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Kaufen, kaufen, kaufen!
Der Klassiker: Monopoly
Ohne beunruhigend klingen zu wollen: Monopoly ist allgegenwärtig!
Bis heute hat sich das Spiel um mutige Spekulationen und der
Bankrottisierung seiner Gegenspieler weltweit über 200 Millionen Mal verkauft. Damit ist es das erfolgreichste Gesellschaftsspiel überhaupt. 5 Milliarden der kleinen grünen Häuschen wandern seit der Erstveröffentlichung 1934 auf die Bretter, die das Geld bedeuten.
Ist das Spiel an sich schon Rekordmaterial, so schicken sich auch seine Anhänger immer wieder an, neue Bestmarken zu setzen. Zu Lande und zu Wasser – eingefleischten Fans ist das Wie, das Wo und das Aufnehmen der nächsten drei Jahresurlaube egal. Ob sie während eines Spiels 99 Stunden in der Badewanne zubringen, 70 Tage in Folge an einer Partie zugange sind oder ob sie mit ihrem Lieblingshobby gleich ganz abtauchen – wie einst ein Tauchclub, der sich mit speziellem Spielzubehör auf dem Grund eines Schwimmbeckens vergnügt hat. Fehlt eigentlich nur noch der Club der Fallschirmspringer!
Doppelt hält besser
Dabei wurde das große Potenzial des Spieles zunächst verkannt. „The Landlords Game“ hieß das zuerst erschienene, dem Monopoly vom Spielprinzip weitestgehend ähnelnde Werk, das die Amerikanerin Elizabeth Magie Philips 1904 entworfen hatte. Sie ließ sich die Idee patentieren und trat 1924 an die damals größten Brettspielfabrikanten heran: die Parker Brothers! Leider nur hatte das Spiel eine politische Botschaft. Dies führte dazu, dass Parker ablehnte.
1933 wurde der zu jener Zeit arbeitslose Heizungsbauer Charles Darrow auf das Spiel aufmerksam. Mit nur wenigen Mitteln setzte er seine leicht veränderte Version davon um. Aus Holzabfällen schnitzte er Häuser und Hotels, als Spielbrett hielt eine Tischdecke her und die Spielfiguren waren Gerüchten zufolge Glücksbringer aus der Halskette seiner Frau. Vielleicht ein gutes Omen für den von der Wirtschaftskrise der späten 20er-Jahre arg Gebeutelten. Zunächst zeigten Nachbarn, rasch aber auch immer mehr Mitbürger Interesse. 1934 versuchte Darrow ebenfalls sein Glück bei den Parker Brothers, die – unglaublich aber wahr – wie schon zehn Jahre zuvor Elizabeth Magie Philips auch ihn abwiesen. Unbeirrbar setzte er seinen Weg fort und verkaufte binnen kürzester Zeit 5000 in Eigenregie produzierte Spiele.
Diesen Erfolg konnte Parker nicht länger ignorieren. 1935 erwarben sie das Patent. Darrows amerikanischer Traum wurde wahr und er zum Millionär, Philips dagegen vertröstete man mit mageren 500 US-Dollar für ihre Patente. Das Spiel hatte seinen ersten großen Gewinner und Verlierer.
Das Polit-Poker
1936 gab der Verkaufsschlager vorerst ein nur kurzes Gastspiel in Deutschland. Da die teuerste Straße nach dem Berliner Viertel Schwanenwerder benannt war, in dem auch Propagandaminister Joseph Goebbels sein Domizil hatte, ließ er das Spiel aus fadenscheinigen Gründen verbieten. 1953 unternahmen die Vertreiber einen erneuten Anlauf, das Spiel hierzulande zu vermarkten. Diesmal verzichteten sie auf reale Straßennamen, um etwaigen Konflikten aus dem Weg zu gehen. In der DDR war das Spiel aber auch weiterhin verboten.
Auch andere standen dem Spiel um die Millionen skeptisch gegenüber. 1974 erschien Ralph Anspachs „Anti-Monopoly“ auf dem Brettspielmarkt. Empört über diesen Affront zog die Firma General Mills, zu denen Parker Brothers mittlerweile zählte, vor Gericht. Ein langjähriger und zäher Rechtsstreit entbrannte, der erst vom Supreme Court der Vereinigten Staaten beigelegt werden konnte. Ralph Anspach musste den Namen seines Spiels nicht umändern, da Monopoly erwiesenermaßen nicht nur einen Erfinder hatte. Nach diesem Urteil erschien auch die Patentfrage in völlig neuem Licht.
Je oller, je Dollar
Im vergangenen Jahr feierte das Spiel um den rüstigen Herren mit dem Schnauzbart und der Melone, der untrennbar mit Monopoly verknüpft ist, seinen offiziell 70. Geburtstag. Natürlich ließ die Jubiläumsedition „Monopoly Heute“ nicht lange auf sich warten. Wesentlich spektakulärer aber war die Veröffentlichung von „Monopoly Banking“.
Eine Neuauflage, die mittels eines Kartenlesegerätes und mitgelieferten Kreditkarten das jeweilige Guthaben der Spieler elektronisch verbucht. Sammlern sei übrigens eine nicht minder schwere Geldbörse wie im Spiel selbst empfohlen.
Eine Sonderedition der Firma Alfred Dunhill mit Goldhäusern und Silberhotels allein kostete sage und schreibe 25 000 US-Dollar. Und auch ohne diesen Luxus dürfte die Beschaffung der anderen knapp 150 Versionen des Spiels kaum weniger kostspielig sein. Themenbezogene Ausgaben sowie Sonder-, Städte- und Ländereditionen, alle buhlen sie um die Gunst der Käufer. Und das vermutlich auch in Zukunft mit großem Erfolg.
„Money, money, money“ wird auch weiterhin fließen und unumstritten bleibt auch: „The winner takes it all“!
ath








