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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Mehr als ein Tierpark

Die »Arche Warder« setzt sich für den Erhalt seltener und vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen ein.

Jeder weiß, dass viele Wildtierarten vom Aussterben bedroht sind, weniger bekannt hingegen ist, dass auch Nutztierrassen, wie zum Beispiel Angler Sattelschweine mit einer Stückzahl weltweit von weniger als 200, um ihr Überleben kämpfen. Jeden Monat verschwindet eine Haustierrasse. Damit gehen wertvolles Erbgut und ein Stück Kulturgeschichte für immer verloren.

Der Tierpark »Arche Warder« ist Europas größtes Zentrum für seltene Nutztiere. Hier leben auf rund 40 Hektar etwa 800 Tiere aus rund 70 Rassen, vom Bergischen Kräher bis hin zum Zwerg Zebu aus Sri Lanka, in großzügigen Gehegen. Aber auch erfolgreiche Rückzüchtungen bereits verschwundener Tierarten wie etwa dem Tarpan, einer kleinen, robusten Wildpferderasse, befinden sich auf dem Gelände der Arche Warder.


Warum das Ganze?

Ist es schlimm, dass vom Menschen domestizierte oder gezüchtete Rassen aussterben? Ja, denn damit geht nicht nur ein Stück Kulturgeschichte verloren, sondern auch wertvolles Genmaterial. Die alten Robustrassen sind zwar in Milchleistung oder Fleischertrag nicht so ergiebig, dennoch zeichnen sie sich durch andere positive Eigenschaften aus, sie sind wesentlich robuster, vitaler, fruchtbarer und anspruchsloser als die neuen Intensivrassen.

Zudem besteht bei den hochgezüchteten Rassen die Gefahr einer »Monokultur«. In der weltweiten Rinderpopulation nimmt schwarzbuntes Vieh einen Anteil von fast 94 Prozent ein. Bei einer solchen Verminderung der genetischen Vielfalt können sich beispielsweise Erbkrankheiten verheerend auf den gesamten Bestand auswirken. Daher ist das Interesse an dem Genmaterial der alten Rassen groß. Einige Bauern kaufen sich in der Arche Warder Vieh, um diese Tiere mit ihrer Zucht zu kreuzen und so den Genpool wieder zu vergrößern.


Wie alles anfing ...

Im Herbst 2003 kauften der Verein Arche Warder – Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen e.V. und die Umweltstiftung Greenpeace den zahlungsunfähigen Tierpark Warder und retteten ihn vor dem drohenden Aus. Dank der Unterstützung von Greenpeace  Deutschland und mit Fördermitteln der Bingo Umweltlotterie erhielt der Tierpark eine neue Perspektive.

Nach umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten zeigt sich die »Arche Warder« heute im neuen Glanz: Im Jahre 2004 wurde fast eine Million Euro in die Sanierung der maroden Anlagen investiert. Sanierte Stallungen, neue Schutzhütten und Holzzäune mit Hofladen sowie eine einladende Eingangshalle sind das beeindruckende Ergebnis der intensiven Arbeit. 2007 kamen dann zusätzlich der neue Streichelhof, artgerechte Geflügelvolieren, eine Aussichtsplattform sowie eine Strohhüpfburg hinzu.


Bitte streicheln

Der Kontakt mit den Tieren ist in der »Arche Warder« ausdrücklich erwünscht. Hierfür gibt es den Streichelhof mit Ponys, Ziegen, Eseln und Schafen oder das Ferkelgehege, Bereiche also, in denen insbesondere die Kinder unmittelbare Nähe zu den Tieren aufnehmen können. Im 1000 Quadratmeter großen Tierschauhaus kann man viele Tiere mit ihrem Nachwuchs bestaunen. Zudem werden auch Tierpatenschaften angeboten. Das hierdurch eingenommene Geld kommt ausschließlich den Tieren zugute. Mit diesen Geldern werden Futtermittel, Pflegeaufwendungen, Tierarztkosten und der Erhalt und Bau von Ställen finanziert.

Ein weiterer Höhepunkt bei einem Parkbesuch ist die Steinzeit-Siedlung. Hier wird die Geschichte lebendig, die Besucher können hautnah erfahren, wie Mensch und Tier in der Zeit um 3200 vor Christus zusammenlebten. In den Pferchen finden sich original steinzeitliche Tierrassen wie Soay-Schafe und Steinschafe, die sich im Laufe der Jahrtausende bis heute kaum verändert haben.
Für Pferdeliebhaber gibt es regelmäßig Kurse im Natural Horsemanship - dem so genannten »Pferdeflüstern« -  mit Carsten Goll. Hierbei werden das Verhalten und die Körpersprache der Pferde genau studiert und für die Kommunikation mit den Tieren benutzt.
Weitere Informationen, Termine und Veranstaltungen finden Sie unter  HYPERLINK "http://www.arche-warder.de"www.arche-warder.de
kk

Info:
Öffnungszeiten: Täglich von 10 - 20 Uhr bzw. bis Einbruch der Dunkelheit im Herbst und Winter. Einlass bis 18 Uhr.
Preise:
Kinder 4 - 14 Jahre: 3 Euro  (Kinder unter 4 J. haben freien Eintritt)
Jugendliche 15 - 17 Jahre: 4 Euro
Erwachsene: 6 Euro
Familienkarten: 16 Euro
Jahreskarten: 20 Euro / 15 Euro für Tierpaten
Ermäßigungen: ab 2,50 Euro
Steinzeit-Events für Klassen oder Geburtstage:
Für Anfragen dazu wenden Sie sich bitte an: Stefanie Klingel, Tel. (04329) 91 34 26 oder Email an: klingel@arche-warder.de

Liebe ohne Grenzen: Englisches Parkrind mit Kalb.
Hier ist man wirklich im Dialog mit dem Tier.
So schön weich: Poitouesel
Fotos: Vielmo, Arche Warder (4)