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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Keller entrümpelt – Seele entrümpelt!

Wegwerf-Tipps

Warum es so guttut, sich von überflüssigen Dingen zu trennen – und wie man das am besten macht.

Simplify your life! – Vereinfachen Sie Ihr Leben!“ Unter diesem Motto veröffentlichen Werner Tiki Küstenmacher und sein Team bereits seit 1998 viele gute Tipps, wie wir unseren Alltag vom Ballast befreien und dadurch zum Wesentlichen vordringen können.

Der Weg zu einem freieren, glücklicheren Leben beginnt demnach damit, sich von all dem unnötigen Kram und Krempel zu trennen, mit dem wir unser unmittelbares Umfeld verstopfen. Überall dort nämlich, wo sich in einer Wohnung Dinge ansammeln, die man weder liebt noch braucht, da staut sich zugleich auch die Lebensenergie der Bewohner. Sie fühlen sich eingeengt und reagieren blockiert auf neue Möglichkeiten.

Die leisen Quälgeister des Alltags
Was sind das für böse Sachen, die so Gemeines mit uns machen? Gegenstände zum Beispiel, die uns nerven, sobald wir sie ansehen oder anfassen. Pflichtschuldig aufgestellte Geburtstagsgeschenke, die weder zu unserem Geschmack noch zu unserer Einrichtung passen. Der ewig klemmende Dosenöffner oder die Jeans, die schon seit fünf Jahren zu eng ist. Alles, was irgendwie nicht richtig funktioniert oder hässlich zerkratzt und verschmuddelt aussieht, ist Sand im Alltagsgetriebe, der uns untergründig, aber stetig zermürbt.
Gute Testfragen, um lähmendes Gerümpel vom wertvollen persönlichen Besitz zu unterscheiden, sind zum Beispiel: „Habe ich das in den letzten zwei Jahren auch nur einmal benutzt?“ oder „Würde ich das sofort ersetzen, wenn es mir gestohlen würde?“

Nur Dinge, die wir hier und jetzt brauchbar, schön und wichtig finden, geben uns hier und jetzt auch Halt und Geborgenheit. Eingestaubte Stofftiere aber, alte Schulbücher oder die in den 1980ern heiß geliebte Schallplattensammlung, die ich auf dem neuen CD-Player nicht mehr abspielen kann … Mit allem, was uns früher einmal wichtig war, inzwischen aber seine emotionale Bedeutung oder Funktion verloren hat, kleben wir an der Vergangenheit, statt in der Gegenwart zu leben und offen in die Zukunft zu schauen.

Behalten Sie daher nur das Beste! Wer sich auf einige wenige ausgewählte Erinnerungsstücke beschränkt, kann sich viel bewusster daran erfreuen.

Wie isst man Elefanten?
Bissen für Bissen!
Stimmt. Nächstes Jahr mache ich einen ganz großen Frühjahrsputz! Da wird die gesamte Wohnung nebst Garage und Keller ausgemistet! Denken Sie jetzt vielleicht. Vergessen Sie’s. Großentrümpelungsprojekte setzen schon als reine Vorstellung so viel Angstschweiß frei, dass sie letztendlich niemals angegangen werden.

Die bessere Strategie lautet: Klein anfangen, aber dafür sofort! Räumen Sie zunächst nur eine Stunde lang auf. Knöpfen Sie sich dafür nur ein einzelnes Regalbrett oder eine einzige Schublade vor. Das reicht vollkommen, um eine erste entscheidende Schneise in den Rumpelurwald zu schlagen.

Vorhaben, die nicht an einem einzigen Tag zu bewältigen sind, zerlegt man lieber gleich in kleinere Etappen und überschaubare Zeitrahmen: An den kommenden vier Samstagen wird für jeweils drei Stunden der Boden aufgeräumt. Und der erste Schritt steht auch schon fest: Erst einmal weg mit allem, was eindeutig auf den Müll gehört!

Kisten und Fristen – Entsorgen mit System
Entrümpeln ist mit Ängsten und „Abers“ verbunden: Was ich heute wegwerfe, brauche ich übermorgen vielleicht doch noch? Oder: Das ist doch noch zu schade für den Müll … Mit der Kisten-und-Fristen-Methode (und drei bis fünf Pappkartons) sind Sie allen Zweifelsfällen gewachsen.

Hier gibt es zunächst die „Ja!“-Kiste für die Dinge, die Sie eindeutig gut gebrauchen können oder schön finden. Diese lagern hier nur so lange, bis die nötigen Putzarbeiten erledigt sind und sie an Ort und Stelle wieder eingeräumt werden. In der „Nein!“-Kiste landet umgekehrt alles, was umgehend weggeschmissen kann: irreparabel Kaputtes, nicht mehr aktuelle Kataloge, Zeitungen oder Weihnachtskarten fürs Altpapier, Lebensmittel und Medikamente, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, usw.

In der „Gib mich weiter!“-Kiste dagegen versammeln sich Sachen, mit denen man generell eigentlich durchaus noch etwas anfangen kann, nur eben Sie selbst nicht mehr. Verschenken, spenden oder verkaufen lautet da die Parole! Kleidung, die Sie nicht mehr tragen, kommt in die Altkleidersammlung, schicke Modelle vielleicht in den Second-Hand-Laden. Mit dem gut erhaltenen Babyspielzeug Ihrer inzwischen pubertierenden Kinder machen Sie Kinderheimen eine Freude.

Bücher oder Dekorationsgegenstände können Sie auf dem Flohmarkt oder im Internet zum Verkauf anbieten oder in einer „Nimm mich mit!“-Kiste den Kollegen im Büro zur Verfügung stellen. Was nach einem halben Jahr nicht weitergegeben ist, kommt dann jedoch konsequent auf den Müll, denn sonst verstopft es Ihre Wohnung – und Ihr Leben! – bis in alle Ewigkeit.

Die „Fragezeichen“-Kiste schließlich ist für die Zweifelsfälle gedacht, bei denen Sie im Moment einfach nicht entscheiden können, ob Sie sie behalten, weitergeben oder wegwerfen wollen. Diese Kiste wird verschlossen und weggestellt, dabei jedoch mit einem definitiven Verfallsdatum versehen: „Weg damit am 20. März 2009!“ Zu diesem Termin schauen Sie den Bestand noch einmal durch. Von Dingen, die Sie ein halbes Jahr lang nicht vermisst haben, können Sie sich bestimmt leichteren Herzens trennen.

Gemeinsam ans Gerümpel gehen
Wenn man sich im Freundes- oder Familienkreis gegenseitig beim Entrümpeln hilft, fällt das Loslassen leichter. Da andere Menschen zu Ihren persönlichen Besitztümern nicht denselben emotionalen Draht haben wie Sie selbst, stehen sie unseren Sentimentalitäten und ängstlichen Bedenken – „Mit dem Topf habe ich schon in meiner Studentenbude gekocht“ oder „Ich kann doch nicht die tanzende Porzellanschäferin von Tante Bertha ausmustern, sie wäre tödlich beleidigt!“ – mit einem hilfreich ungerührten „Na und? Weg damit!“
gegenüber.

Simplify
Viele weitere gute Tipps – nicht nur zum Entrümpeln Ihrer Wohnung! – finden Sie im Internet unter www.simplify.de

mimu

Illustration: Gerrit Hansen