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In manchem Biest steckt auch ein Prinz
Disneys „Die Schöne und das Biest“ lockt nach Oberhausen
Denke ich an schöne Frauen und schreckliche Bestien, fallen mir als Erstes manche Fußballspieler oder Rockstars und ihre meist jungen und langmähnigen Partnerinnen ein. Offensichtlich haben diese Männer genügend Persönlichkeit – gerne auch „innere Werte“ –
genannt, um ihr etwas verwegenes Äußeres wettzumachen.
Wenn ers ist, ist ers eh!
Vielleicht liegt es auch daran, dass Liebe nicht nur durch den Magen geht, sondern blind macht, wie es im Sprichwort heißt. Frauen suchen, so betonen sie jedenfalls immer, in erster Linie jemanden, der sie zum Lachen bringt. Das mag man ihnen glauben oder auch nicht. Tatsache bleibt jedoch, dass sich immer wieder Paare finden, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen mögen. Und seien wir mal ehrlich: Es sind doch gerade dies die schönsten Geschichten, wenn zwei Liebende gegen alle Widerstände zueinander finden. Oder etwa nicht?
Und weil das so ist, gab es schon in der griechischen und römischen Dichtung Beispiele für solche Liebesgeschichten, die dann oft sehr frei weitererzählt und neu gesponnen wurden. Mitte des 18. Jahrhunderts schließlich hat Jeanne-Marie Leprince de Beaumont ihre Version aufgeschrieben. Wer einen solch schönen Namen hat, kann eigentlich nur Französin sein, und wer weiß, vielleicht war sie selbst ja sogar das Vorbild für die Schönheit in ihrer Geschichte „La belle et la bête“, die bis heute zu den Klassikern der Märchenliteratur zählt und schließlich als Vorlage für Film und Musical aus dem Hause Disney diente.
Das Biest erobert die Welt
Schon in Disneys Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1991 eroberte das ganz und gar nicht anmutige Biest nicht nur das Herz der schönen Belle, sondern auch das der vielen Zuschauer in der ganzen Welt.
Und so wurde das farbenfrohe und gefühlvolle Werk als erster Zeichentrickfilm in der langen Geschichte der Oscar-Verleihungen als bester Film nominiert. Auszeichnungen gab es dann für die beste Filmmusik und den besten Song.
Drei Jahre später fand die Welturaufführung des aus dem Film entwickelten Musicals im Palace Theatre in New York statt, wo es seitdem immer noch vor ausverkauftem Haus gespielt wird und mittlerweile zu einem der Musicals mit den längsten Laufzeiten am Broadway gehört. In den folgenden Jahren wurde das Musical dann in 13 Ländern auf der ganzen Welt vor mehr als 25 Millionen begeisterten Zuschauern aufgeführt. Seit dem 18. Dezember 2005 hat auch Deutschland sein eigenes Biest, und zwar im Metronom Theater am Centro in Oberhausen. Mit seiner zauberhaften Inszenierung und den vielen liebevollen und fantasievollen Figuren gilt Disneys „Die Schöne und das Biest“ wohl zu Recht als das familienfreundlichste Musical in Deutschland.
Ein Biest mit Herz
Wie schon der Zeichentrickfilm, so bietet auch das Musical alles, was wir von einem Werk mit dem Qualitätsstempel „Disney“ erwarten: eine Welt voller magischer Orte und liebenswert-verschrobener Charaktere. Erfinder Maurice lebt mit seiner Tochter Belle in einfachen Verhältnissen. Auf dem Weg in die Stadt kommt Maurice vom Weg ab und landet in einem abseits liegenden Schloss, wo er auch sogleich ins Verlies geworfen wird.
Auf der Suche nach ihrem Vater gelangt auch Belle ins Schloss und findet sich dort in den Armen des Biestes wieder. Nachdem sie anfangs erschrocken flieht, entdeckt sie mit der Zeit dessen großes Herz und ihre eigene Zuneigung. Sie weiß jedoch nicht, dass er ein verwunschener Prinz ist, der erst durch die wahre Liebe von seinem Schicksal erlöst werden kann. Und so bleibt fraglich, ob Belle den Fluch tatsächlich abwenden kann. Umso mehr, als auch der attraktive, aber schrecklich eingebildete Jäger Gaston um sie kämpft und seinen Gegner töten will.
jp





