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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Knaben im Krieg

Kinotipp „Der Rote Baron“

Keine Angst, der will nur fliegen: „Der Rote Baron“ ab 10. April im Kino.
Der Krieg ist gewiss kein Spaß, doch betrachtet man die kurze Vita des legendären Kampffliegers Manfred von Richthofen, so drängt sich zumindest der Vergleich mit einer Art Wettkampf auf. Denn gleichsam spielerisch, mit oftmals riskanten Flugmanövern, bezwang das legendäre Fliegerass seine Gegner – als wäre es ihm um nichts so sehr gegangen wie um eine perfekte Selbstdarstellung.

Von den Schrecken und den Leiden des Krieges dagegen bleibt der Pilot weitgehend unbeeindruckt. Für den jungen Mann, der als das größte Fliegertalent des preußischen Korps und als lebende Legende gefeiert wird, ist die Fliegerei in erster Linie ein Sport. Seine Gegner besiegt er mit der Unbekümmertheit eines jungen Mannes in persönlichen Wettkämpfen.

Das Ende der Unschuld
Doch auch an ihm geht der Krieg nicht spurlos vorbei. Auf der einen Seite wird er zum Volkshelden stilisiert und zu Propagandazwecken missbraucht – wobei sich schnell zeigt, dass der ihm auferlegte politische Druck eine viel größere Herausforderung bedeutet als die zahllosen Flugmanöver. Sein Freiraum wird empfindlich eingeschränkt, außerdem verlangt ihm seine „Vorzeigefunktion“ eine Verantwortung ab, die ihm nicht behagt.
Auf der anderen Seite steht seine Liebe zur Krankenschwester Käte. Diese hält anfangs wenig von seinem jungenhaften und sorglosen Auftreten, denn sie hat schließlich täglich mit den blutigen Folgen der Kämpfe zu tun. Erst durch Käte erkennt der junge Mann, dass die Schlachten des mörderischen Krieges mit Ritterlichkeit und Ehre rein gar nichts mehr zu tun haben.

Junge Helden
Baron Manfred von Richthofen war gerade 22 Jahre alt, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Zur Fliegerei kam er 1915, und schon ein Jahr später flog er mit großem Erfolg in der Jagdstaffel, wo er alle anderen Piloten in den Schatten stellte. Nach zahlreichen Abschüssen gegnerischer Flugzeuge war seine Karriere nicht mehr aufzuhalten. Mit achtzig anerkannten Luftsiegen war Manfred von Richthofen der erfolgreichste Jagdflieger des Ersten Weltkrieges – viele seiner Gegner überlebten nicht einmal ihren ersten Feindflug.

Seine Heldentaten waren der Heeresleitung sehr nützlich, denn sie unterstützten in besonderer Weise die Moral der Truppe und der Bevölkerung. Mit Lichtgestalten wie ihm konnte man die Jugend ködern und für den Krieg begeistern. Für viele meist aus gutem Hause und Adelsfamilien stammende Jugendliche war die Faszination der Technik ein enormer Anreiz, Karriere in der Fliegertruppe zu machen. Von den 17 000 ausgebildeten und noch auszubildenden deutschen Flugzeugführern, Beobachtern und Maschinengewehr-Schützen verloren jedoch mehr als 6000 ihr Leben in den Kämpfen.

Spektakel der Sonderklasse
Das Abenteuer-Drama Der Rote Baron ist eine der aufwendigsten und teuersten deutschen Filmproduktionen von internationalem Format. Mit der Hauptrolle des Manfred von Richthofen spielt Matthias Schweighöfer seine bislang größte Rolle. Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler machte in vielen Kino- und Fernsehproduktionen von sich reden, darunter in Keinohrhasen, Schiller und Baal.
Ihm zur Seite steht ein Ensemble deutscher und internationaler Stars wie Til Schweiger als Manfreds bester Freund Werner Voss, Joseph Fiennes als gegnerischer Pilot (Shakespeare in Love, Luther) und Lena Headey als Krankenschwester Käte (Brothers Grimm, 300). Die weiteren Rollen der Fliegerkollegen und Freunde des Piloten wurden mit den talentiertesten und gefragtesten deutschen Nachwuchsschauspielern besetzt. Volker Bruch, Maxim Mehmet, Hanno Koffler und Tino Mewes schlüpften in die Uniformen von nicht minder namhaften Piloten. Diese bunte Truppe verwegener junger Männer ging als „Flying Circus“ in die Geschichtsbücher ein.

Neben den hochklassigen Schauspielern werden vor allem die aufwendigen Flugszenen begeistern, für die rund siebzig Action- und Trickspezialisten verantwortlich sind. Viele von ihnen sorgten schon bei Matrix, Star Wars oder King Kong für spektakuläre Szenen.jp

Fotos: Warner Bros. (3)