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Jetzt ist Show-Time
Viel Show auf und hinter der Bühne – Der mitreißende Musicalklassiker „Kiss me, Kate“ in Berlin
Wenn auf der Bühne richtig die Post abgeht, freut es die Schauspieler und vor allem die Zuschauer. Denn blendende Unterhaltung ist dann garantiert. Der Albtraum eines Regisseurs ist es allerdings, private Kämpfe vor dem Publikum ausfechten zu müssen.
Genau so ergeht es dem Hauptdarsteller in der Musicalkomödie „Kiss me, Kate“. Fred Graham, so sein Name, ist Regisseur und Produzent von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ und hat sich zugleich die Hauptrolle gesichert. Dummerweise hat er die weiteren Rollen im Stück sowohl mit seiner Exfrau als auch mit seiner aktuellen Geliebten besetzt. Dass damit Ärger vorprogrammiert ist und die Premiere des Stückes zu scheitern droht, erkennt er zu spät.
Pünktlich zur Premiere sendet Fred seiner Geliebten Lois einen Blumenstrauß. Irrtümlich landet dieser jedoch bei Exfrau Lilli, die immer noch an ihm hängt und sich leidenschaftlich freut. Erst während der Aufführung erkennt sie, dass der Strauß gar nicht für sie bestimmt war. Zornig und gedemütigt macht sie Fred auf offener Bühne eine heftige Szene, viel intensiver als ihre Rolle im Shakespeareschen Stück vorgibt. Anschließend weigert sie sich, weiterzuspielen. Nur unter Druck von zwei Gangstern kann die Fortsetzung der Aufführung stattfinden. Doch noch ist Fred nicht gerettet.
Kein bisschen leise
Das Musical „Kiss me, Kate“ wurde am 30. Dezember 1948 im „Century Theatre“ in New York uraufgeführt. Seit nunmehr sechzig Jahren begeistert das Stück Publikum und Kritiker gleichermaßen, so dass der Evergreen bis heute eines der erfolgreichsten und populärsten Musicals überhaupt ist. „Kiss me, Kate“ steht für schrillen Glamour, perfektes Entertainment und tiefsinnigen Witz – und das alles gepaart mit schmissigen Musikstücken aus der Feder von Cole Porter.
Apropos Cole Porter: Der Komponist (1891 – 1964) hat etwa vierzig Musicals inklusive der Songtexte geschrieben, von denen unzählige bis heute von den größten Künstlern immer wieder neu interpretiert werden – nicht zuletzt dank der meist besonders geistreichen und witzigen Texte mit vielen Wortspielereien. Der Durchbruch gelang ihm 1928 mit dem Stück „Paris“. Nach einem späteren Reitunfall kränkelten Porter und auch seine Karriere, bis ihm 1948 mit „Kiss me, Kate“ wieder ein weltweiter und spektakulärer Erfolg gelang.
Glänzende Kritiken
Die Inszenierung an der Komischen Oper Berlin unter der künstlerischen Leitung des Australiers Barrie Kosky wurde im Mai 2008 uraufgeführt und von der Presse bejubelt. Die Choreografien seien „supersexy“, heißt es, und auch die Darsteller werden als „fabelhaft“ und „ideal besetzt“ gewürdigt.
Als Hauptdarsteller des Stückes treten der holländische Bariton Roger Smeets und die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Dagmar Manzel auf. Roger Smeets erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule in seiner Heimatstadt Maastricht. An die Komische Oper Berlin kam er im Jahr 1986, wo er seitdem in über 150 Vorstellungen als Graf in Die Hochzeit des Figaro sowie ferner in Don Giovanni, in Carmen und Turandot wie auch in vielen weiteren Werken auftrat.
Dagmar Manzel gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Von 1980 bis 1983 spielte sie am Staatsschauspiel Dresden, anschließend am Deutschen Theater Berlin. Seitdem ist sie freie Schauspielerin und wurde zunehmend auch in Film und Fernsehen engagiert und so einem breiten Publikum bekannt. Ihre bekanntesten Rollen waren in Schtonk, in Die Apothekerin und Crazy, in dem Dreiteiler Der Laden oder auch Klemperer und Kelly Bastian – Geschichte einer Hoffnung.
„Kiss me, Kate“ wird ab 24. Oktober in der Komischen Oper Berlin aufgeführt.
Komische Oper Berlin
Behrenstraße 55 – 57, 10117 Berlin
Tickets und Infos unter Telefon (0 30) 47 99 74 00 und im Internet www.komische-oper-berlin.de



