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Herz aus Stahl
Kinotipp: „WALL · E“
Was verbindet einen mutigen Spielzeugcowboy, ein furchtsames Monster und eine vorwitzige Ratte, einen alternden Superhelden, ein freches Auto und einen gar nicht so lustigen Clownfisch miteinander?
Sie alle sind uns als Helden der unterschiedlichsten Animationsfilme aus den Pixar-Studios ans Herz gewachsen – und haben nebenbei die Kassen der Kinos kräftig klingeln lassen. Nach den weltweit beliebten und erfolgreichen Filmen Toy Story, Monster AG, Ratatouille, Die Unglaublichen, Cars und Findet Nemo steht nun der neueste Geniestreich des Teams in den Startlöchern.
Schätze, die die Welt verändern
Das heißt, eigentlich steht und wartet er gar nicht. Vielmehr ist er seit einigen hundert Jahren fleißig und rastlos, denn WALL·E, so heißt er, wurde von den Menschen als Aufräumroboter konstruiert. Leider haben die Menschen im Laufe der Zeit die Erde immer stärker verwüstet, so dass ihnen am Ende nichts anderes übrig bleibt, als ihren Heimatplaneten zu verlassen. WALL·E wird zurückgelassen und vergessen, und er macht sich an die Arbeit, alles wieder in Ordnung zu bringen.
Im Laufe der langen Zeit allein auf der Erde verändert sich WALL·E: Die Maschine entwickelt menschliche Gefühle. Statt einfach immer nur aufzuräumen, untersucht WALL·E die Gegenstände, die he-rumliegen und findet dabei so manchen Schatz. Eine seiner Habseligkeiten ist ein Video des Musicals „Hello Dolly“, das er sich immer wieder anschaut. So lernt er die Liebe kennen, wenn auch in reichlich kitschiger und naiver Form. Ihm wird seine eigene Situation und Einsamkeit bewusst, denn sein einziger Gefährte ist eine kleine Kakerlake.
Noch ahnt WALL·E nicht, dass sich sein Dasein schon bald dramatisch ändern wird. Ein neuer, hypermoderner Roboter namens EVE wird auf die Erde geschickt, um die Lage zu erkunden. WALL·E ist Feuer und Flamme und schon bald mittendrin in einem Abenteuer, dessen gewaltiges Ausmaß er sich nie hätte vorstellen können.
Die Kunst der Illusion
In ihrem neunten Film bieten die Pixar Animation Studios erneut perfekte Unterhaltung. Nicht nur handwerklich ist ihnen ein neues Animations-Meisterwerk gelungen, das die Messlatte schon wieder ein großes Stück höher legt. Auch erzählerisch sind die Filme jedes Mal im wahrsten Sinne ganz großes Kino. Wie schon bei den Vorgängern gibt es auch dieses Mal wieder eine Reihe von faszinierenden Figuren, die so lebensnah und liebenswert sind, dass sie die Zuschauer auf Anhieb bezaubern.
Das Team um John Lasseter, Joe Ranft, Andrew Stanton und weitere Größen stand für diesen Film vor einigen Herausforderungen. Das Ziel war, den Film so glaubwürdig wie möglich zu machen. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass die Handlung in einer Zeit spielt, die es noch gar nicht gibt. Natürlich ist dem Zuschauer bewusst, dass es sich um eine irreale Geschichte handelt. Aber dennoch hat man das Gefühl, es könnte tatsächlich real sein.
Die wichtigste Voraussetzung hierfür ist, dass die Maschinen auch tatsächlich wie Maschinen wirken und nicht wie vermenschlichte comicartige Figuren. So haben die Filmemacher beispielsweise lange über die Frage gestritten, ob ein Roboter wie WALL·E Ellenbogen haben soll oder nicht. Viele Animationen wären so einfacher gewesen, doch letzten Endes hat man sich dagegen entschieden. Gerade in der Fertigkeit, einer Maschine Leben und Gefühle einzuhauchen, ohne sie dadurch wie einen Menschen wirken zu lassen, zeigt sich die große Kunst. Und dies ist sicher auch ein wesentlicher Teil des Erfolgsrezeptes.
jp








