Artikel dieser Ausgabe aus Freizeit
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Ich wollt, ich wär ein Huhn
Ganz viele „Wilde Hühner“ im Kino
2006 wird das Kinojahr der Cornelia Funke: Nachdem sie uns schon im Januar mit „Herr der Diebe“ ins magische Venedig entführt hat, kommt ab dem 9. Februar eine weitere Verfilmung aus ihrer Feder in die deutschen Kinos. Mit mehr als 1,8 Millionen verkauften Exemplaren gehören ihre realistischen Jugendromane über die Mädchenbande „Die Wilden Hühner“ zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbüchern der letzten Jahre.
Für die Verfilmung hat sich Cornelia Funke gute Unterstützung geholt. Das Produzentenduo Uschi Reich und Peter Zenk hat in den vergangenen Jahren schon viele Kinderbücher erfolgreich für das Kino umgesetzt, darunter die Erich-Kästner-Klassiker „Pünktchen und Anton“, „Emil und die Detektive“ und „Das fliegende Klassenzimmer“, aber auch Filme wie die beiden Teile von „Bibi Blocksberg“.
Auch die Riege der Schauspieler kann sich sehen lassen: Die Erwachsenen werden gespielt von Veronica Ferres, Doris Schade, Jessica Schwarz, Benno Führmann und Axel Prahl, die sich alle schon eine große Fangemeinde erspielt haben.
Unterstützt werden sie u. a. von Lotta, dem ungarischen Jagdhund der Produzenten, und von eigens ausgebildeten richtigen Hühnern.
Die wahren Hauptdarsteller des Films sind jedoch die Kinder. Für die 9 Hauptrollen wurden 4 Jungs und 5 Mädchen gefunden, die zum Teil bereits auf der Bühne oder vor der Kamera standen oder das Filmblut in der Familie haben.
Doch egal, ob sie bereits Erfahrungen hatten oder nicht, die Produzentin hält alle ihre kleinen Stars für „riesige Talente, die wunderbare Darbietungen geben“.
Sprotte & Co.
Sprotte ist die Chefin der „Wilden Hühner“, der coolsten Mädchengang der 5. Klasse. Sie sind unzertrennlich, wenn es darauf ankommt, aber so verschieden wie Hühner und Füchse. Melanie schwärmt für Robbie Williams, Trude für italienisches Essen, Frieda engagiert sich für ihre Mitmenschen, und Sprotte selbst findet insgeheim ihre Lehrerin Frau Rose ziemlich cool. Und dann gibt es noch Wilma, die gerne in die Bande aufgenommen werden will, aber vorher noch die eine oder andere Prüfung zu bestehen hat.
Und wie sollte es in diesem Alter anders sein – einziger Quell des Ärgers für die Mädchen sind die Jungs der Konkurrenzbande „Pygmäen“. Die bestehen aus dem Anführer Fred, dem stets hungrigen Torte, dem Karten legenden Steve und dem aggressiven Willi.
Als Sprottes Oma Slättberg die Maskottchen der Bande, die betagten Hühnerdamen Daphne, Kokoschka und die anderen schlachten will, gibt Sprotte Fuchsalarm! Sie hat die Idee, die Hühner zu entführen, um sie zu retten. Doch der Plan misslingt. Und nun sind die Einzigen, die jetzt noch helfen können, ausgerechnet die verfeindeten „Pygmäen“. Als Gegenleistung versprechen die „Hühner“ ihnen Hilfe, wenn diese ihrerseits in Not geraten sollten.
Hühner gerettet, Freund in Not
Dieses Mal geht durch die gemeinsamen Anstrengungen alles glatt, doch entdecken die Mädchen dabei, dass das Banden-Baumhaus der Jungen einer Erweiterung des Schrottplatzes zum Opfer fallen soll.
Nun fordern die Pygmäen von den Hühnern die versprochene Hilfe gegen den Abriss des Baumhauses, und die Mädchen sagen bereitwillig zu. Nur Willi, der zu Hause mit seinem gewalttätigen Vater lebt und den darum der Verlust seines zweiten Zuhauses doppelt so stark mitnimmt, wird von kalter Wut gepackt und er zertrümmert auf dem Schrottplatz den Scheinwerfer von einem der Bagger.
Aus Angst vor noch mehr Prügel vom Vater verschwindet Willi. Die Kinder holen sich Hilfe bei ihrer Lehrerin Frau Rose, die sich sogar Willis wütendem Vater in den Weg stellt. Doch kann sie auch Willi helfen?
Die Welt in Kinderaugen
Im Gegensatz zur Fantasy-Welt einer Bibi Blocksberg sind die Geschichten von Sprotte und ihren Freunden sehr realistisch. Jedes der Kinder hat ein ganz persönliches, handfestes Problem. Cornelia Funke zeigt die Wirklichkeit, wie die Kinder sie selbst erleben. Sprotte hat eine allein erziehende Mutter mit chaotischem Liebesleben, Trude ist ein Scheidungskind und isst zu viel. In Wilmas Familie dreht sich alles nur um Leistung und Erfolg.
Dass die Kinder hier ihre eigenen Probleme wiedererkennen und sich ernst genommen fühlen, ist sicher einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg der Reihe. Und auch die jungen Darsteller treffen voll ins Herz, nicht nur bei den jungen Zuschauern, sondern sicher auch bei ihren Eltern.
jp







