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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Gruseln macht Spaß!

Wissenswertes rund um Halloween

In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November ist Halloween –
dieser merkwürdige Termin, zu dem es gilt, herzhaft über die eigenen Ängste zu lachen … Also schon wieder so ein komischer US-Trend, der über den großen Teich gerollt kommt und prompt auch bei uns immer beliebter wird?

Nicht ganz. Denn eigentlich schwappt hier nur eine Welle zurück, die dem guten alten Europa schon immer im Kopf steckte: Nämlich die Idee einer bleibenden – und freundlichen! – Verbundenheit zwischen den Lebenden und den Toten.

Das feierten schon die alten Kelten

In der Vorstellungswelt der Kelten, der Ahnen der Engländer, Schotten und Iren, begann auf der Schwelle zum Nebelmonat November ein neuer Kreislauf im „Rad des Jahres“. Dieser Jahreswechsel, „Samhain“ genannt, wurde als eine Kombination aus Erntedank und Silvester gefeiert – und galt als Zeitpunkt, zu dem Gebete, Orakel und magische Rituale besondere Kraft haben.

Zu Samhain, glaubten die Kelten, ist die Wand zwischen unserer wirklichen Welt und der „Anderwelt“, in der die Toten ein neues Leben beginnen, besonders dünn und durchlässig. Die Lebenden kommen also leichter mit den Seelen der Verstorbenen in Kontakt – im Guten wie im weniger Guten. Um die Geister freundlich und wohlmeinend zu stimmen, wurden ihnen Brot und andere Nahrungsmittel gespendet. Licht und Feuer wiesen guten Geistern den Weg – und hielten die bösen fern. Im Zuge der Christianisierung traten die kirchlichen Feiertage Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November) an die Stelle des alten Samhain-Termins. Doch die Nacht vor Allerheiligen, „All hallow’ eve“, wurde auch weiterhin nach den alten Bräuchen gefeiert. Diese gelangten dann mit den irischen Einwanderern im 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten.
Süßes oder Saures?

Im Laufe der Zeit verwandelte sich das magische Keltenfest in den Spaß-am-Gruseln-Event, als den wir es heute kennen: Statt der Seelen der Verstorbenen geistern nun – vor allem in den USA –
Horden wild verkleideter Kinder von Haus zu Haus und fordern Süßigkeiten („treat“) ein – andernfalls droht den Bewohnern ein boshafter kleiner Streich („trick“). Deutsche Kinder zeigen sich momentan im „Trick-or-Treat“-Spielen zwar noch etwas untrainiert („Was stellen wir eigentlich an, wenn es keine Naschis gibt?“) – aber das könnte sich schon sehr bald ändern.

Wenn Sie am Morgen des 1. November also nicht unbedingt Rasierschaum von der Windschutzscheibe Ihres Autos wischen oder ähnliche „Bestrafungen“ ausbaden wollen, sollten Sie sich rechtzeitig zu Halloween mit einem Vorrat an Süßigkeiten ausrüs­ten. Besonders stilecht sind hier natürlich Weingummi-Vampire, rabenschwarze Lakritzfiguren oder Schoko-Kürbisköpfe.

Die etwas andere Faschingsparty

Wer Lust auf eine schaurig-schöne Kostümparty hat, braucht sich nicht bis zur nächsten Karnevals-Saison zu gedulden. Denn schon zu Halloween dürfen die Hexen und Teufel, Mumien und Vampire tanzen, dass sich die Sargbalken biegen!

Ein gewisser Mut zur Hässlichkeit ist bei der Verkleidung zwar durchaus gefragt – aber nicht zwingend. Eine grünlich geschminkte „Wasserleiche“ kann schließlich wunderschön sein und ein Lakengespenst mit lustigem Gesicht eher amüsieren als erschrecken. Spinnennetze, Papp-Gerippe, Masken mit rot leuchtenden Augen an der Wand … bei der Raumdekoration sind auch abgründigeren Fantasien kaum Grenzen gesetzt. An Bar und Buffet dagegen hebt alles die Stimmung, was unheimlich aussieht – und köstlich schmeckt.
Die „Bloody Mary“ (Tomatensaft mit Wodka, pikant gewürzt) empfiehlt sich schon dem Namen nach als Halloween-Getränk, doch auch mit Blue Curaçao, grüner Crème de Menthe oder Campari lassen sich Cocktails mixen, die wie in Frankensteins Labor gebraut aussehen. Einfacher, aber ebenfalls effektvoll sind rote Bowlen aller Art.

Natürlich können Sie sich auch an der Zubereitung von Grauen erregenden Gaumenfreuden versuchen. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, angefangen bei Bockwürstchen-Fingern mit Ketchup-Blut bis hin zu … aber wir möchten ja niemandem den Appetit verderben!

Jack O’Lantern allen voran

Eine stimmungsvolle Halloween-Dekoration gehört bei uns ebenfalls Jahr für Jahr ein bisschen mehr zum guten Ton. Unerlässlich für den herbstlichen Hausschmuck sind vor allem die (echten oder künstlichen) Kürbisse in den Fenstern und Hauseingängen, deren geschnitzte Gesichter eine reizvolle Mischung aus Gruselgrinsen und warmem Licht in den dunkler werdenden Abenden verbreiten.

Dieser leuchtende Kürbiskopf geht auf die irische Legende von Jack O’Lantern zurück. Jack war ein übler Betrüger und Trunkenbold, dem es sogar gelang, den Teufel selbst auszutricksen. Als er starb, fand er wegen seiner Taten weder im Himmel noch in der Hölle Einlass, und muss deshalb bis zum Jüngsten Tag in der Dunkelheit umherwandern. Wenigstens hat er – zur Abschreckung anderer Geister –
eine Laterne dabei. Diese bestand in Irland allerdings noch aus einer ausgehöhlten Rübe, die erst in Amerika zum Kürbis wurde.

Silvester in den Herbst gezaubert

Wenn Ihnen ein von Horrorgestalten umtanztes „Ekelbuffet“ dann doch etwas zu wild ist, können Sie den Halloween-Abend auch eher besinnlich im „keltisch-magischen Stil“ verbringen. Lassen Sie zu Hause Ihr privates „Bonfire“ aus vielen orangefarbenen Kerzen entflammen, löffeln Sie ein traditionelles Kürbissüppchen, schwelgen Sie in freundlichen Erinnerungen an liebe Verstorbene –
oder veranstalten Sie ein wenig „Neujahrszauber“: Wer sich vom Ballast der Vergangenheit befreien will, kann in dieser Nacht für jedes aktuelle Problem einen Knoten in ein schwarzes Band machen und die Knoten dann einzeln verbrennen – ganz bewusst und beschwörerisch natürlich. Danach sind Sie frei, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Mit einem echt irischen Liebesorakel vielleicht?

Dazu schneiden Sie von einem Apfel (möglichst dünn und spiralförmig in einem Stück) die Schale ab. Diese werfen Sie dann über die linke Schulter hinter sich. Lässt sich aus der Form der Schale ein Buchstabe erkennen? Damit beginnt der Vorname Ihres künftigen Liebespartners!

Viele weitere Tipps und Infos rund um Halloween finden Sie unter www.itshalloweenagain.de und www.ratgeber-halloween.de

mimu

Unser Buchtipp: „Kürbisköpfe“ von Joost Elffers u. a., Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2001
Fotos: Bevis und mcm-Archiv