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Ich heirate Italien
Jan Weilers Bestseller »Maria, ihm schmeckt´s nicht!« ab dem 06. August im Kino.
Die Deutschen sind nicht gerade bekannt für ihr überschäumendes Naturell – ganz im Gegensatz zu den temperamentvollen Italienern. Wenn nun typische Vertreter der jeweiligen Kulturen mehr oder weniger freiwillig aufeinandertreffen, sind Konflikte und komische Situationen vorprogrammiert.
Journalist Jan Weiler hat genau dies am eigenen Leib erfahren, als er eine Frau aus dem Süden Italiens heiratete und nach und nach deren große Familie kennen lernte. Viele komische bis traumatische Geschichten hat er seitdem erlebt. Auf die Idee, diese Geschichten aufzuschreiben und zu veröffentlichen, kam eine Mitarbeiterin des Ullstein Verlags. Jan Weiler selbst war anfangs gar nicht so angetan von der Idee und musste erst überredet werden. Er war auch keineswegs überzeugt von den Erfolgsaussichten und hatte mit rund 2000 verkauften Exemplaren gerechnet. Am Ende wurden daraus mehr 1,7 Millionen Bücher und fünf Jahre in den Bestsellerlisten.
Nach dem großen Erfolg wurde ebenfalls eine Verfilmung des Stoffes angedacht, doch auch hier war Jan Weiler vorsichtig. Denn immerhin ging es im Buch um seine eigene Familie, um echte Menschen mit vielschichtigen Gefühlen. Mit denen wollte er es sich nicht verscherzen. Also suchte er einen Produzenten mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. Ihm an die Seite gesellte sich Drehbuchautor Daniel Speck, der selbst solche Kulturschocks aus eigener Erfahrung kennt. Gemeinsam schufen sie aus dem lockeren Sammelsurium einzelner Erlebnisse eine filmtaugliche Geschichte.
Gastfreunde mit Herz und großen Kochtöpfen
Das filmische Ich des Autors, der Sachbuchlektor Jan Armbruster (Christian Ulmen), liebt Ruhe und Ordnung. Als er jedoch die Deutsch-Italienerin Sara Marcipane (Mina Tander) heiraten will, tritt jede Menge Aufregung in sein Leben – angefangen beim Besuch der künftigen Schwiegereltern in Krefeld. Saras Vater Antonio (Lino Banfi) kam 1965 als Gastarbeiter nach Osnabrück und ist ständig aktiv, immer gut gelaunt und voller Ideen, die er auch gegen Widerstand durchzusetzen weiß. Und so beschließt er auch kurzerhand, dass die Hochzeit in seiner italienischen Heimatstadt Campobello stattfinden soll. Jan, der eigentlich nur im kleinen Rahmen in Deutschland feiern wollte, wird einfach überstimmt.
Schon bald ist die neue Familie gemeinsam auf dem Weg in den Süden, Jan zusammen mit seinem neuen »Papa« in dessen Mercedes, Sara mit ihrer Mutter in Jans Karmann Ghia Cabrio. Dort angekommen, in einer kleinen Stadt in Apulien, wartet schon sehnsüchtig die Großfamilie auf »den Deutschen«. Die Gastfreundschaft der neuen Verwandten geht durch den Magen, immer wieder gerne in Form von riesigen Portionen Muscheln – und das trotz Jans Allergie. Seine Einwände werden lapidar vom Tisch gewischt: »Maria, ihm schmeckt’s nicht!«
Nicht nur die Familie macht es ihm (unfreiwillig) schwer, auch die Behörden haben ihre eigenen Regeln. Gar nicht so einfach, das Aufgebot zu bestellen, wenn die zuständigen Beamten nicht da sind oder nicht mit der schon lange verfeindeten Familie reden wollen. Und die nötigen Papiere sind auch nicht auffindbar. Während Sara zurück nach Deutschland fährt, um beim dortigen italienischen Konsulat ihre italienische Staatsbürgerschaft zu beantragen, lernt Jan den Rest der Verwandtschaft und vieles aus dem Leben seines künftigen Schwiegervaters kennen.
Ein Sandalenfilm?
Die Rolle von Jan wurde mit Komiker Christian Ulmen besetzt, von Anfang an Wunschkandidat des Autors und der Produzenten. Autor Jan Weiler hebt lediglich einen Unterschied zwischen ihm und der Filmfigur hervor: Er selbst habe nicht einmal als Kind Sandalen getragen! Die heimliche Hauptfigur des Films ist Schwiegervater Antonio. Hierfür wurde Italiens Vorzeigekomiker Lino Banfi gewonnen, den in seiner Heimat jedes Kind kennt und liebt. jp






