk und Bob Dylan. Sehr wichtig war ihr auch immer ihr ausgeprägtes politisches Engagement als aktives Mitglied der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Auch für die anderen Künstler war und ist Soul stets weit mehr als ein reines Musikgenre. Stets ging es darum, unverblümt und klar die Wahrheit auszusprechen, auch und besonders Dinge, die viele nicht gerne hörten. Soul ist der Ausdruck des afroamerikanischen Selbstbewusstseins und lieferte der Welt in der Vergangenheit zahlreiche großartige Hymnen der Hoffnung und des Widerstands, wie z. B. der Titel „Respect“ von Aretha Franklin, der zu einem der ganz großen Welthits wurde. Aber auch die anderen Größen der zurückliegenden Jahrzehnte, darunter Marvin Gaye, Sam Cooke oder James Brown, verbanden ihre Musik stets mit dem Widerstand gegen die Unterdrückung.

Die Tour


03. 12. 2006 in Bregenz: Festspiel- u. Kongresshaus
15. bis 17. 12. 2006 in München: Circus Krone
23./25. 12. 06/01. 01. 07 in Köln: Musical Dome
12. 10. 2007 in Berlin: Friedrichspalast
14. 01. 2007 in  Hamburg: Musikhalle
19. 01. 2007 in Würzburg: CCW
21. 01. 2007 in Hannover: Theater am Aegi
25. 01. 2007 in Nürnberg : Meistersingerhalle
31. 01. 2007 in Karlsruhe : Johannes-Brahms-Saal
01. 02. 2007 in Baden-Baden: Festspielhaus
02. 02. 2007 in Stuttgart: Hegelsaal (Liederhalle)

jp

Fotos: Nilz Böhme